Frauen im Liebeslager (1977)

Was kommt dabei heraus wenn sich Erwin C. Dietrich und Jess Franco zusammentun? Ein sleaziger Sexploitationstreifen mit viel nackter Haut und Unterdrückung des weiblichen Geschlechts. Die Rede ist von „Frauen im Liebeslager“ aus dem Jahr 1977. Solche Streifen liefen in den damaligen Bahnhofskinos am laufenden Band, natürlich in erster Linie dazu gedacht, das zumeist aus Männern bestehende Publikum auf frivole und freizügige Art und Weise zu unterhalten.

Eine Gruppe Frauen wird von Guerillas in ein Gefangenenlager im Urwald gebracht, wo sie zum Zeitvertreib der Soldaten dienen sollen. Doch auch die pervers veranlagte Lagerkommandantin macht den Mädchen das Leben schwer. Als ein Guerilla-Führer das Lager besucht, verliebt er sich in eine der “Sexsklavinen” und beschließt ihr zur Flucht zur verhelfen. Aber die sadistische Lagerkommandantin versucht dies mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern.

Erwin C. Dietrich produzierte den Film und verfasste das Drehbuch dazu, wenn man von einem Drehbuch reden kann. Wie so typisch behandelt der Film das selbige Thema wie viele andere Vertreter aus dem Genre. Frauen werden gekidnappt und werden zum Sex mit fremden Männern und Frauen gezwungen. Ein wenig Lesbensex, Vergewaltigung und Mißhandlung durch Folter. Natürlich steht ein Ausbruchversuch aus der Hölle kurz bevor. Für die Regie nahm sich Jess Franco das Skript vor und inszenierte seine Variante des Buches. Er hielt sich nicht zu 100% an das Skript und ließ seine Handschrift in den Film mit einfliessen.

Wer sich für Frauen im Liebeslager entscheidet, dem sollte eins bewusst sein: Nacktheit ohne Ende nackte Frauen. Immer die Oberweite in die Linse gedrückt und zahlreiche Nahaufnahmen. Die Kamera hält immer aufs Geschehen drauf, und bewegt sich nur langsam davor weg. Auch sind ein paar Szenen dabei, die hart an der Grenze zum Hardcorebereich sich bewegen. Zwar kann man keine Playboy Models erwarten, sind aber alle weiblichen Geschöpfe durchaus nett anzusehen. Allen voran die französische Schauspielerin Muriel Montosse. Sie kennt man auch aus „Jungfrau unter Kannibalen“ von 1980, als Mädchen auf der Yacht. Aber auch Esther Studer dürfte manchen ein bekanntes Gesicht aus Soft Erotischen Filmen sein. Wie zum Beispiel „Frauen für Zellenblock 9“ aus dem selbigen Jahr wie Frauen im Liebeslager, oder „Greta – Haus ohne Männer“ ebenfalls von 1977.

Wer nach Logik Ausschau hält, wird in diesem Werk nicht viel vorfinden. Was einem recht schnell auffällt, das man Gerede zwischen den Charakteren in Nahaufnahme hört, aber die Münder der Darsteller bewegen sich nicht einen Millimeter. Folglich kann man daraus schliessen, das die Synchronisation erst im Nachhinein angefertigt wurde, und einfach nur drauf los gefilmt wurde. Der nächste Punkt der einen nicht nur in diesem Film ins Auge sticht ist, die Frauen wurden gefangen genommen und werden zum Sex mit fremden Männern und Frauen gezwungen. Nur komischerweise finden sie nach ein paar Sekunden Gefallen an dem Rumgerutsche und stöhnen fleissig mit, und verlangen sogar noch eine Runde! Doch wer sich für solch einen Softerotikfilm entschieden hat, stellt die Story und das drumherum sowieso kaum in Frage – er will nur eins: Nackte Haut sehen.

Frauen im Liebeslager gibt es Dank dem Label „Koch Media“ auf DVD und Blu-ray, jedoch sind diese Versionen, wie die damalige VHS Auflage von „Videophon“ auf dem Index, aufgrund einer Folgeindizierung. Alle Versionen sind ungeschnitten, und beinhalten als Bonus noch ein paar Trailer zu anderen Freizügigen Filmen aus dem Hause Dietrich und Franco.