Frauen in Ketten (“Black Mama, White Mama”) (1973)

Die schwarze Prostituierte Lee Daniels (Pam Grier) und die weiße Guerillakämpferin Karen Brent (Margaret Markov) brechen aneinandergekettet aus einem lateinamerikanischen Arbeitslager aus, in dem die inhaftierten Frauen regelmäßig von den sadistischen Wärterinnen gefoltert und vergewaltigt werden. Als Nonnen getarnt begeben sich die Frauen in einem gestohlenen Wagen auf eine abenteuerliche Flucht durch das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land und werden von der Miliz und einer rücksichtslosen Drogenbande verfolgt…

 

Nach so unsäglichem Kack, wie dem Italo-Barbaren Heuler “Ator – Der “Unansehbare”, brauchte ich mal wieder gute “Grindhouse-Ware”. Somit präsentiere ich hiermit ein Schmuckstück des westlichen Exploitationkinos, gedreht auch den guten alten Philippinen. In “Black Mama, White Mama” vereinen sich Blaxploitation-Heroine Pam Grier und die eher unbekannte Margaret Markov als Frauenknast-Insasinnen auf der Flucht. Aneinander gekettet begeben sie sich auf eine Odysee, denn Markov ist die Revoluzerin und Grier die Nutte, die beide unterschiedliche Ziele haben und für eine Menge Trubel sorgen.

Inszeniert von Eddie Romero bekommen wir einen Film mit ordentlich Drive, der mehrere Versatzstücke kombiniert und 83 Minuten Gas gibt. Revolutions-Anekdoten, Shoot-Outs, Explosionen, Verfolgungsjagden und Frauenknast-Elemente garniert mit, nun ja, Titten bringen die volle Dröhnung Spaß in das Wohnzimmer. Garniert mit einer guten Prise Komik, lässt Romero die Puppen tanzen. Der billig produzierte Streifen kommt äußerst straff daher und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Gier und Markov geben hier ein gutes Doppel ab und liefern sich einen amüsanten Schlagabtausch, welcher stark an den klassischen Buddy-Film erinnert. Die Entwicklung stimmt, die Dialoge sind nicht so doof wie man denkt und der Revolutions-Plot macht das ganze noch politisch,nicht ambitioniert, aber trotzdem politisch und gibt dem ganzen eine gute Note. Nicht nur auf Sex & Violence getrimmt entwickelt sich der Grindhouse-Klassiker zu einem echten Fun-Film mit einem gut inszenierten Finale. Mehr ist dem eigentlich nicht mehr hinzuzufügen. Sauber inszeniert zeigt Romero, dass er nicht nur ein Trash-Filmer ist, sondern sein Handwerk durchaus beherrscht. Die Kamera ist da wo sie sein soll, die Effekte sind auch ok und der Score hat ebenfalls, diesen wunderschönen funkigen Vibe, wie man ihn in so einer 70er Granate haben möchte.


Neben “Coffy” und “Foxy Brown” der beste Grier-Reißer der 70er. Natürlich ist auch Sid Haig wieder dabei und setzt dem unverblümten B-Film-Spaß noch die Kirche auf den Eisbecher.

“Frauen in Ketten” ist ein ungemein unterhaltsamer 70er-B-Streifen, kurzweilig und mit ordentlich Tempo inszeniert, bekommt der Zuschauer einen wunderbaren Bootys-in-the-Jungle-Movie, der alles hat. Lehnen sie sich zurück und genießen sie einen famosen Beitrag des phillipinischen Exploitationkinos.