Fire in the Sky (1993)

Inhalt:

Am 05.11.1975 irgendwo in den White Mountains in Arizona. Ein Kleinlastwagen hält an einer Kneipe in der Stadt Snowflake. Es steigen die Freunde und Arbeiter Mike Rogers (Robert Patrick), Allan Dallis (Craig Sheffer), Greg Hayes (Herny Thomas), Bobby Cogdill (Bradley Gregg)  und David Whitlock (Peter Berg) heraus. Die setzen sich an einen Tisch. Hier waren sie auf den Sheriff (Noble Willingham) und den Leutnant Waters (James Garner). Als diese eintreffen erzählen sie eine unglaubliche Geschichte.

Als die Forstarbeiter im Wald sind, sah die Gruppe, zu dem auch Travis Walton (D.B.Sweeney) gehörte, im Wald merkwürdige Lichter. Unmut und Angst macht sich in der Truppe breit. Einzig Walton traut sich näher ran zugehen. Wie in Trance folgt er einen Strahl. Da blitzt ein gleißendes Licht auf und die Truppe fährt ohne Walton fort. Alle sind sich einig, dass sie eine Begegnung mit einem Ufo hatten. Aber keiner glaubt ihnen. Waters verhört jeden und stellt eine große Anspannung zwischen Dallis und Walton fest. Walton ist nach wie vor vermisst und die Männer werden des Mordes verdächtigt.

Nach einen Lügendetektortest wird festgestellt, dass alle die Wahrheit gesagt haben (ausser Dallis, da ist man sich nicht sicher). Fünf Tage später wird Walton entdeckt. Völlig dehydriert und nackt an einer Tankstelle. Noch im Krankenhaus kommt es zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Walton und Rogers. Auf einer Willkommensparty von Walton bekommt dieser plötzlich „Flashbacks“ indem er sich im Innern  eines Raumschiffs befindet. Außerirdische nehmen an ihn Experimente vor. So befüllen sie z.Bsp. seinen Mund mit einer merkwürdigen Substanz. Leutnant Waters führt ein Gespräch mit Walton.

Hiernach stellt er für sich fest, dass das Ganze ein großer Betrug ist und Walton daraus Profit schlagen möchte. Nur ist es wirklich Betrug oder ist da tatsächlich etwas Extraterrestrisches passiert?

Filmisches Feedback:

„Fire in the Sky“ oder „Feuer am Himmel“ reiht sich ein in „Alien-Entführungsfilme“ wie „Die Besucher“ von 1988 mit Christopher Walken, „Invaders“ aus dem Jahre 1995, „Space Visitors“ von 1994 mit Dirk Benedict. Nur sticht dieser hier tatsächlich ziemlich heraus. Denn obwohl auch dieser Film über einige sehr gut gemachte Spezialeffekte verfügt, so kenzentriert er sich doch hauptsächlich auf die Auswirkungen solch eines Erlebnisses auf alle Mitmenschen. Zudem stellt er die Frage: was ist Lüge und Wahrheit? Kann man differenzieren oder gibt es eine Grauzone?

Der Film basiert auf den Buch „The Walton Experience“  des echten Travis Walton. Filme die „basierend auf“ im Vorspann haben, sind grundsätzlich zunächst etwas mit Argwohn zu betrachten. Schließlich ist dies ein Film. Und so werden Inhalte vermittelt, die teilweise dramatisch zugespitzt werden um zu unterhalten.  Noch heute gibt es Gläubige und Zweifler an dieser Entführungsgeschichte ( wie so häufig). Man kann eben nie die Wahrheit rausfinden. Aber genau darum geht es hier in diesen Film: um die Möglichkeit verschiedener Wahrheiten. Und jeder muss nun für sich entscheiden. Ein Motiv welches Umberto Eco auch schon benutzte: wie kann man Wahrheit erkennen und was stimmt und was nicht? Gibt es die eine Wahrheit oder sind das alles nur Illusionen?

Scheint ein wenig zu weit hergeholt für solch einen Film? Mitnichten. Denn aufgrund dieser Fokussierung bietet er wohltuend andere SF-Kost. Und daraus bezieht er seine Spannung. Regisseur Lieberman inszenierte das ganze Geschehen sehr mitfühlend und mitreißend. Man fühlt förmlich die schrecklichen Szenen am Operationstisch im Ufo. Die Identifikation mit Walton in diesen Szenen ist fast schmerzend.  Sowie die gesamte Szenerie im Raumschiff. Alles wirkt ungemein beängstigend und klaustrophobisch. Wenn die Aliens mit ihren dünnen knochigen Händen ihn berühren, ihn anstarren aus ihren toten Augen und sie keine Regung zeigen wenn Walton sich die Seele aus den Leib schreit. Extrem gut gemacht. Auch der Rest des Films, der sich ja mit der Suche nach der Wahrheit beschäftigt, ist sehr spannend gemacht. Die Charaktere werden ernst genommen und Lieberman erzählt leise seinen Film. Realismus ist hier im Vordergrund, trotz einer fantastischen Ausgangslage. Aber Lieberman schafft es da zu differenzieren. Wirklich sehr gut.

Neben der Inszenierung ist noch eine weitere Komponente ausschlaggebend um den Film über anderen thematisch-gleichen Filmen zu setzen: die Besetzung. Da sind namhafte Schauspieler am Werk und tun ihr bestes. D.B. Sweeny (oder Daniel Bernhard Sweeny), ein Darsteller der leider nie den großen Durchbruch schaffte, spielt sehr mitleidenswert. Sweeney („Der steinerne Garten“ 1987) wollte übrigens früher Baseballspieler werden. Aber ein Autounfall beendet diese Träume. Robert Patrick als Freund Waltons ist sehr schön anzusehen (diese Rolle war es auch die Chris Carter überzeugte ihn als Nachfolger für David Duchovny in „Akte X“ einzusetzen). Peter Berg, der spätere Regisseur solcher Filme wie „Hancock“ oder „Battleship“ ist wunderbar zurückhaltend. Craig Sheffer („Aus der Mitte entspringt ein Fluss“, „Cabal“) sehr undurchsichtig. James Garner und Noble Willingham sind eh immer eine Sichtung wert.

Zudem hat der Film mit Kameramann Bill Pope einen  wahren Genrespezialisten zur Verfügung. Er bediente vor diesen Film die Kamera bei „Darkman“, „Armee der Finsternis“ oder „Friedhof der Kuscheltiere“. Und nach diesen Film solche Filme wie „Matrix 1 – 3“ oder „Spiderman 2 & 3“. Sehr zu empfehlen ist hier der Soundtrack von Mark Isham, der gerne mit Synthesizern und Trompeten arbeitet. Hörtipp: „Evil Spirits from the Sky“. Ein 12-Minutenhörgenuss.

Alles in allem: Ein sehr spannender Film, der sich abhebt von vielen anderen mit der gleichen Thematik.

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