Fit to Kill – Kurven, Krallen und Kanonen (1993)

Dem 2007 an Krebs verstorbenen Regisseur Andy Sidaris kann man ruhig das Laster eines Russ Meyers anheften. Auch er war ein Fan von sehr weiblichen Rundungen, wo auch gerne der Arzt etwas hineingestopft hat, braun gebrannte Haut und selbstredend kurze, enge Klamotten – bevorzugt Bikini. Zudem kommt noch hinzu das Sidaris fast in jedem Film die gleiche Besetzung nutzte, dies sparte denk ich vor allem immense Castingkosten und schonte die Besetzungscouch. Doch bei der Besetzung blieb es nicht unbedingt, auch die Sets, Klamotten und Abläufe seiner Filme ähneln doch sehr wie ein Ei dem anderen in der 10 Packung beim Supermarkt um die Ecke.

Bei dem Streifen FIT TO KILL – Kurven, Krallen und Kanonen, der 1993 direkt auf VHS in den Handel gebracht wurde, sollte man sich als Zuschauer bewusst sein, das man hier keine Actiongranate ins Haus bekommt. Hier sind die Gegenargumente mehr als einmal offensichtlich im Bilde. Sidaris lässt sehr oft bei seinen weiblichen Darstellern die Hüllen fallen. Und das obwohl er ja eigentlich im prüden Amerika seine Heimat hat. Die Story in FIT TO KILL ist sehr dünn geraten, und simpel gestrickt. Doch wird der Zuschauer nicht nur mit weiblichen Reizen überflutet, er bekommt auch einen deftigen Humor geboten, der so manche Schwächen gekonnt überspielt. Diese Mischung verleiht ihm einen Hauch von Trash, der aber bewusst nicht ins extreme abdriftet und den Zuschauer weiss zu unterhalten.

Ein paar Actionszenen bekommt man dennoch zu Gesicht, zwar sehen sie nicht sonderlich gekonnt in Szene gesetzt aus, aber wissen durchaus zu gefallen, das Auge isst ja bekanntlich mit. Viele der weiblichen Darstellerinnen sind auch in weiteren Werken von Sidaris zu bestaunen. Dona Speir, Roberta Vasquez, Cynthia Brimhall und Julie Strain kann man auch in anderen Produktionen anderer Regisseure bestaunen. Sie drehten von Komödien, Horror bis Action alles. Wer nach Sichtung von FIT TO KILL sich noch nicht satt gesehen hat, sollte zur ANDY SIDARIS SAMMLERBOX auf DVD greifen, sie beinhaltet insgesamt 10 seiner Filme, die er zwischen 1985 und 1998 abdrehte. In Amerika liefen seine Filme im Free TV rauf und runter, hierzulande sind sie eher selten im Abendprogramm zu finden.

Wer eine simple, und sachte Story gewürzt mit optischen Reizen verdauen kann, und einen Hauch von angenehmen Trash verspüren möchte, kann sich FIT TO KILL voll und ganz hingeben.