Endstation Hölle (1972)

Ein scheinbar normaler Linienflug von Alaska nach Moskau. Aber plötzlich ist die Hölle los. An Bord des Jets ist ein Luftpirat mit einer Bombe. Das Leben von allen hängt am seidenen Faden. Die Passagiere sind in Panik. Eiskalt versucht der Pilot Capt. Henry ‘Hank’ O’Hara, Passagiere und Flugzeug vor dem Wahnsinnigen zu retten. Wird es ihm gelingen?

 

Im Zuge der AIRPORT Filmreihe waren Katastrophenfilme bei den Kinobesuchern sehr beliebt und gefragt als je zuvor. Das ein Erfolg an der Kinokasse so einige Ableger, Nachahmer, Mitschwimmer hervorbringt war schon immer so, und wird auch so bleiben.

Im Jahr 1972 drehte Regisseur John Guillermin einen spannenden und unterhaltsamen Ableger vom großen Vorbild AIRPORT mit dem Titel ENDTSTATION HÖLLE. Im Original lautet der Filmtitel schlichtweg SKYJACKED. Guillermin ist kein Unbekannter und erfolgloser Mann hinter der Kamera. Auf sein filmerisches Konto gehen Klassiker wie FLAMMERNDES INFERNO von 1974, SHAFT IN AFRIKA von 1973 und DIE BRÜCKE VON REMAGEN aus dem Jahr 1969 um nur drei seiner vielen Filme beim Titel zu nennen.

Über den Wolken

Auch wenn das Drehbuch zum Film nicht sonderlich viel hergibt, so wird er durchaus vom Hauptdarsteller Charlton Heston getragen. Heston war ein Aushängeschild für Filme die die Massen in die Kinos lockt, sei es BEN HUR, DIE ZEHN GEBOTE oder PLANET DER AFFEN. Seine charismatische Ausstrahlung war legendär und viele Frauen schwörten auf ihn und begehrten ihn. 

Ein geistig verwirrter Soldat der kurz vor seiner Unehrenhaften Entlassung steht, steckt voller wirren Visionen und Wünschen und nutzt ein gekapertes Flugzeug dazu sie in die Tat umzusetzen. Er feiert sich selber als Kriegsheld und möchte mit den Russen ein Bündnis schließen. Zu Zeiten des kalten Krieges und der damit verbundenen Angst ein waghalsiges Unterfangen.

Zur Hauptgeschichte gesellt sich noch eine Liebesbeziehung zwischen dem Piloten O´Hara (Heston) und Chef-Stewardess Angela Thacher (Yvette Mimieux). Doch diese Nebengeschichte wird nur leicht angekratzt und findet kaum eine wichtige Bedeutung im Film. Zudem erhält der Zuschauer keinerlei Informationen über deren Liebesbeziehung vor der Entführung und wieso sie sich getrennt haben. ENDSTATION HÖLLE konzentriert sich vollkommen auf die Entführung. 

Logische Fehler haben sich leider auch in den Film eingeschlichen. Schon sehr verwunderlich das ein geborenes Baby an Bord, aussieht wie frisch gewaschen oder das der Entführer nicht sofort mit seinem Waffenarsenal das Flugzeug an sich reißt, sondern sich erstmal mit einem weiteren Fluggast betrinkt und mit einem Lippenstift eine Botschaft auf einen Spiegel auf der Toilette hinterlässt.  Abgesehen von den kleinen Problemen bietet der Film unterhaltsamen Spaß abseits der Blockbuster im Katastrophen-Genre. Abgerundet wird die Story noch durch zahlreiche Eindrücke in den Arbeiten der Bordbesatzung und allen anderen Beteiligten eines Flughafens.  

ENDTSTAION HÖLLE ist ein durchschnittlicher Beitrag im filmischen Sinne. Leider ist er hierzulande noch nicht mal auf VHS erschienen. Mir lag eine Aufzeichnung vom Pay TV Sender Premiere zur Sichtung vor.