Die Wiege des Satans (1978)

Inhalt:

Frank Davis (John P. Ryan) wurde vor ein paar Jahren Vater. Das Baby entpuppte sich aber als Mutation, welches gerne mordet. Es wurde von der Polizei erschossen. Jahre später erwartet das Ehepaar Eugene (Frederic Forrest) und Jody Scott (Kathleen Lloyd) ebenfalls ein Baby. Bei einem test stellt sich heraus, dass ihr Kind ebenso eine Mutation werden wird, wie Franks Kind. So beschließt man, dass Baby noch im Kreißsaal zu töten. Frank berichtet dem Ehepaar davon und sie beschließen zu fliehen. An einen geheimen Ort erwarten sie nochmals zwei mutierte Babys. Doch sie bleiben nicht unbemerkt

Filmisches Feedback:

Hoher 70er-Jahre B-Filmfaktor mit kleinem Politikum

Regisseur Larry Cohen (DER PATE VON HARLEM, 1972 oder AMBULANCE,1990) benutzt hier das, was der Großteil der Bevölkerung dieser Welt als das „Niedlichste“ und das „Schönste“, das „Wesen der Menschheit“ sieht, als Mittel zum trashigen Zweck. Er will unsere inneren Ängste ansprechen. Quasi das Wunderbarste als Grund für Grauen und Zerstörung: das Kind. Und ihm gelang etwas, was selten wirklich gut wird: eine gelungene Fortsetzung. Die Trilogie hat einen gewissen Charme, den man sich nicht entziehen kann. Dieser zweite Teil führt die Geschichte des ersten Films konsequent weiter und fügt ein paar neue Aspekte hinzu. Gleichzeitig bleibt er (und das ist gut so) in der Welt der 70er haften.

Cohen nahm beim Entstehungsjahr schon viele Ängste der Zukunft vorweg: Abtreibung, Umweltzerstörung, Ausgeschlossenheit der Menschheit. Und dennoch, er ist ein typisches 70er Jahre Produkt: die regierungsfeindliche, moralische und umweltkritische Haltung der 70er Jahre kommt hier voll zur Geltung. 

Schauspielerisch kann man dem Film nichts vorwerfen. Frederic Forrest spielt überzeugend den Familienvater. Ihn sah man bereits in einigen sehr guten Filmen wie DER DIALOG (1974), APOCALYPSE NOW (1979) oder als Naziverkäufer in FALLING DOWN (1993). Kathleen Lloyd, die die Mutter spielt, war und ist eher im Fernsehen anzutreffen in TV-Serien wie DR: MARCUS WELBY, DER CHEF oder AIRWOLF. Eine wiederkehrende Rolle hatte sie in der TV-Serie MAGNUM, P.I. John P. Ryan (der bereits seit 2007 tot ist) war in einigen schönen Filmen zu sehen wie RUNAWAY TRAIN (1985), DEATH WISH 4 (1987) oder DIE KLASSE VON 1999 (1990).

Für die Musik sorgte Bernhard Herrmann: Stammkomponist von Alfred Hitchcock. Er bescherte uns die Wahnsinnsgeigen bei PSYCHO (1960) oder den jazzigen Score zu TAXI DRIVER (1976). Für das Make-Up waren der siebenfache Oscargewinner Rick Baker (MEN IN BLACK, 1997) und der dreifache Oscargewinner Greg Cannom (MRS. DOUBTFIRE, 1993) verantwortlich. Man merkt aber an, dass sie hier noch ein wenig herum tüftelten an ihren Schaffen. Aber dennoch haben die Babys einen gewissen Horrorcharme.


Einfach, schnell abgedreht, billig, b-filmartig, eben ganz Cohen. Kurz: Gut.