Formel 1 – In der Hölle des Grand Prix

Glühender Asphalt, aufheulende Motoren und eiskalte Fahrer in rasanten Sportwagen. Wer schnuppert nicht gerne mal den Geruch vom verbrannten Benzin. Schon immer faszienierte den Menschen der Rausch der Geschwindigkeit. Um den Durst des Publikums zu stillen drehte 1970 Regisseur Guido Malatesta den Film FORMEL 1 – IN DER HÖLLE DES GRAND PRIX. Schon in den 60er Jahren drehte Malatesta Filme, sei es Sandalenfilme, wie auch einen Krimi, dazu noch eine Tarzan Verfilmung. Doch seine Karriere beendete er bereits ein Jahr nach FORMEL 1.

FORMEL 1 wird in zwei Genres eingeordnet, Drama und Sportfilm. Und beide Genres werden ausgiebig versorgt, ohne auch nur Kitschig zu wirken. Man kann dem Film auch einen Dokumentarischen Touch zusprechen. Denn man bekommt sehr viel Material aus der damaligen Rennszene geboten. Sei es in der Boxengasse, sowie auch die einzelnen Trainingsphasen und Werkstatt Tüfteleien. Für einen Technikfreak und Anhänger des Motorsports wird hier ordentlich Material zur Verfügung gestellt. Die Bilder haben den Anschein als wären sie an Originalschauplätzen ohne Verwendung von eigenen Kulissen entstanden. Somit kann man FORMEL 1 einen ungeheuren Realitätsgrad zuweisen.

Rennfilme gab es in den 70er Jahren nicht sehr viele. Erst ein Jahrzehnt später waren dutzende solcher Produktionen, die zumindest Ansatzweise was mit dem Motorsport zu tun haben, im Kino öfters vorzufinden. Wahrscheinlich aus Gründen der anfallenden Kosten wurde dieses Metier eher links liegen gelassen und wörtlich vernachlässigt.

Die Story von FORMEL 1 ist recht schnell erzählt. Sie schreitet wie die Rennwagen selbst auch in einem flotten Tempo voran. Man kann fast den Benzingeruch riechen. Doch anstatt sich nur auf eine Rennsaison festzulegen, wurde noch eine kleine dramatische Geschichte integriert. Doch sie ist nur ein Stück am Rande und bekommt nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. In aller erster Linie geht es um die Rennen und die Fahrer, die oft ihren Kopf für ihren Job riskieren und auch gerne bereit sind über die Stränge zu schlagen.

Auch ein Gefecht zwischen zwei rivalisierenden Fahrer wurde erfolgreich in den Plot aufgenommen. Die Kameraeinstellungen sind wie man sie aus heutigen Rennübertragungen vorfindet gedreht worden. Die Kamera und somit auch der Zuschauer sind mitten im Geschehen. So werden auch Reifenrempler untereinander sauber durch die Linse eingefangen und verhelfen FORMEL 1 zu mehr Dramatik und Action. Auch Einstellungen in das damals noch sehr spartanische Elektrikfreie Cockpit sind eine schöne Reise in die Vergangenheit des Rennsports.

FORMEL 1 ist eine Gemeinschaftsproduktion von Deutschland und Italien. Für die Hauptrolle des Rennfahrers Ken Stark wurde Brad Harris engagiert. Wer noch weitere Filme mit Brad Harris sehen möchte, sollte sich mal “Das Labor des Grauens” von 1974, “Der Stein des Todes” von 1987 und “Lady Dracula” von 1978 zu Gemüte führen. In weiteren Rollen sind Olga Schobevera, Hans von Borsody und Marianne Hoffmann zu sehen.

Wer sich nun für FORMEL 1 interessiert und auch für den Motorsport einiges abgewinnen kann, der kann sich den Film vom Label ZYX Music auf DVD in die Sammlung holen. Doch beinhaltet die DVD keinerlei Extras, nur Szenenwahl und Tonwahl ist möglich. FORMEL 1 hat eine FSK 12 Freigabe.