Einer gegen das Imperium (1983)

Yor ist ein Held, wie er im Buche steht: In seiner üppigen Freizeit kraucht er durch die steinzeitliche Botanik und verkloppt übellaunige Dinosaurier. Aber ihn plagt eine schwere Identitätskrise, denn Yor weiß nichts über seine Herkunft. So macht er sich mit seiner Freundin Ka-Laa und deren Vater Pag auf, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Gruppe geht auf ihrer Reise nicht nur auf Konfrontationskurs mit der örtlichen Fauna, sondern schließlich auch mit vermeintlichen Außerirdischen…

 

What the Fuck!? Das war so ziemlich meine Reaktion als ich das erste mal diesen Italo-Trash aus dem Jahr 1983 bewunderte. Das ist aber auch schon etwas länger her. Gestern fiel mir dann für nen’ schlappen 5er die DVD von “E-M-S” in die Hände und ich sah ihn noch am selben Abend. Was soll ich sagen? Bizarrer 80er-Genre-Mix aller erster Güte.
Antonio Margherithi, der ja bekanntlich in jedem Genre unterwegs war, trat hier wieder unter seinem gängigen Pseudonym Anthony M. Dawson auf und serviert dem Genre-Publikum einen im Fahrwasser von “Conan, der Barbar” produzierten “Steinzeit-Klopper”, der zum Ende in einen an “Star Wars” angelegten Schi-Fi-Trash mündet, der den Zuschauer mit offenen Mund vor vollendete Tatsachen stellt. Ob man sich darüber amüsieren kann oder lieber abschaltet um erstmal einen Schnaps auf den Schock zu trinken, ist jedem selbst überlassen!
Eine Handlung ist nicht unbedingt vorhanden und wir begleiten den “charismatischen” Reb Brown als “Yor” durch die Steinzeitkulisse. Zusammen mit seinen Gefährten erlebt er gewisse Abenteuer auf seiner Odysee. Das war es so ziemlich. Dafür gibt es quasi Non-Stop-Action. Viele Kämpfe werden geboten, weswegen in 85 Minuten eigentlich keine Langeweile aufkommt. Die Kulissen sind natürlich total billig, die Effekte schlecht und die Logiklöcher ziemlich groß. Die Monster sehen teilweise arg nach Pappmacheé aus und von den DIalogen will man gar nicht erst anfangen, denn dort wird in der deutschen Synchronisation noch eine Schippe draufgelegt und uns fliegen die Albernheiten nur so um die Ohren. Als reines, billiges “Conan” Rip-Off wäre der Film allein schon relativ unterhaltsam aber wenn man nach 2/3 Film dann auf Darth Vader-ähnliche Roboter trifft und John Steiner als Schmalspur-Imperator auftritt, inklusive Blechstimme, und Yor durch seine Kommandozentrale führt ist das dermaßen abgefahren das man es gar nicht glauben kann. Obendrauf gibt es noch eine durchgeknallte Wendung in der die Zeit, in der der Film spielt noch verortet wird. Zum Schluss ballert Höhlenmensch Reb Brown noch mit Laserkanone um sich, um dann mit den Rebellen, die anscheinend im Keller wohnen, das “Imperium” zu stürzen. Natürlich sind die Darsteller scheiße. Reb Brown sieht auch total scheiße aus, eigentlich sieht in dem Film alles scheiße aus aber das ist egal. Der Fun-Faktor für feuchtfröhliche Bierabende schnellt in galaktische Höhen und das ist die Hauptsache. Margherithi selbst bezeichnete ihn auch später als Partyfilm, der Spaß macht, Recht hat er!

“Einer gegen das Imperium” ist eine absolute Trashperle aus den Tiefen der italienischen Filmindustrie. Der abgefahrene Genre-Mix geizt nicht an Abstrusitäten und dürfte jedem Fan, dieser Gattung absoluten Spaß bringen. Trash at it’s best!