Frankenstein Junior (1974)

Inhalt:

Der Chirurg Dr. Frederick Frankenstein (Gene Wilder) ist der Enkel des verstorbenen Dr. Frankenstein. Frederick möchte mit der Vergangenheit seines Großvaters nichts mehr zu tun haben. Während einer Vorlesung wird Frankenstein dennoch animiert nach Transsylvanien zu reisen um das Vermächtnis seines Großvaters anzutreten. Dort angekommen erwarten ihn der bucklige Diener Ygor (Marty Feldman) und Inga (Teri Garr). Frankenstein entdeckt das Labor seines Großvaters und verfällt immer mehr den Wahnsinn den auch sein Großvater umgab. Er befiehl Igor ein menschliches Gehirn zu besorgen um mit den Experimenten fortzufahren. Igor tat wie ihm geheißen. Nur etwas ungünstig, dass Ygor ein Gehirn eines „Anormalen“ stiehlt. Und das (spaßige) Unglück nimmt seinen Lauf.

Filmisches Feedback:

Exakte Beobachtung

Mel Brooks. Ein Genie der intelligenten Parodien. Er kann alles parodieren und das tut er immer noch. Seine Werke sind so vielschichtig wie gekonnt. Sei es SF (SPACEBALLS), Filme von Hitchcock  (HÖHENKOLLER), Stummfilme (SILENT MOVIE), Abenteuerfilme (ROBIN HOOD – HELDEN IN STRUMPFHOSEN), Historienfilme (MELD BROOKS VERRÜCKTE GESCHICHTE DER WELT TEIL 1) und viele andere. Der Mann kann es. Manchmal mit guten Gags, manchmal ziemlich platt. Aber er kann es.
Dieser Filme ist eine bis ins allerkleinste Detail werkgetreue Parodie auf die 30er Jahre “Frankenstein”-Verfilmungen von James Whale. Von der Musik (John Morris komponierte hier nochmals den alten Soundtrack aus den 30er Jahren) bis hin zu der tatsächlichen Originalrequisite des Labors von Frankenstein. Brooks geht bis ins Kleinste um seine liebevoll gemeinte Parodie zu zeigen. Selbst Einstellungen übernimmt er komplett. Das tut dem Film gut. Im Prinzip brauch man die Originale gar nicht zu sehen um die Parodie zu verstehen. Liebevoll nimmt er alles auseinander und gleichzeitig fügt er wieder alles zusammen um sein Herz zu öffnen einem Meisterwerk des Frühhorrors.

Nicht zu vergessen bleibt auch, dass seine Firma schließlich auch verantwortlich ist für einen der besten Horrorfilme aller Zeiten DIE FLIEGE (1986)  von David Cronenberg. Sprich er hat ein Faible für Horror. Und den zelebriert er hier auf seine Weise. Auch wenn einige Gags nicht zünden oder wenn die Lunte manchmal aus geht, so gibt es hervorragende Szenen (wie z.B. die Tanzeinlage mit dem Monster oder allein oder der empfang Frankensteins auf den Schloss) bei denen man einfach nur lachen kann. Allerdings wird der Film irgendwann ein wenig lahm, sprich er hat Längen die Brooks so schnell nicht lösen kann.

Was diesen Film aber ausmacht, bzw. wer den Film trägt ist eine Person: Marty Feldman als Ygor. Seine Performance ist so exorbitant genial, dass er den ganzen Film trägt. Allein schon seine Szene bei der Ankunft der Verlobten von “Froderic” ist fantastisch: “Nehmen sie die Blonde, ich nimm die mit den Turban.” Auch alle weiteren Darsteller liefern eine fantastische komödiantische Darbietung ab. Angefangen von Gene Wilder über Teri Garr, von Cloris Leachman als Frau Blücher bis hin Gene Hackman als blinder Einsiedler oder Peter Boyle als das Monster.

Der Film wurde ein überwältigender Erfolg. Bei Produktionskosten von 2,8 Millionen Dollar spielte er allein in den USA ca. 83 Millionen Dollar ein. Die spätere Heimkinoauswertung ergab nochmals ein Plus von ca. 38 Millionen Dollar in den USA. Obwohl Mel Brooks sonst immer einen Cameo in seinen eigenen Filmen hat ist dies hier nicht der Fall. Gene Wilder meinte zu Brooks, dass würde sonst die Illusion des Films zerstören. Brooks hat dennoch stimmliche Cameos. Zum einen imitierte er für den Film Wolfgeheul und Katzengeschrei nach. Zum Anderen ist er die Stimme im Original des alten Dr. Frankenstein wenn Frederick das alte Labor betritt.