Explorers – Ein phantastisches Abenteuer (1985)

Inhalt:

Ben (Ethan Hawke) liebt das All, die Raumfahrt und generell ist er dem Extraterrestrischen nicht abgeneigt. Eines Nachts träumt er von einem Bauplan für einen Computer. Zusammen mit seinen Freund Wolfgang (River Phoenix), ein kleines Genie, beginnen die beiden es zu bauen. Es scheint, als ob alles funktioniert. Sie holen noch ihren Kumpel Darren (Jason Presson) hinzu, mit denen sie nun eine Art überdimensionale Glocke bauen. Mit dieser Glocke wollen sie nun in das All starten. Eine fremde Intelligenz (die auch Bens Traum verursacht hat) will sie leiten. Also machen sich die drei auf den Weg ins All. Genauergesagt zu einen Raumschiff. Dort werden sie von zwei Außerirdischen empfangen. Doch wer sind sie? Und was wollen Sie? Gibt es vielleicht noch mehr?

 

Fantastische Reise in die Kindheit

Die 80er Jahre. Filmjahrzehnt zwischen Einfachheit und Komplexität. Zwischen Ästhetik und Simplizismus. Zwischen Pop und Kunst. Aber auch ein Jahrzehnt der massentauglichen Filme. Egal welches Genre. Ein Jahrzehnt in der der Blockbuster anfing erwachsen zu werden. Und ein Jahrzehnt indem, wenn man in ihm aufgewachsen ist, schöne filmische Kindheitserinnerungen entstanden sind. Manche fallen bei heutiger, nochmaliger Sichtung gnadenlos durch (wie bei mir z.B. „Die unendliche Geschichte“). Manche bestätigen aber das positive Bild einer immer bleibenden schönen Erinnerung. Und manche schaffen es sogar noch besser zu sein wenn man es aus anderer Perspektive sieht.

So erging es mir mit diesem, weit unterschätzten Film vom Satiriker Joe Dante. Zunächst erscheint der Film wie eine bunte Version spielbergscher Träume aus den 80ern: nette, schlaue Kinder, liebenswerte Aliens oder die kitschige Vorstadtidylle. All dies sind durchaus Aspekte die Spielberg gerne nahm (sei es als Regisseur oder Produzent). Aber Joe Dante wäre nicht Joe Dante würde er diese Elemente filmische Traumwelten nicht nehmen und sie geschickt sezieren um sie einer unterschwelligen Satire zu unterziehen. So sind die Aliens hier Sinnbilder der konsumgeilen (Fernseh-) Welt und Dante macht sich geschickt über sie lustig. Ein dicker, dummdreister Alien der nur in Fernsehsprache spricht und generell, alle Aliens die die Welt nur aus dem Fernsehen kennen, sind wunderbare Abbilder menschlicher Dummheit und Einfachheit. Dante schafft es, dem Zuschauer einen Spiegel vorzuhalten ohne ein Spiegel zu sein.

Dieser satirische Ansatz geht im ganzen Film nie verloren. Dante erzählt neben diesen Ansatz auch noch eine herrliche Jugendgeschichte die einfach Spaß macht, eben weil sie sich nicht ernst nimmt. Das ist ein großer Pluspunkt. Dantes Filme sind nie ernst zu nehmen. Er inszeniert sie immer mit einem leichten Augenzwinkern. Und das tut den Filmen gut.

Ein großer Spaß ist dieser Film,der ganz nebenbei, auch das Filmdebüt zweier Schauspieler ist, die sich im Laufe der Jahre etabliert haben (auch wenn der eine tragischerweise nicht mehr lebt): River Phoenix und Ethan Hawke. Auch wenn Hawke heutzutage viel konfuses Zeug dreht, so ist er dennoch ein guter Schauspieler. Und River Phoenix war in den Filmen die er machte überzeugend. Den Phoenixes muss das im Blut liegen, wenn man auch seinen Bruder Joaquin sieht.
Ein großer, zeitloser, satirischer Spaß für Jedermann.