Frank Wolff – Der tragische Genreschauspieler

Frank Wolff– Geboren am  11. 05. 1928 in San Francisco, Kalifornien, USA , Gestorben am 12. 12. 1971 in Rom, Italien

Über den 1,85 Meter großen Walter Frank Hermann Wollf gibt es so gut wie kein persönliches Interview oder sonstige persönliche Aufzeichnungen. Der Sohn von Deutschen (oder Österreichern, so genau konnte man seine Herkunft nicht klären) begann seine Arbeit im Film in den 50er Jahren. Er studierte an der UCLA Schauspiel und bekam 1951 und 1952 die Auszeichnung als „bester Schauspieler“ der UCLA für seine Darstellungen in „MacBeth“ und „The lower Depths“. In der UCLA war er befreundet mit den Regisseur Monte Hellmann, mit dem er anfing Filme zu drehen. In „The Beast from haunted Cave“ gab er einer seiner ersten Filmauftritte die etwas größer waren. Infolgedessen entdeckte ihn Roger Corman und dieser besetzte Wolff für zwei seiner Filme. Es sollten die einzigen in Amerika gedrehten Filme sein.

Er siedelte Anfang der 60er Jahre nach Italien über, wo er weitere Filme für Corman drehte. Corman nahm Wolff unter seiner Obhut, da er in ihn ein sehr großes Talent sah und Corman sagte, dass Wolff sonst nur in B-Filmen zu sehen sein wird in Amerika. Zudem waren die Eltern von Wolff stark linksorientiert. Da die McCarthy-Ära zu der Zeit war, wäre ein eventuelles Berufsverbot für Wolff die Folge gewesen. So blieb er in Italien und drehte dort viele Filme und Serien. Wolffs Arbeit im europäischen Genrekino nahm Fahrt auf. Sein unverwechselbares Äußere und seine Art zu spielen brachten ihn einen guten Ruf im Kino ein. Besondern im Italo-Kino der Zeit war er häufig anzufinden. Auch bekam er nun immer wieder Hauptrollen. So spielte er in „Leichen pflastern seinen Weg“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Gott vergibt….Django nie!“, „Sartana“, „Als die Frauen noch Schwänze hatten“ und vielen anderen (70 Auftritte insgesamt).

Einige wichtige Rollen schlug er aber auch aus. So sollte er den Bösewicht in Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ spielen. Aber da zu diesen Zeitpunkt noch nicht ersichtlich war, dass das Italogenre des „Spaghettiwesterns“ so erfolgreich sein würde, lehnte er ab. Er spielte in Filmen mit von Sergio Leone, Sergio Corbucci, Enzo G. Castellari, Giuseppe Colizzi, Giuliano Carnimeo und Sergio Sollima (der seinen letzten Film „Milano Kaliber 9“ drehte). Während der Dreharbeiten zu „Toll trieben es die alten Germanen“ erhängte er sich im Hilton Hotel in Rom. Es gibt viele Annahmen warum er Suizid beging. So soll er zum Beispiel unzufrieden gewesen sein mit der Auswahl seiner Filme. Da Wolff sehr darauf bedacht war kunstvolle oder experimentelle Filme zu drehen, war der Großteil seines Repertoires eher im Genrekino zu finden. So war ein Grund der genannt wurde „mangelnde Anerkennung“. Auch das er zuvor eine Hauptrolle in „Blindman“ ein paar Monate zuvor an Ringo Starr verlor soll auch ein Grund gewesen sein. Zudem soll er unter Depressionen gelitten haben. Dies alles sind Annahmen, da es keinerlei Interviews mit ihm gibt (außer eins, welches weniger aussagekräftig ist) und hauptsächlich auf Aussagen von Kollegen basiert.

Er bleibt aber als Charakterkopf im italienischen Genrekino in Erinnerung. Egal wie, egal was er spielte, es waren immer gute Rollen.