Event Horizon – Am Rande des Universums (1997)

Sieben Jahre nach dem das Forschungsraumschiff Event Horizon spurlos verschwand erhält die Crew um Captain Miller den Auftrag einem Signal nachzugehen, dass aus der Atmosphäre des Neptuns eben von diesem als verschollen geltenden Raumschiff stammen soll. Zusammen mit dem Konstrukteur der Event Horizon, Doktor Weir. machen sie sich auf den Weg und tatsächlich entdecken sie in der dichten Wolkendecke des Neptuns das gigantische Raumschiff, dass als erstes mittels einer von Weir selbst entwickelten Wurmlochtechnik weiter ins Universum vor stieß als je ein Mensch zu vor. Als sie an Bord der Event Horizon jedoch Leichen finden und ein grausiges Logbuch abspielen und zudem noch entsetzliche Visionen die Mannschaft von Miller terrorisieren,  wird die Frage immer lauter, von Wo die Event Horizon wiedergekehrt ist und was mit ihr an Bord gekommen ist, denn das Raumschiff scheint wie ein Organismus auf Miller und seine Leute  zu reagieren und ihre schlimmsten Ängste in Visionen zu visualisieren… aber das ist nur der Anfang eines Horrortrips …

Diese äußerst spannende und gruselige Mischung aus Science Fiction- und Horrorfilm wurde von dem bis Datum wohl eher unbekannten britischen Regisseur Paul W.S. Anderson in Szene gesetzt, der vielleicht einigen Filmfreaks auf Grund seiner Regiearbeit zu der Videogame-Verfilmung Mortal Kombat ein Begriff ist. Richtig bekannt wurde Anderson allerdings erst 2002 mit dem Start der umstrittenen Videospiel-Verfilmung von Resident Evil, die viele als gelungenen Action-Horrorfilm bezeichnen (ich gehöre dazu), während die Fans des gleichnamigen Games eher enttäuscht über den Film sind. Fakt ist nun aber einmal, dass Paul W.S. Anderson durch die Resident Evil-Filme mit Milla Jovovich als Zombie killende Überfrau weltweit bekannt wurde – egal was man persönlich von seiner Resident Evil-Interpretation halten mag.

Zurück zu Event Horizon – Am Rande des Universums. Zugegeben ich war sehr skeptisch am Anfang diesem Film gegenüber, hörte sich die Story doch eher nach einem 08/15-Film an, das sie mir damals einfach nicht sonderlich originell und ungewöhnlich erschien. Aber da Sam Neil mitwirkte, der unter anderem auch mir sehr gut aus John Carpenters Die Mächte des Wahnsinns in Erinnerung geblieben war beziehungsweise ist, lieh ich ihn mir kurzer Hand aus der Videothek aus (oh ja, damals ging man noch in die Videothek – das vermisse ich^^) und wurde was meine eher niedrig gehaltenen Erwartungen anging, angenehm und positiv überrascht. Event Horizon – Am Rande des Universums entpuppte sich als spannender und interessanter Science Fiction-Horrorfilm, mit einer meiner Ansicht nach guten und fesselnd erzählten Geschichte, der beim ersten Mal des Anschauens auch nicht vorhersehbar war. 

Klar, man weiß natürlich, irgendetwas wird geschehen, aber nicht genau was alles – wenn man sich zuvor nicht allzu viel über Event Horizon – Am Rande des Universums informiert hatte. Schon alleine dieses Schiff hat etwas unheimliches, wirkt an sich gruselig und die Atmosphäre ist sehr unheilvoll. Gut und verständlich wurde auch die Theorie über das Wurmloch erklärt, wie es in der Theorie eben funktionieren könnte und es wirkte auch recht realistisch, dass man im Film nicht wusste, wohin so ein künstlich erzeugtes schwarzes Loch oder eher weißes Loch führen würde. Ob nur in einen anderen Teil des Universums oder in eine andere Dimension oder gar in ein anders Universum.. was sich für den Laien vielleicht nach absoluten Quatsch anhört, wird aber von heutigen Phsyikern und Befürworter der Multiversum- sowie der 11 Dimensionen-Theorie durchaus nicht mehr als Unfug oder Humbug angesehen.

Auf Grund diese heute noch von kaum einem Wissenschaftler abgelehnten Theorien wirkt Event Horizon sogar noch unheimlicher, denn es stellt sich die Frage, was ist, wenn es wirklich einen Ort des Grauens gibt? Wenn alles möglich ist, wie Physiker und Forscher glauben, dann auch so etwas wie die Hölle, vielleicht nicht wie sie sich einst das Christentum ausmalte; mit einem gehörnten Oberbelzebub mit Pferdefuß, aber durchaus einem Ort wo die physikalischen Gesetze nicht anwendbar sind und somit aus Menschensicht Chaos regiert.

Aber genug von meinen Möchtegern-Astronomie-Wissen^^  Egal wie man der heutigen Wissenschaft und deren Theorien gegenüber steht,  Event Horizon – Am Rande des Universums hat den Charme eines guten alten Gruselklassikers, nur eben dass der von dem Spukhaus an Bord eines Raumschiffs verlegt wurde. Die Schauspieler fand ich eigentlich alle recht glaubwürdig, wenn man das überhaupt bei einem solchen Film sagen kann… sie haben alle ihre Geschichte und wurden nicht zu klischeehaft dargestellt, was schon alleine mal ein Pluspunkt ist und Sam Neil wie Laurence Fishburne stehen nicht auf Grund ihres Bekanntheitsgrad zu sehr im Vordergrund, sondern man (also mir erging er zumindest so) konnte sich schnell in die dargestellten Charaktere hineinversetzen, so dass man schnell vergisst, dass alles nur ein Film ist, in dem die  mehr oder weniger bekannten Gesichter aus Film und Fernsehen ihre Rollen spielen.  

Die Filmmusik, die von dem 2003 gestorbenen Engländer Michael kamen stammte, dessen Musik viele wohl aus Lethal Weapon – 2 stahlharte Profis oder Stirb langsam kennen, fand ich aber zugegeben nicht immer passend. In spannenden Momenten war sie gut, wirkte eindringlich und steigerte die Spannung, aber oft hatte sie meiner Ansicht nach etwas zu … reißerisches,  sie wirkt wie aus einem schlechten Computerspiel… ich kann das gar nicht genau in Worte fassen, außer in dem ich sage, dass sie meiner Meinung nach oft nicht wirklich passte, oft deplatziert wirkte… aber eher von dem schnellen hektischen Sound her… wie gesagt, es fällt mir schwer das genau zu erklären.

Natürlich wurde in Event Horizon – Am Rande des Universums mit so einigen Computeranimationen gearbeitet, allerdings fand ich diese recht gelungen und wirkten auch nicht unbedingt zu künstlich, wie es oft in späteren Filmen bemängel. Hier wurden sie jedenfalls meiner Ansicht nach nicht nur als Mittel zum Zweck angewendet und fügten sich unauffällig zu den handgemachten Effekten ein, von denen es aber der Film Event Horizon – Am Rande des Universums zum Glück nicht alleine leben muss, da er ja noch die gruslige Geschichte und gute Umsetzung dieser inne hat.

Natürlich ist das alles auch eine persönliche Ansichtssache, mir geht es ja nie in den Reviews darum, andere überzeugen zu wollen, ich finde das jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat. ich kenne viele, die sagen, dass dieser Film, Event Horizon . Am Rande des Universums nicht anderes als Blödsinn ist, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich ihn richtig gut fand und ihn mir zuerst auf VHS und danach auf DVD von Paramount angeschafft habe. Auf BluRay ist er übrigens ja auch schon erhältlich. Und nur ich war der persönlichen Meinung, dass der Film recht gut gelungen ist, da Paul W.S. Anderson für diesen Film  in Brüssel beim Internationalen Festival des Fantasy-Films den  Pegasus Audience Award gewann. Aber letzten Endes liegt es doch bei jedem selbst, ob er einen Film mag oder nicht.

Meine Wertung: 9/10 Punkten

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