Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)

In den 90er Jahren waren unscheinbare Psychopathen in Hollywood sehr beliebt. Ein Mensch der nett, hilfsbereit und zuvorkommend ist, zeigt erst viel später sein wahres Gesicht und der Terror nimmt seinen Lauf. Diese Story ist allseitsbekannt, viele Klassiker bedienten sich an dieser Thematik und setzen es filmisch um, allen voran „Kap der Angst“ mit Robert De Niro in der Hauptrolle. Doch 1996 wurde diese Geschichte in eine andere Stadt, eine andere Familie und mit anderen Schauspielern nochmal neu erzählt.

Fear – Wenn Liebe Angst macht“ ist ein Psycho-Streifen erster Klasse, der noch mit einer hoch besetzen Castingliste punkten an. In der Rolle des Psychopathen David agiert sehr überzeugend Mark Wahlberg, das ehemalige Unterwäschemodel stand noch sehr am Anfang seiner Karriere. Doch in „Fear“ beweist er seine Vielfältigkeit, sein Talent auch mal ruhigere, unscheinbare Charaktere zu spielen und ihnen Leben einzuhauchen. In weiteren Rollen tauchen Namen wie Reese Witherspoon, William Petersen, Alyssa Milano auf – alles bekannte Namen im Film und Serien Geschäft. Witherspoon bekannteste Rollen dürften zweifellos aus den Filmen „Eiskalte Engel“ von 1999 und „Freeway“ von 1996 sein. In „Fear“ mimt sie das junge Mädchen Nicole die sich in David verliebt und ihn nach einem Zwischenfall nicht mehr los wird. Willkommen in der Stalker Welt! Den Schauspieler William Petersen kennen die meisten wohl als Chef der CSI Abteilung Las Vegas, aber auch er kann auf diverse Filmrollen zurückblicken und war vor allem für TV Produktionen eine beliebte Wahl der Produzenten. Dann haben wir noch die junge Alyssa Milano, wer in den 80er Jahren viel TV geschaut hat, wird den Namen aus „Wer ist hier der Boss?“ mit Tony Danza wieder erkennen, aber auch sie ist mittlerweile im Filmgeschäft eine beliebte Wahl.

Wer sich für solche Psycho-Streifen entscheidet, sollte sich oft bewusst sein, das man einen Einheitsbrei mit nur wenig Neuerungen und Wendungen serviert bekommt. Vieles ist bereits in vorangegangenen Produktionen schon verwendet worden, lediglich die Verpackung und Inszenierung wird erneuert. In „Fear“ bleiben allerdings viele Fragen dem Zuschauer unbeantwortet, allen voran die Beweggründe von David bleiben im Verborgenen. Auch die Charakterdarstellung beläuft sich im ganzen Film eher auf die Oberfläche und verleitet den Personen im Film zu keinerlei Tiefe.

In der letzten Halben Stunde dreht „Fear“ ordentlich an der Spannungsschraube, zuvor bekommt der Zuschauer hin und wieder ein paar Ausraster, Aussetzer von David auf dem Silbertablett serviert. Ein paar mehr von diesen Aussetzern, Ausraster im Film hötten sicherlich der simplen, plumpen Story gut getan, dies hätte ihm etwas mehr Dramatik und Ernsthaftigkeit beschert. Doch das Finale entschädigt den Zuschauer auf das Warten und präsentiert ein sauberes Finale des Psychos. Jedoch sollte man die Logik ausschalten, die temporeiche Inszenierung des Finales weist einige Fehler auf, doch dafür wird der Unterhaltungswert auf eine hohe Ebene gehieft.

Schauspielerisch betrachtet bewegen sich alle Rollen auf einem Level, keiner sticht besonders hervor, oder driftet in ein Fiasko ab. Dies liegt sicherlich auch an dem unfertig wirkenden Drehbuch, statt mehr auf gewisse, wichtige Dinge einzugehen, wurde hier wiedermals mehr auf Unterhaltungswert geachtet, in diesem Genre eine gesunde Mischung zu finden, ist sicherlich schwer, aber durchaus realisierbar, dies bewiesen schon andere Werke mit solch einer Story. Somit bleibt „Fear“ nur ein Film von vielen und kann sich nur schwer aus der Masse hervorheben, aber für einen unterhaltsamen Abend ist dieser Streifen sicherlich eine Sichtung wert.