Fearless – Jenseits der Angst (1993)

Inhalt:

Der Architekt Max Klein (Jeff Bridges) überlebt einen Flugzeugabsturz. Seitdem hält er sich für unverletzbar. Er macht Bekanntschaft mit Carla Rodrigo (Rosie Perez), die ihr Kind bei dem Absturz verlor. Und er versucht sie wieder zurück ins Leben zu holen. Nur zu welchen Preis?

Filmisches Feedback

Existenzieller Erlösungsfilm

So kann man dieses Werk von Peter Weir bezeichnen. Basierend auf seinen eigenen Roman schrieb Rafael Yglesias ein Drehbuch welches zwei wesentliche Merkmale hat. Zum einen dient es um ein Psychogramm eines Menschen aufzuzeigen, der sich nach einer persönlichen Katastrophe nicht nur für unverwundbar hält, nein er dient den Menschen als eine Art „mentaler Erlöser“. Er hilft den Menschen unverkennbar, dass sie aus ihrem geistigen, tief-depressiven Loch wieder zu sich selbst finden und das Leben genießen und zu schätzen wissen. Solch ein „Wunder“, dass man über eine tiefe Verletzung wieder ins Leben findet erhält er selbst. Hier hat der Film seine stärkste Wirkung. Die letzten Szenen sind fantastisch gedreht und haben eine tiefe emotionale Wirkung. Mehr soll nicht verraten sein.

Und hier wird der Film, der sehr langsam erzählt ist, ohne auf die eigentliche Katastrophe permanent draufzuhalten (nur in einigen ausgewählten Szenen passiert dies. Dafür aber mit einer immensen Wucht der Inszenierung), auf einmal zu einer Art klerikalem Erlösungsfilm. Hier bedient er sich auf einmal einem christlichen Werteverständnis indem er die Figur des Max Klein fast als eine Art Jesus fungieren lässt. Das kann man nicht abstreiten. Unverkennbar sind solche Assoziationen vorhanden. Und das ist auch der Minuspunkt, denn somit erhält der Film eine Tragweite, die er bei Leibe nicht verdient. Es ist fast ein modernes Jesusmärchen. Obgleich zusagen sei, dass das Grundverständnis der Zelebrierung des Lebens eigentlich Glaubensübergreifend sein sollte. Aber ich wurde das Gefühl nicht los, hier wurde eine Wenigkeit zu sehr übertrieben.

Das andere Merkmal ist, das Yglesias hier nicht nur ein Psychogramm eines Geretteten aufwirft, sondern auch ein Hohelied auf das Leben nach einer tiefen Depression beschreibt. Und wie sich Menschen in ihrem eigenen seelischen Korsett befreien um wieder das Leben einatmen zu können. Hier symbolisiert durch die von Rosie Perez (zu Recht oscarnominiert) gespielte Carla Rodrigo. Jeff Bridges Leistung lässt einen zum Teil regelrecht kalt. Obwohl er sehr gut agiert, ist seine Darbietung irgendwie seltsam abwesend. Erstaunt hat mich John DeLancie („Q“) in einer untypischen Rolle.

Nun denn, eine Zelebrierung des Lebens ist es. Wenn auch auf sehr subtile Art und Weise und einer etwas zu großen Verweisung auf die Jesussymbolik.