Ein mörderischer Sommer (1983)

Nach einem traumatischen Ereignis, bei dem einige Männer in das verlassene Haus ihrer Eltern eingedrungen waren und Elianes Mutter brutal misshandelt hatten, hat sie sich nun vorgenommen sich zu rächen. Und zwar eiskalt und ohne Rücksicht auf Verluste: Sie setzt ihre Reize ein, um die Männer in ihren Bann zu ziehen.


Ein nahezu perfekter Erotik-Thriller ist 1983 dem Regisseur Jean Becker mit EIN MÖRDERISCHER SOMMER gelungen. In einer komplexen Handlung wird dem Zuschauer sehr viel Aufmerksamkeit abverlangt. Doch durch geschickte Verstrickungen und Anspielungen wird die Aufmerksamkeit des Zuschauers sichtlich belohnt. Nicht nur durch die Hauptdarstellerin Isabelle Adjani die förmlich den Film und die vorantreibende Story trägt. Der Film basiert auf den Roman „Blutiger Sommer“ von Sébastien Japrisot (alias Jean-Baptiste Rossi).

Man bekommt schon zu Anfang das Gefühl das es sich um einen liebevollen und durchaus charmanten Beitrag eines Sommerfilms handelt, doch durch Voranschreiten der Geschichte wandelt sich das Blatt Stück für Stück zu einem dramatischen und fesselnden Thriller. Ein Beitrag aus der französischen Provinz mit liebevoll inszenierten Charakteren. Zu Beginn des Films bekommt man Informationen und Erläuterungen von Pin Pon im Off präsentiert. Sie dienen vor allem dazu die Gefühle des Charakters noch zu intensivieren. Durch das Geschick des Regisseurs tauchen später noch OFF Kommentare von Elaine auf, hinzu kommen immer mehr Charaktere die durch diese Erzählweise den Film verstärken und die Story zügig vorantreiben. In erster Linie geht es um Elaine, Ihre Gefühle, Ihre Erlebnisse und Ihr bestreben. Ihre Zielsetzung ist es Männer in den Bann zu ziehen um später an ihnen Rache für eine Greultat auszuüben. Eine Femme Fatale mit ernsten Hintergedanken.

Für die Rolle von Elaine wurde die Schauspielerin Isabelle Adjani gecastet. Ihr Lolita-haftes Auftreten und Äußeres ist wie geschaffen für diese Rolle. In vielen Lichtüberfluteten Einstellungen räkelt sie ihren fast makellosen Körper in der französischen Mittagssonne. Mit langen, lackierten Fingernägeln, einem süßen Männer-dahin-schmelzenden Gesichtsausdruck und oft knappen, sexy Outfits verdreht sie nicht nur den Männern im Film gehörig den Kopf. Auch sind einige Einstellungen in voller Pracht zu erblicken und kompensieren ihre optischen Reize. Adjani verkörpert gut einen vielschichtigen Charakter. Zuerst wirkt Elaine als naives, wirres Mädchen was sich zunehmend zu einem berechnenden Männer-Vamp wandelt. Sie hat nur ein Ziel vor Augen und verliert dadurch die Möglichkeiten von Ernsthaften Absichten ihres Umfeldes.

EIN MÖRDERISCHER SOMMER ist komplex und zugleich fesselnd. Spannungsverluste gibt es kaum zu nennen, sie werden vor allem geschickt durch die Freizügigkeit von Elaine und einem Techtel-Mechtel mit einer Lehrerin gekonnt ausgeglichen. Trotz einer langen Laufzeit von knapp 2 Stunden kann der Film begeistern. Nicht nur Thriller-Fans kommen hier auf ihre Kosten. In einem erotischen Gewand verpackt spielt der Film zahlreiche Trümpfe aus.