Fliegende Untertassen greifen an (1956)

Der Raketenforscher Dr. Russel A. Marvin und seine Frau Carol trauen ihren Augen nicht, als eine Fliegende Untertasse sie entführt und eines der seltsam anmutenden Wesen droht, die Erde zu zerstören, sollten die Menschen weiterhin an der Weiterentwicklung von Nuklearwaffen arbeiten. Die Außerirdischen befürchten, dass die Menschheit diese nicht allein gegen sich selbst anwendet sondern auch andere Zivilisationen außerhalb der Erde bedrohen könnten. Allerdings ist das Militär, als die Marvins ihnen von der Begegnung mit der dritten Art berichten, dagegen sich von Aliens sagen zu lassen, was sie auf der Erde zu tun oder zu lassen haben und so kommt es zum Angriff der fliegenden Untertassen….

 Fliegende Untertassen greifen an ist das Paradebeispiel für einen Science Fiction Film aus dem kalten Krieg, der sogleich auch als Propagandafilm einer Pro-Atombomben – und Anti-Kommunismus-Haltung verstanden werden kann, in dem die UFOs und außerirdischen mit der Roten Gefahr (Kommunisten) aus dem Osten verglichen werden können, der natürlich von der heldenhaften freiheitliebenden USA Einhalt geboten werden muss. Aber die meisten Filme dieser Zeit zogen Parallelen zu dem damals aktuellen politischen Geschehen und schürten in gewisser Weise, wenn auch unbewusst, die Ängste der Zuschauer vor der Sowjetunion und dem kommusitsichen Gedankengut.

 Regisseur Fred F. Sears, der vorher einige Kriegsfilme drehte, drehte diesen Klassiker mit der Hilfe von der FX-Legende Ray Harryhausen, der ihn bei den Spezial- und Animationseffekten half und schuf einen Klassiker des Genres der trotz seiner Bemühungen nicht zu propagandistisch zu wirken, aber genau das gerade zu ausschwitzt, was aber damals bei dem Zuschauer durchaus den gewünschten Erfolg erzielte und aus heutiger Sicht kaum noch nachvollziehbar sein könnte. Nichts desto Trotz hat dieser Film eben gerade wegen der etwas ulkig anmutenden Effekte einen großen Unterhaltungswert und ähnlich wie Kampf der Welten kann man Fliegende Untertassen greifen an als einen der Wegbereiter für kommende Invasionsfilme ansehen. 

 Für viele Zuschauer der heutigen Generation ist es vielleicht schwer nachvollziehbar, das man in den damaligen Filmen die Atombombe als Allheilmittel betrachtete, die sich gegen jede Bedrohung der sogenannten Freien Welt ohne Bedenken und vor allem Folgen und Risiken einzusetzen lohnt. Aber wie schon gesagt, dass war damals Mitte der 1950ern, wo man tatsächlich näher an einem Atomkrieg war, als man sich heute vorzustellen vermag und damals wie im Welden Westen galt, wer zu erst schießt, überlebt das Duell. 

 Auffallend in Fliegende Untertassen sind die Aliens, die doch irgendwie meiner Ansicht niedlich ausschauen, gar nicht bedrohlich in ihrer Erscheinung, was aber auch die unterschwellige Botschaft damals hätte sein können, dass man seinem Feind nicht unbedingt ansieht, dass er ein Feind auch ist, was natürlich eine Bekämpfung eines solchen wesentlich erschwert. Der Leitspruch lautet also. nur weil jemand harmlos aussieht, muss er nicht auch harmlos sein. 

Die Hauptcharaktere werden relativ glaubwürdig von Hugh Malowe als Raketenforscher und Ehemann Marvin, der auch in dem 5 Jahre zuvor gedrehten, erfolgreichen und wesentlich kritischeren Science Fiction-Film Am Tag, als die Erde stillstand mitwirkte und Joan Taylor, die in Wester-TV-Serien wie Rauchende Colts oder Abenteuer im wilden Westen zu sehen war, verkörpert und stellten den unzerstörbaren Patriotismus der USA dar wie auch das befürworten der Atomwaffen. Man kann heute darüber denken, wie man will,  aber meiner Ansicht nach schadet das nur sehr wenig dem Unterhaltungswert von Fliegende Untertassen greifen an.

Das Publikum und die Kritiker der Mitte 1950er ließen sich nicht von der propagandistischen Botschaft des Filmes abschrecken, im gegenteil, galt es doch mit allen Mitteln den Kalten Krieg für sich zu entscheiden und somit gewann Fliegende Untertassen greifen an in der Kategorie Best Sound den kanadischen Golden Reel Award. Für die Effekte von Harryhausen gab es allerdings keinen Preis und um ehrlich zu sein hat der große Meister der FX in späteren Filmen wesentlich besseres abgeliefert.

Ein bisschen unfreiwillig komisch wirken die umher eiernden Ufos schon – aus heutiger Sicht, aber irgendwie ist es auch das, was den Film heute so sympathisch macht, nicht zu letzt auch, weil es wieder mal ein Happy End gibt, in der die USA wieder einmal die Welt von dem Bösen befreit^^

Kurz um, Fliegende Untertassen ist ein unterhaltsamer Film, wenn man von den politischen Hintergründen absieht, über die man denken kann, was man will. Mir zumindest hat der Film großen Spaß gemacht und ich kann ihn nur jeden Science Fiction-Klassiker-Filmfreund empfehlen. Zum Glück gibt es den Film seit 2002 ungeschnitten auf DVD von Columbia Tristar zu einem akzeptablen Preis. 

 

Wertung: 9/10 Punkten

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