Die Zeitmaschine (1960)

 

Wir schreiben das Jahr 1899. H.George Wells, ein begabter Ingenieur und Physiker ist von der Idee besessen, durch die Zeit zu reisen. Mit einer selbstgebauten Apparatur will er das große Abenteuer wagen. Per Hebeldruck startet er die Maschine und reist in die Zukunft, vorbei an den zwei Weltkriegen und dem die Menschheit vernichtenden Atomkrieg in den 1960ern, immer weiter in eine entfernte Zukunft. Erst als der Zeitometer das Jahr 802701 anzeigt, schaltet er seine Maschine wieder ab. In dieser Zukunft glaubt er sich im Paradies wiederzufinden, dass sich aber schnell als Illusion herausstellt. Die dort lebenden Menschen scheinen glücklich, doch dann entdeckt Wells, dass diese Welt alles andere als ein Paradies ist, denn die Menschen haben sich in zwei verschiedene Arten weiterentwickelt und die Menschen, die er in der trügerischen Idylle kennen gelernt hat sind die Freundlicheren beider Arten ...

Der Roman Die Zeitmaschine von H. G. Wells gehört bis heute wohl mit Abstand zu den wohl berühmtesten Science Fiction Romanen aller Zeiten, auch wenn sich heutige Wissenschaftler darüber streiten ob man mit Einsteins Relativitätstheorie die Zeitreise irgendwann bewerkstelligen könnte, obwohl sie laut Einstein theoretisch möglich wäre. Der Kurzfilm Regisseur George Pal drehte 1960 seinen zweiten großen Kinofilm nach Wells Buchvorlage und schuf mit Die Zeitmaschine einen zeitlosen Klassiker, der 2002 von vom Großenkel von dem genialen Autor, Simon Wells nochmals großartig auf die Kinoleinwand gebracht wurde. 

 George Pals Die Zeitmaschine ist der erste, aber wohl auch beeindruckendste Versuch den Roman von H.G. Wells zu verfilmen, der ein Visionär seiner Zeit war und sich noch bevor der weltberühmte Physiker Albert Einstein mit seinem E=mc² die Fachwelt der Wissenschaft umkrempelte mit dem Phänomen der Zeit auseinander setzte. George Pal nannte somit auch zu Ehren des Autors die Hauptfigur in seinem Film, den Zeitreisenden, H. George Wells und lässt ihn somit durch die Geschichte reisen. 

   Großartig sind die Zeitraffer-Aufnahmen, wenn die Zeitmaschine gestartet wird uns sich erst alles Stunde um Stunde, Tag um Tag und dann Jahr für Jahr verändert, das ist wirklich toll und schön gemacht.  Was vielleicht ein wenig verwundert ist, dass im Film in den 1960ern die Welt durch einen Atomkrieg untergeht, aber wahrscheinlich diente das mehr dazu, um die Gefahren der sich auch technisch immer weiter entwickelnden Zivilisation aufzuzeigen, als eine Anspielung auf derzeitige politische Situationen. Zudem man ja auch nicht vergessen darf, dass der Hauptcharakter mit der Zeitmaschine 70er zuvor ,also 1899 startet und die Atomkatastrophe somit als Zukunftsszenario mit erlebt.

 Natürlich schafft auch diese Verfilmung es nur  oberflächlich das geniale Buch von Wells, Die Zeitmaschine zu visualisieren, zu komplex, zu detailliert und höchstwahrscheinlich zu teuer wäre es geworden, sich Buchstabe für Buchstabe an der Buchvorlage zu halten, aber als Science Fiction-Film, der sich das Buch zur Inspiration nahm, ist er wunderbar. Farbenfroh und fantastisch regt er aber auch neben dem unglaublichen Unterhaltungswert zum Nachdenken an – und das über vieles und nicht nur rein wissenschaftliche Dinge^^

 Zugegeben ein wenig naiv wirkt Die Zeitmaschine manchmal schon, gerade was die Menschen der Zukunft angeht … sie wirken eher wie aus einem der typischen, aber durchaus unterhaltsamen US- Science Fiction Filme, die in einer unbekannten Zukunft oder fremden Welt spielen, mit ihrem doch deutlich aus den 1960ern geprägten Frisuren und Klamotten, was den ganzen Film aber auch etwas den dementsprechenden Flair verleiht und nicht wirklich schadet. Aber die – und ich glaube da verrate ich eh nicht mehr viel –  sind die Morlocks durchaus vorstellbar, insofern man es sich überhaupt vorstellen kann, wie eine raubtierartige Unterart wäre, die sich von dem Homo Sapiens Sapiens abgespaltet hätte. Aber mir persönlich gefielen sie ganz gut, wirkten sie fies und böse, was aber zur Zeiten von H. G. Wells, als er die Geschichte zu Die Zeitmaschine schrieb eher als Gesellschaftskritik seiner Zeit formuliert wurde. Die Morlocks als Sinnbild der Klassenunterschiede – aber das ließ man in den Filmen aus, vielleicht weil man befürchtete es könnte dem Unterhaltungswert schaden zu viel Kritik einfließen zu lassen, aber das ist nur meine persönliche Vermutung.

 Es gibt eigentlich gar nichts so viel neues zu diesem Film zu schreiben, dass noch nirgendwo anders geschrieben steht – wie es bei solchen weltweit bekannten Buchverfilmungen eigentlich immer der Fall ist… eigentlich kann man nur noch seine eigene Meinung dazu schreiben^^. Und auch ich will nicht nur leeres Blabla hinterlassen, um dieses Review so groß wie möglich erscheinen zu lassen. 

 Die wichtigsten Sachen wurden gesagt und ich kann nur jedem, der diesen tollen Klassiker noch nicht gesehen hat, empfehlen das schnellst möglich nachzuholen. Und wir haben diesmal richtig Glück, denn Die Zeitmaschine wurde unter anderem von Warner Home Video auf DVD herausgebracht; sogar als Double Feature zusammen mit dem Remake von Simon Wells von 2002. Beide Filme haben durchaus ihren Charme und Reiz, doch mir gefällt der, über den ich gerade schreibe, immer noch am besten. Eine BluRay-Veröffentlichung ist eigentlich nur eine Frage der Zeit und müsste bald erscheinen.

 

Wertung: 10/10 Punkten