Ein Mädchen kämpft sich durch die grüne Hölle (1974)

Viele Filme bekommen den Zusatz verpasst „Beruht auf wahren Ereignissen“, oft wird dies nur als Promotionzweck entfremdet und nur wenig bis gar nichts ist an der Geschichte wahr. Doch was ist wenn es sogar diverse TV Reportagen im Fernsehen gab, die diese Geschichte anhand von Dokumenten, Fotos und Zeugenaussagen widerspiegeln? Dann ist doch was wahres dran, dann bleibt nur die Frage: Wieviel entspricht der Film von der Wahrheit? Das können uns leider nur die damals Beteiligten Personen mitteilen und bestätigen.

In den 70er Jahren waren diverse Flugzeug Katastrophenfilme bei den Zuschauern sehr beliebt, vieles davon nur aus den Fingern gesaugt, wobei es in den 70er Jahren doch so eine Katastrophen gab. Und 1974 geschah es, die damals 17jährige Juliane Köpke erlebt den Holocaust und ist als einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes gefangen in der Wildnis des Dschungels. Sie muss sich auf ihren Instinkt und Gefühl vollkommen verlassen und erinnert sich zumeist nur an Brocken der Erzählungen ihres Vaters über den unheimlichen Dschungel.

Für dieses Katastrophen – Szenario mit dem simplen Titel „Ein Mädchen kämpft sich durch die grüne Hölle“ stand Giuseppe Maria Scotese hinter der Kamera und entführt den Zuschauer mitten hinein in die scheinbar ausweglose Situation. Es war Scotese auch sein letzter Film, seine Karriere war danach beendet, am Film hat es sicherlich nicht gelegen, denn er schaffte eine bedrückende, beklemmende Atmosphäre, die durch die Schauspieltalente der Darstellerin der Juliane noch immens verstärkt wurden. Scotese drehte zuvor noch Filme wie „Mundo Nudo“ 1962 und „Liebe am Rande der Welt“ von 1961. Für die Rolle der Juliane wurde Susan Penhaligon gecastet, ein Jahr nach „Ein Mädchen kämpft sich durch die grüne Hölle“ war sie noch in „Caprona – Das vergessene Land“ zu sehen, weitere Titel ihrer Laufbahn tragen Titel wie „Haus der Todsünden“ von 1975, „Soldiers“ von 1977 mit Rutger Hauer und „Patrick“ aus dem Jahr 1978.

Ein Mädchen kämpft sich durch die grüne Hölle“ ist spannend, beklemmend und bietet eine sehr dichte Atmosphäre. Die Aufnahmen des Dschungels sind sehr interessant anzuschauen und wecken nur noch mehr das Gefühl der Ausweglosigkeit der Darstellerin.

Schauspielerisch betrachtet wird einem hier sehr hohe Qualität geboten, auch wenn etwas viel gejammert, gewinselt und gestöhnt wird, doch das liegt bestimmt an der deutschen Synchronisation, um dem Film noch mehr Ausdruck zu geben.

Leider gibt es diesen Abenteuerstreifen bislang in Deutschland nur auf VHS, und eine TV Ausstrahlung ist mir leider noch nicht zu Ohren und Augen gekommen. Ein Geheimtipp wie er im Buche steht! Die VHS ist vom Label „Greenwood“ erschienen und ist komplett ungeschnitten. Wer diesen seltenen Film im TV erblickt, merken, aufnehmen und Film geniessen. Er hebt sich deutlich von anderen Flugzeugkatastrophen ab und bietet mehr Realismus als andere Filme zusammen gezählt.