Double Force (1992)

USA 1992
mit Robert Hays, Peter Weller, Charles Martin Smith…
Drehbuch: Dennis Shryack, Michael Butler
Regie: Charles Martin Smith
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Unter der Führung des Amerikaners Sam French (Robert Hays) landet eine Söldnertruppe an der Küste des Staates Tengara in Südostasien. Die Eindringlinge werden sofort von der Sicherheitstruppe unter Beschuß genommen. Deren Kommandant Jake Wyer (Peter Weller) lässt nur French am Leben, denn die beiden sind nicht nur Landsleute, sondern auch alte Freunde. Ein actionreiches Verwirrspiel beginnt, als Präsident Bosavi die beiden umbringen lassen will. French und Wyer können entkommen und werden alsbald von der CIA auf Bosavi angesetzt. Doch das Staatsoberhaupt möchte mit dem Geheimdienst gemeinsame Sache machen. French und Wyer scheinen auf verlorenem Posten…

Es gibt arme Schweine wie mich, die auch an einem Sonntag arbeiten müssen. Umso größer ist schließlich das Verlangen nach leichter und anspruchsloser Action-Unterhaltung am Abend, weswegen ein beherzter Griff in die Filmographie der „Cannon Group“ die logische Konsequenz darstellt. Und wenn man den Dudikoffs, Norrises oder Bronsons überdrüssig ist, wagt man sich auch mal an Titel, die man nicht sofort auf dem Schirm hat, wenn man an die legendäre B-Movie Fabrik denkt. So flimmerte der Actionfilm „Double Force“ (1992), im Original „Fifty/Fifty“, über den heimischen Fernseher, der genau Das lieferte, was ich wollte: Action, Sprüche und verdammt viel Spaß!

Das Drehbuch zu „Double Force“ existierte bereits in den 80er Jahren und war ursprünglich als Vehikel für  die Cannon-Stars Chuck Norris und Michael Dudikoffs gedacht. Norris, der nach der „Missing in Action“-Reihe keine Lust hatte schon wieder im Dschungel zu drehen, stieg jedoch aus dem Projekt aus. Als Alternative wollte man den Film mit Sylvester Stallone und Eddie Murphy realisieren, doch auch diese Konstellation scheiterte, da Murphy kein Interesse hatte. Als Ersatz sollte Kurt Russell herhalten, doch der drehte mit Sly lieber „Tango & Cash“ (1989), so dass „Double Force“ abermals ohne Hauptdarsteller in der Pre-Production feststeckte. Schließlich fand Regisseur Charles Martin Smith ein anderes Duo, welches die Hauptrollen übernehmen sollte, Robert Hays und Peter Weller, so dass der Film schließlich 1990 gedreht wurde. „Double Force“ präsentiert sich als humorvolle Söldner-Action, die, entgegen der Erwartungen, nicht auf den Philippinen gedreht wurde, sondern in Malaysia und kommt mit einer wenig originellen aber dennoch effektiven Story um die Ecke. Wir folgen den beiden Söldnern Sam French (Robert Hays) und Jake Wyer (Peter Weller), die sich nach langer Zeit wiedersehen und nach diversen Wirrungen ein weiteres Mal zusammenraufen, obwohl sie zu Beginn des Films auf unterschiedlichen Seiten stehen. Doch kurze Zeit später müssen die beiden unter dem Druck der CIA zurück auf die tropische Insel, von der sie gerade erst unter Beschuss geflohen sind, reisen, um Rebellen dabei zu helfen das Regime des sadistischen General Bosavi zu stürzen. Nun müssen die Beiden einen Haufen Bauern ausbilden, die sich jedoch eher schlecht als recht schlagen und die ganze Aktion in ein Himmelfahrtskommando verwandeln. „Double Force“ präsentiert uns eine recht abgedroschene Geschichte, denn Dschungel-Action mit Söldneranstrich haben wir in den 80ern zuhauf gesehen, weshalb der Film fast schon wie ein Rip-Off bekannter Versatzstücke des Genres wirkt. Dabei versucht aber das Drehbuch von Dennis Shryack und Michael Butler die Story rasant zu erzählen, was den Film jedoch nicht vor Leerlauf rettet, denn dem B-Movie Spektakel geht kurz vor dem Finale dann doch etwas sie Puste aus. Was den Streifen allerdings den nötigen Unterhaltungswert verpasst, sind definitiv die beiden Hauptfiguren, die sich pausenlos anzicken und somit in bester Tradition der Buddy-Actionfilme der 80er daherkommen. Hier bekommt der Zuschauer flotte Sprüche um die Ohren gehauen, die für ordentliches Schmunzeln sorgen dürften, so machen beide schon zu Beginn unverblümt klar, welcher Schlag Mensch sie sind:

“Ich sage ihnen etwas, Sprue. Wir glauben an die deutsche Mark, den Schweizer Franken, den Krugerrand, den Yen und hin und wieder auch mal an den guten alten Dollar. Die gute Sache ist etwas, wofür man stirbt und steht deshalb bei Leuten wie uns nicht so hoch im Kurs.“

 

Richtige Sympathieträger unsere zwei Aushilfs-Rambos. Doch natürlich kommt kurz vor Schluss die obligatorische „Redemption“, die dazu führt, dass beide feststellen, dass es noch mehr als Geld gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt. Das ist natürlich alles ziemlich plakativ aber wir befinden uns ja auch in einer „Cannon“-Produktion aus dem Jahr 1992, da sollte man seine Erwartungen sowieso herunter schrauben. Zu dieser Zeit stand das Kult-Studio schon kurz vor Torschluss und die letzten Produktionen waren lediglich herunter gerotzte Direct-to-Video Heuler. Das reduzierte Budget sieht man auch „Double Force“ an, jedoch hat man dennoch einen ansehnlichen Film auf die Beine gestellt, in dem es dennoch gewaltig rummst. Es wird geballert, gesprengt und sogar Haie werden mit der Bazooka beschossen, weshalb der Film einfach richtig Spaß macht. Regisseur Charles Martin Smith, den man noch als Terry Fields aus „American Graffiti“ (1973) kennt, inszeniert die Chose souverän und liefert einen schnörkellosen Film, der vielleicht noch mehr gerockt hätte, wenn etwas mehr Geld zu Verfügung gestanden hätte. Zudem ist Smith in einer Nebenrolle als CIA-Unterhändler Sprue zu sehen. Robert Hays und Peter Weller mögen nicht unbedingt die zugkräftigsten Stars sein (mal ehrlich mehr als „Robocop“ (1987) hat Weller auch nicht geleistet), machen aber einen guten Job und funktionieren als dauerfrotzelndes Duo, die bei kniffligen Entscheidungen eine Münze werfen, so macht auch der Titel „Fifty/Fifty“ Sinn. Wer sich den Film in die Sammlung stellen möchte guckt derweil etwas in die Röhre, denn bis auf die USA, gibt es keine offizielle DVD-Veröffentlichung des Films. Es existiert in Deutschland ein Bootleg, welches den Streifen in annehmbarer Qualität präsentiert und zudem ungeschnitten ist. Normalerweise sage ich NEIN zu Bootlegs, doch wenn es keine Alternativen gibt, drücke ich dabei auch mal ein Auge zu.

„Double Force“ (1992) aus der „Cannon“-Spätlese ist das schmalere Budget anzumerken, was dem Unterhaltungswert jedoch keinen Abbruch tut. Ein vergnüglicher Buddy-Actioner, der zwar hier und da etwas an Fahrt verliert, jedoch mit zwei gut aufgelegten Darstellern punkten kann, die herrliche Sprüche vom Stapel lassen. Eine gute Portion Explosionen und dicke Wummen tun ihr übriges und empfehlen die Dschungel-Sause als adäquate Action-Unterhaltung für den heimischen Filmabend.