Edgar Wallace – Die Gruft mit dem Rätselschloss (1964)

Als späte Reue dafür, dass er ihren Vater in den Tod getrieben hat, macht der alte Spielhöllenbesitzer Miste Real Kathleen zu seiner Alleinerbin. Der ehemalige Croupier Connor und seine Bande fühlen sich von Real hintergangen und wollen ebenfalls in den Besitz des Erbes kommen.

„HALLO, HIER SPRICHT EDGAR WALLACE VOl.3“

In der Edgar Wallace Serie von Rialto Film, ging man das ein oder andere Mal Experimente ein. Nach großen Erfolgen den Vohrer-Krimis, die alle als klassische „Whodunits“ in Szene gesetzt wurden, lieferte man mit „Die Gruft mit dem Rätselschloss“ im Grunde einen etwas anderen „Wallace“ ab. Franz Josef Gottlieb inszenierte nach „Der schwarze Abt“ einen Gangster-Film, in dem nach einer großen Menge Reichtum gegiert wird. Trotz des etwas anderen Sujets ist der Streifen ein typischer Krimi, der trotzdem bereits etablierte Attribute bewahrt und sich gut in die Reihe einfügt.

Die Story ist nicht sonderlich neu. Eine Anzahl von zwielichtigen Charakteren grabscht nach einem großen Schatz, der sich versteckt in einer Gruft befindet und eigentlich einer unschuldigen Schönheit zusteht. Hat man so schon zum Beispiel in „Die Tür mit den sieben Schlössern“ gesehen, mit dem man den Film am ehesten vergleichen kann. Doch statt eines geheimnisvollen Killers, sind die Parteien hier klar. Gut und Böse ist klar definiert, einzig Harald Leipnitz bleibt undurchsichtig. Später spielte er noch die Inspektorrolle in „Der unheimliche Mönch“ und in „Die blaue Hand“. Die Athmosphäre ist typisch Wallace und Regisseur Gottlieb orientiert sich in seiner Bildgestaltung und Schauspielführung klar an Aushängeschild Alfred Vohrer.

Einzig der Gruselaspekt, den Vohrer gern nutzte, wird hier etwas außen vor gelassen. Der Film ist durchgängig stimmig und bietet einen soliden Drive mit interessanten Charakteren. Leipnitz bleibt zwar, wie schon erwähnt undurchsichtig, spielt aber mit genug Sympathie und Charme so dass der Schluss gut funktioniert. Auch Judith Dornys braucht sich nicht hinter gestandenen Ladys der Reihe, wie Karin Dor, zu verstecken. Auch E.F. Fürbringer geht in seiner Rolle als Gangster Connor gut auf und hat sichtlich Spaß an seinem fiesen Charakter. Für kure Lacher gibt es wieder Siegfried Schürenberg und Eddi Arent zu bewundern, die es immer schaffen zu glänzen. Einzig Klaus Kinski wirkt verschenkt. Seine Präsenz hätte dem Film noch besser wirken lassen, hätte man seinen Part intensiver genutzt. Ansonsten gibt es mit Werner Peters, Ilse Steppat, Kurt Waitzmann und Harry Wüstenhagen weitere „Wallace-Gesichter“ zu sehen, so dass man sich als Zuschauer heimisch fühlt. Die Story ist auch interessant und bietet eine gute Abwechslung zum Rest der Reihe. Erwähnenswert ist auch hier der gelungene Jazz-Soundtrack von Stammkomponist Peter Thomas, der klanglich den Film einwandfrei untermalt.

Der hier vorliegende „Wallace-Krimi“ wird immer von Fans eher unten angesiedelt und nie sonderlich gewürdigt. Der Film unterscheidet sich merklich vom klassischen Storyaufbau der Vohrer-Werke ohne aber seine Wurzeln zu vergessen und bietet eine durchaus interessante Gangster-Story, die gekonnt inszeniert und gespielt durchaus seine Qualtitäten besitzt und 91 Minuten gut unterhält!