Ein Loch im Dollar (1965)

Der ehemalige Konföderierten-Captain Gary O’Hara und sein Bruder Phil werden nach dem Ende des Krieges nach Hause entlassen. Phil reitet direkt in den Westen, Gary kehrt zu seiner Frau Judy zurück. Nach einiger Zeit beschließen sie, Phil in den Westen zu folgen, um dort ein neues Leben zu beginnen. In Yellowstone erhält Gary ein Angebot von McCoy, der die Abwesenheit des Sheriffs dazu nutzen möchte, mit Garys Hilfe den Banditen Blackie zu schnappen, der mit einer Bande Südstaatler die Stadt terrorisiert. Gary kann den Banditen stellen; er erkennt in diesem Augenblick in ihm seinen Bruder Phil. Phil erschießt Gary und erkennt ihn erst dann wieder. Daraufhin wird er von McCoys Männern erschossen. Gary ist jedoch nicht tot, sondern nur schwer verletzt: ein Silberdollar hatte die Kugel abgebremst…


Regisseur Giorgio Ferroni inszenierte 1965 den zweiten Western mit Giuliano Gemma in der Hauptrolle mit dem Titel EIN LOCH IM DOLLAR (Original: Un Dollaro bucato). Die beiden arbeiteten auch nur ein Jahr später beim Film TAMPEKO, DER DOLLAR HAT ZWEI SEITEN erneut zusammen.

EIN LOCH IM DOLLAR wirkt wie ein amerikanischer, aalglatter Western der jedoch im weiteren Verlauf der Story sein wahres Gesicht zeigt. Ansätze des Italienischen Spaghetti-Western sind nicht von der Hand zu weisen. Die Umsetzung ist weitaus grimmiger und brutaler als man es aus Western mit John Wayne kennt. Anstatt wie üblich gewisse Szenen und Handlungen nur im Off erscheinen zu lassen ließ Regisseur Ferroni die Kamera drauf halten. So bekommt der Zuschauer auch schon etwas härtere Szenen zu Gesicht.

Hauptbestandteil der Story ist wie so oft im Wilden Westen die Korruption. Sie ist allgegenwärtig und nimmt den meisten Platz in der Geschichte ein. Dazu gesellt sich das Schema RACHE aufgrund eines hohen Verlustes. In diesem Fall ein Bruder aus dem berühmten Süd gegen Nordstaaten Krieg der durch Korrupte Gesellen zur Strecke gebracht wird.

Guiliano Gemma kann durch seine charmante und sehr ausdrucksstarke Art und Weise die Rolle des Gary O´Hara sehr viele Sympathiepunkte dem Zuschauer zuspielen. Dem Schauspieler wurde oft vorgeworfen dem John Wayne durch sein (fast) makelloses Erscheinungsbild zu glatt zu sein. Doch in EIN LOCH IM DOLLAR kann er diese Vorwürfe geschickt widerlegen. 

Trotz dessen das viele Ansätze der Story bereits bekannt sind oder auch leicht vorhersehbar sind weiß der Western zu unterhalten. Die Spannung wird gut aufrecht gehalten und die vielen Schiessduelle tun ihr übriges. Geschickt verpackte Ferroni viele bekannte Ideen und Konzepte und kann sogar mit einer überraschenden Wendung trumpfen.

EIN LOCH IM DOLLAR ist ein solider Western, er gibt zwar vor aus den USA zu stammen, doch einige Ecken und Kanten zeigen dem Kenner woher er wirklich stammt. Den Film gibt es in Deutschland auf VHS und DVD, wobei die DVD vom Label STARMEDIA ein sehr mieses Bild vorweist. Doch Fans und Interessierte können aufatmen. Am 20. Mai 2017 erscheint er auf DVD und Blu-ray im limitierten Mediabook von VZ-Handelsgesellschaft mit zwei Bonusfilmen und 4 Postkarten.