Flucht von Alcatraz (1979)

Inhalt:

Frank Lee Morris (Clint Eastwood) kommt im Jahr 1960 auf die berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz vor der Küste San Franciscos. Bisher hat es niemand geschafft von hier zu flüchten. Morris verschafft sich als harter Brocken den Respekt der Mitgefangenen und lässt sich auch durch Schikanen in Einzelhaft nicht beugen. Gemeinsam mit den Brüdern John und Clarence Anglin (Fred Ward und Jack Thibeau) tüftelt er einen Plan zum Ausbruch aus. Nach langer Vorbereitungszeit ist es irgendwann soweit. Ob der Plan gelingt?

 

Filmisches Feedback:

Ein Bilderbuchfilm in Sachen Spannung

 

Sehr spannendes Lehrstück zum Thema Gefängnisausbruch und geistiger Vorreiter des Films DIE VERURTEILTEN  (viele Handlungsstränge, Szenen oder Personen wirken fast als ob dieser Film sein geistiger Vater ist). Dieser kühl-inszenierte Prototyp des Knastfilms besticht vor allen durch seine langsam-voranschreitenden Verwirklichung der Ausbruchsidee. Spärlich ausgeleuchtet und ohne große Show drum herum erzeugt der Film eine ungeheure Spannung mit überraschenden Wendungen, die der Film niemals hervorhebt. Allein die Eröffnungssequenz zeugt von einem ungeheuren Realismus. San Francisco nachts im Regen, keine Musik, nur die kühle Zeit und Clint Eastwood. Einfach genial.

Der Drang nach Freiheit, lässt das Leben als Hoffnungsversatzstück wiederauferstehen. Zwar nicht ganz so metaphysisch wie DIE VERURTEILTEN, aber Regisseur Don Siegel macht aus diesen Freiheitsgefühl die Motivation fürs Leben. Ohne Schranken durchbricht der Charakter von Eastwood die kalte Knastwelt, das minimale Gesellschaftsbild, und findet die Freiheit. Und dass das alles sogar auf der wahren Geschichte des Ausbruchs basiert, macht das Ganze noch intensiver.

Regisseur Siegel und Eastwood drehten einige der besten (Männer-) Filme die es gibt zusammen. Sei es COOGANS GROßER BLUFF (1968), BETROGEN (1971) oder den Cop-Kracher DIRTY HARRY (1971). Siegel und Eastwood waren ein perfektes Gespann für spannende Unterhaltung. Siegel drehte einige der besten Filme die ich kenne wie DIE DÄMONISCHEN (1956) oder TELEFON (1977). Er drehte auch den letzten Film mit John Wayne: THE SHOOTIST von 1976. Drehbuchautor war Richard Tuggle der den Roman von J. Campbell bruce (ESCAPE FROM ALCATRAZ) umsetzte. Es war sein erstes Drehbuch. Nur zwei weitere folgten. Für DERWOLF HETZT DIE MEUTE (1984), wo er ebenfalls Regie führte und für eine Episode von GESCHICHTEN AUS DER GRUFT (1990).

Der Film besticht neben seiner exzellenten Regie und der perfekt funktionierenden Musik vom Haus-und-Hof-Komponisten von Sam Peckinpah  Jerry Fielding (THE WILD BUNCH, WER GEWALT SÄT) vor allem mit seinen schauspielerischen Leistungen. Neben Eastwood und Ward gefällt mir hier besonders Patrick McGoohan gut. Der Schauspieler, dessen bekanntesten Rollen die des Arztes in SCANNERS (1981) und die des König Eduard I. in BRAVEHEART (1996) sind, überzeugt durch sein finsteres Spiel und seiner kühlen Art.

Intelligent gedreht und spannend!