Die Welt des Frauenplaneten (1966)

18 Jahre ist es nun her, als ein Raumschiff mit Menschen und Centaurianern, die sich kaum von dem Homo Sapiens Sapiens unterscheiden, auf einem bewohnbaren Planeten notlanden mussten. Und nach dieser langen Zeit trifft endlich ein weiteres Raumschiff, die Cosmos One auf diesem Planeten ein, um nach der verschollenen Besatzung zu suchen. Doch das einzige Mitglied der vor Jahren hier gestrandeten Mannschaft ist die junge Linda, inzwischen zur jungen Frau herangewachsen, die nun mit einem Ureinwohner des Planeten zusammen lebt, um die Begründer einer neuen Rasse darstellen…

 Na ja, in gewisser Weise ist es schwer Die Welt des Frauenplaneten so zu beschreiben, dass man nicht die Pointen verrät, die eigentlich das Highlight des Filmes sind. Aber ich verrate soviel, dass der deutschte Titel den zuschauer der jetzt einen Film im Stil von In den Krallen der Venus erwartet enttäuscht werden wird. Auch ich ging davon aus, dass auf einem Frauenplaneten leicht bekleidete Frauen im Outfit der Raumschiff Enterprise-TV-Serie oder wie im englischen Originaltitel im Prehistorik-Look herum wuseln, doch da lag ich im großen und ganzen doch eher falsch.

Die Welt des Frauenplaneten spielt zwar in einer Urzeit ähnlichen Kulisse, doch all zu viele Frauen gibt es nicht zu sehen, was wohl wieder einmal zeigt, dass man sich bei diesem Film nicht zu anders helfen wusste, ihm einen trashig klingenden Titel zu geben, damit der Film jedenfalls ein wenig mehr Beachtung fand und findet.

 Dennoch muss ich sagen, ohne die Pointe zu verraten, hat der Film Die Welt des Frauenplaneten einige gute Ansätze und Ideen, die leider doch ziemlich  doof umgesetzt wurden. Ich beziehe mich jetzt nicht so sehr auf die eigentlich netten Kulissen, die mich ein wenig an den Irvin-Allen-Stil erinnern oder an die eher mittelmäßigen Leistungen der Hauptakteure, sondern viel mehr… na ja… auf die Nebendarsteller der sogenannten Einheimischen, die ja Steinzeitmenschen darstellen sollen. Die tragen zwar alle diverse alberne Kleidung, aber wirken gerade so als sie von der Strasse weg als Laiendarsteller aufgegabelt wurden.

Sie wirken wie Stadtmenschen aus den 1960ern, sowie auch der Einheimische, mit dem Linda, die einzige Überlebende der seit 18 Jahren verschollenen Crew, gespielt von aus China stammenden Irene Su (Mary Kim aus Star Trek – Raumschiff Voyager), der gut rasiert und modisch gestylt hier herum afft… Robert Ito, vielleicht einigen aus TV-Serien wie Quincy als Sam Fujiyama bekannt, versucht hier auf unrealistischste Weise einen Urmenschen zu verkörpern, der allerdings sich genauso wie jemand verhält der 1966 Geld brauchte und dann in so einem Schmu-Film mitspielt.

 Die Effekte sind für einen Film aus den 1960ern nicht besondern herausragend, aber auch nichts schlechter als andere, wirken manchmal vielleicht ein bisschen unfreiwillig komisch, aber das verleiht dem ganzen ohnehin etwas komisch anmutenden Werk des Regisseurs, der im selben Jahr auch den Film Verhängnisvolle Fracht (Navy vs. the Night Monsters) fabrizierte, Arthur C. Pierce, ein bisschen den Charme eines klassischen B-Movies, der wenn man ihn aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet durchaus einen gewissen Unterhaltungswert vorweisen kann, aber eben nur unter der Voraussetzung, dass man weiß, dass man hier einen Trashfilm zu sehen bekommt.  

 Komischer Weise wurden die Spezial Effekte von dem Mann gemacht, der noch ein Jahr zuvor in der Kult-TV-Serie The Addams Family bewies, dass er durchaus in der Lage war, mit wenig Budget einiges aus dem Hut zu zaubern. Aber wie ich schon sagte, wenn man  den Film Die Welt des Frauenplaneten sich als B-Movie anschaut, können die Spezial Effekte gefallen, ansonsten ärgert man sich nur um die etwas lustlos wirkende Umsetzung.

 Mir brennt es förmlich unter den Nägeln zu schreiben, was die Pointe des Filmes ist, macht sie diese ihn doch als Trashfilm perfekt, aber ich möchte den Leuten, die sich Die Welt des Frauenplaneten vielleicht doch noch anschauen wollen einfach nicht ihr wohlverdientes “Hä? Wie jetzt?”  verderben, denn so erging es mir als ich den Film das erste Mal sah. Verwirrung gemischt mit ein wenig Belustigung und gleichzeitig aufkommender Verärgerung sind garantiert, was man in Der Welt des Frauenplaneten serviert bekommt – was aber gleichzeitig ihn auch wieder fast kultig erscheinen lässt. Aber Die Welt des Frauenplaneten nimmt sich selbst wie auch den Zuschauer (beabsichtigt oder nicht) aufs Korn und wer so etwas nicht mag, der sollte auf jeden Fall die Finger von dem Film lassen.

 Beim ersten Mal des Anschauens war ich natürlich auch ein wenig erbost, aber beim zweiten Mal gefiel er mir eigentlich recht gut, was Pierce uns dort für einen Unfug präsentiert. Ich finde, man sollte nicht jeden Film unbedingt und um jeden Preis auf Grund seiner Realitätsnähe oder Logik bewerten, manchmal sind eben auch die völlig abstrusen und konfusen Filmchen so schön schlecht, dass sie wieder Spaß machen.Mehr möchte ich aber nicht verraten, außer noch dass seit 2012 dieser Film es zur einer DVD Veröffentlichung brachte und vom Label SchröderMedia auf den Zuschauer losgelassen wurde.

Was jetzt nun eigentlich Jules Verne mit diesem Film zu tun haben soll, ist natürlich eine Frage wert, aber man darf nicht vergessen, dass so viele Filme sich an den Geschichten und Ideen des legendären Schriftstellers und Mitbegründers des Science Fiction-Genres orientiert haben und gerne dessen Namen verwenden, um ihren Werken^^ ein bisschen Qualität zu verleihen… hahhaha  

Wertung: 5,5/10 Punkten