Ermordet am 16. Juli (1994)

Es ist der 4. Juli in Houston, es regnet stark, so dass die Kanalisation überschwemmt wird und dadurch etwas nach oben gespült wird: Ein Beutel mit 7 Kinderhänden, auf jeder Hand ist eine Zahl zwischen 3 und 15. Captain Swaggert von der hiesigen Polizei vermutet gleich einen Serienmörder hinter der Sache und ruft eine Spezialeinheit ins Leben. Zur Unterstützung wird ihm vom FBI die auf Täterprofile spezialisierte Kriminalpsychologin Audrey Mcleah zugeteilt. Swaggert und den restlichen durchweg männlichen Mitgliedern der Spezialeinheit kommt diese Unterstützung nicht unbedingt gerade recht. Sie empfinden die Frau eher als störend.


Andere werden am 04. Juli geboren und andere Ermordet am 16. Juli. Das dachten sich wohl auch die Produzenten vom gleichnamigen Film und inszenierten 1994 einen Mix aus SIEBEN, DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER und vielen anderen Mystery-Thrillern.

Mit vielen Szenen die im dunklen spielen, mystischen Klängen und einer Story die ebenfalls von einem Serienmörder handelt begibt sich der Zuschauer hinab in die Welt von einem Kinderschänder. Somit ist die Thematik des Films noch heute aktuell und hat nichts von seiner Glaubwürdigkeit verloren.

Recht schnell bemerkt der Zuschauer das nicht nur einige Elemente von Bekannten Vorbildern benutzt wurden, sondern gleich ganze Szenenfolgen fast 1:1 kopiert wurden. Da mache ich dem Regisseur Michael Cohn keinen Vorwurf. Denn ein Regisseur kann oft nur das umsetzen was man ihm vorgibt.  Cohn seine Karriere begann auch erst in den 90er und endete auch in diesem Jahrzehnt. Auf insgesamt nur drei Werke schaffte es der Regisseur. Zu seinen weiteren Werken zählen Filme wie F-117 (1993) und Gebrüder Grimms Schneewittchen (1997).

Schon die Anfangssequenz im Regen ähnelt sehr dem Set von SIEBEN. Doch leider wird diese düstere Atmosphäre recht schnell wieder außer Acht gelassen. Der Fund der abgetrennten Hände ist nur ein kleiner Hinweis auf das was noch im späteren Verlauf der Story stattfinden wird.

Der Zuschauer begleitet die Kriminalpsychologin Audrey McLeah bei ihren Ermittlungen im fast aussichtslosen Fall von verschwundenen Kindern. Gespielt wird Audrey von der Schauspielerin Ally Walker, die auch nochmal in der TV Serie PROFILER in die Rolle einer Kriminalpsychologin schlüpfen durfte. Auch war sie in UNIVERSAL SOLDIER (1992) als Veronica Roberts zu sehen. In ERMORDET AM 16. JULI mimt sie authentisch den Charakter der Psychologin, auch wenn sie sehr viel Ähnlichkeit mit Jodie Foster aus DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER beinhaltet. Allein schon der Kleidungsstil ist sehr ähnlich.

In weiteren Rollen sind noch Martin Sheen und Ron Perlman zu sehen. Wobei beide eher im Hintergrund agieren und nur wenig Screentime besitzen. Ron Perlman mimt hier den wahnsinnigen Killer der es auf kleine Kinder abgesehen hat. Im schicken weißen Anzug und geleckter Frisur wirkt er sehr unscheinbar und verhilft damit seiner Rolle zu mehr Dramatik und Unheimlichkeit.

In ERMORDET AM 16. JULI wurde noch etwas Mystery in die Story verpackt. Ein kleiner Junge der seit 10 Jahren in einer Art Anstalt untergekommen ist, wird von Audrey zunehmend vorsichtig verhört. Denn dieses Kind besitzt so eine Art Telekinese und hat was mit dem wahnsinnigen Killer eine Art Verbindung. Ohne auch nur kleine Details von den Morden zu kennen, kann er Audrey auf die Spur des Mörders bringen. Gespielt wird der Junge von einem Mädchen, namens Tara Subkoff. Mit kurzen Haaren und typischen männlichen Bewegungsmustern kann Tara in ihrer Rolle sehr überzeugen.

Der Film ist kein Meilenstein im Thriller – Genre, kann jedoch den Zuschauer knappe 90 Minuten in die Abgründe eines Killers entführen. Zwar mit ein paar Logiklöchern im Plot aber mit durchaus spannenden Ermittlungsarbeiten und Erkenntnissen. Untermalt werden vor allem die Ermittlungsszenen mit düsteren Klängen, was den gezeigten Vorgängen noch mehr Ausdruck verleiht.

ERMORDET AM 16. JULI ist in Deutschland auf VHS und DVD erschienen. Wobei die DVD schon lange OOP ist und bei Sammlern heiß begehrt ist. Vielleicht erbarmt sich mal ein Label und spendiert dem Film eine Neuauflage. Nur weil der Film auf erhöhten TV Niveau inszeniert wurde, heißt es ja nicht das er für Fans und Interessierte von Beachtung wäre.