Bei einem tragischen Unfall mit einem ferngesteuerten Rasenmäher kommt die Verlobte des Elektrikers und „Hobbychirurgen“ Jeffrey Franken (James Lorinz) ums Leben. Nur Elizabeths Kopf kann er retten. Wild entschlossen sie wiederzubeleben, wendet er sich an den Zuhälter Zorro, damit er die Gelegenheit hat, an die nötigen „Einzelteile“ zu kommen. Zusätzlich besorgt er sich von ihm ein Tütchen mit Crack, dass er in seinem Labor „modifiziert“. Als die „leichten Mädels“ zu Jeffreys Party kommen und das veränderte Crack entdecken, eskaliert die Situation. Nach dem Konsum der Droge explodieren sie. Aus den einzelnen Körperteilen bastelt Jeffrey seine „neue“ Elizabeth und haucht ihr dank eines Serums aus Östrogenen und viel Elektrizität wieder Leben ein. Doch Elizabeth (Patty Mullen) zieht es dank ihrer Ersatzteile zurück auf den Straßenstrich! Für ihre Freier eine elektrisierende, aber leider auch tödliche Erfahrung…

 

Frank Henenlotter (Basket Case) verbindet in Frankenhooker auf groteske und herrlich bescheuerte Weise Elemente des Klassikers „Frankenstein“ mit denen von legendären Splatterfilmen wie zum Beispiel „Re-Animator“. Absonderliche Situationen sorgen dafür, dass Frankenhooker zu einem legendären Beitrag des Fun-Splatter-Genre wurde. Wobei hier natürlich eher auf Fun statt auf Splatter gesetzt wurde. Schon die Idee, dass die Mädels nach übermäßigen Drogenkonsum explodieren ist eine schöne Lösung dafür, um die Damen nicht mit primitiven Werkzeugen zu zerstückeln. 😉 Die Effekte wurden in Frankenhooker gewohnt von Herr Hennenlotter und seinem Filmteam mit voller Hingabe gemacht und sind noch echte Handarbeit.

 

Bei den Fans gilt Frankenhooker von Frank Henenlotter als Kult. Ob die Bezeichnung gerechtfertigt ist, kann man in Frage stellen. Fest steht allerdings, dass wir es bei Frankenhooker mit einem reinen Trashfilm zu tun haben, der äußerst amüsant anzusehen ist. Der ganze Film nimmt sich nicht ernst, ist überhoben, dämlich, krank und überaus lustig – auf eine schräge Art und Weise. Die Effekte machen da keine Ausnahme, sie sind überzogen und bewusst trashig gemacht, weswegen man auch weniger von Splatter sprechen kann. Die Körper der Frauen explodieren wie Pappmaschee und die abgetrennten Körperteile erscheinen weitaus unblutiger als man es erwarten würde.

 

Die Besetzung bewegt sich darstellerisch im trashigen Mittelfeld. Patty Mullen als elektrisierende „100.000 Volt Liebesmaschine“ kann wohl die meisten Lacher hervorrufen, und James Lorinz als Jeffrey Franken spielt bewusst überdreht. Auf weitere schauspielerische Leistungen muss man an dieser Stelle nicht verweisen, da kaum weitere Charaktere auftauchen die eine tragende Rolle vorweisen können.

 

Die deutsche Synchronfassung ist stimmenmäßig Ordnung (ja, ich habe mir den Film auch mal auf deutsch synchronisiert angesehen ^^), aber es hapert an manchen Stellen an der Übersetzung. Besser im O-Ton anschauen, die deutschen Untertitel der aktuellen DVD sind sinngemäß angefertigt. Der Filmgenuss ist solide und aufgrund 80 Minuten Laufzeit auch recht kurzweilig. 

 

Ich persönlich halte Frankenhooker für Frank Henenlotters besten Film. Ich finde ihn sogar besser als „Basked Case – Der unheimliche Zwilling“ (von den beiden Fortsetzung will ich hier gar nicht erst reden bzw. schreiben). Leider ist das auch schon das einzige, was man von diesem Mann kennt. Erst 2006 inszenierte er den Film „Bad Biology“, der aber in meinen Augen genauso wenig der Rede wert ist als die beiden Fortsetzungen von „Basked Case“. Petty Mullen als „Ersatzteil-Prostituierte“ Elizabeth ist eine exzellente Wahl gewesen. Sie spielt herrlich überdreht und poltert ihren Text mit viel Hingabe. Man muss einfach über sie lachen. Und der Trick mit dem verzerrten Mund ist echt! Nix Comupteranimation oder so! ^^ Leider hat sie nach Frankenhooker in keinen weiteren Film mehr mitgespielt.

 

Hierzulande erschien Frankehooker recht schnell bei Starlight Video. Aber geschnitten. Und wenn man sich den Schnittbericht auf Schnittberichte.com ansieht, muss man annehmen, dass die Herrschaften bei Starlight den Film schon vorher stakt geschnitten haben, also bevor sie ihn der FSK vorlegten. Das sieht alles sehr willkürlich aus. Dennoch hat es nichts genutzt. Frankenhooker bekam eine Freigabe ab 18 Jahren und wurde später indiziert. Zum Glück hat man die Folgeindizierung verpennt, sodass der Film viele Jahre später der FSK neu vorgelegt werden konnte, diesmal in ungeschnittener Form, und er bekam eine Freigabe ab 16 Jahren. Meiner Meinung nach hätte man diesen Film auch damals schon in ungeschnittener Form ab 16 Jahren freigeben können. Aber nach meiner Meinung fragt ja keiner. *grummel* 😀

 

Frankenhooker gibt es, wie schon erwähnt, auf Video von Starlight, aber stark geschnitten. Es gibt ihn aber noch von Dragon auf Video in einer ungeschnitten und ungeprüften Fassung. Zu empfehlen ist aber die DVD-Ausgabe von Legend/Universum. Da hat man alles richtig gemacht: 16:9 Filmtransfer, Synchronfassung und Originalton, deutsche Untertitel, die in der Übersetzung wesentlich besser sind, als die Synchronfassung. Diese Ausgabe wurde dann später von 84 Entertainment übernommen. Es gibt ihn auch auf BluRay, aber da hat man angeblich keine Untertitel draufgepappt – in meinen Augen ist das ein schwerer Fehler und ich werde sie mir nicht zulegen. Frankenhooker habe ich noch nie um deutschen Fernsehen bewundern dürfen, aber ich finde, dass sollte endlich mal geschehen. Vielleicht ist das ja was für die Programmmacher bei Arte, die haben ja hin und wieder solche Trashperlen im Programm.

🙂