Free Money (1998)

In einer Kleinstadt an der kanadischen Grenze lebt der Knastdirektor Sven Sorensen (Marlon Brando), der einfach nur “Der Schwede” genannt wird. Dieser terrorisiert die ganze Stadt. Unter ihm leiden auch seine beiden Schwiegersöhne Bud (Charlie Sheen) und Larry (Thomas Haden Church). Um dem “Schweden” zu entkommen, beschliessen sie einen Zug auszurauben. Doch leider funktioniert das alles nicht so, wie es sollte.

Free Money war als Kinofilm gedacht, schaffte es doch in den USA nicht und wurde lediglich im TV ausgestrahlt. Und das obwohl der Film ein Budget von knapp 30 Millionen US-Dollar zur Verfügung hatte. An der Besetzung kann es nicht gelegen haben, denn sehr viele namhafte Schauspieler haben hier in Free Money ein Stell Dich ein!

Charlie Sheen, bekannt als „Interceptor“ und „Hot-Shots“, sowie auch sein Vater Martin Sheen, dieser jedoch nur in einer Nebenrolle zu sehen. Nicht zu vergessen Marlon Brando, der wohl bekannteste Mafia-Pate aller Zeiten, „Don Corleone“, Donald Sutherland mimt einen kuriosen Richter in dem verschlafenen Nest wo sich Free Money abspielt, und Charlie Sheen sein Partner Thomas Haden Church, den manche noch aus „Tombstone“, „Ritter der Dämonen“ und „George – Der aus dem Dschungel kam“ mitwirkte. Also wenn man sich so die Besetzungsliste anschaut, kann dies nicht der Grund für den Misserfolg sein, kommen wir nun zum filmischen, vielleicht sind dort die Gründe versteckt.

Free Money ist eine Komödie, die vollgepackt mit schwarzem Humor ist, sonderlich einfallsreich klingt der Film nicht wenn man sich die Filmbeschreibung durchliest, und wirkt auch stellenweise etwas weit hergeholt und neigt an diversen Stellen auch zu Übertreibungen. Charlie Sheen und die anderen Darsteller liefern eine sehr gute Darstellung ihrer schauspielerischen Fähigkeiten ab und überzeugen den Zuschauer auf ganzer Linie. Obwohl Free Money nicht als Actionfilm konzipiert wurde, so finden Verfolgungsjagden und Schusswechsel einen festen Platz im Drehbuch und in der Story. Auch hier und da eine kleine Keilerei durfte natürlich nicht fehlen, und wurde hübsch in Szene gesetzt auch filmtechnisch umgesetzt. Der Humor äußert sich oft durch viele Sätze, gepaart mit Gesten und Mimiken der Darsteller, und rundet das Gesamtbild des Films wunderbar ab. Zum Thema Gesten und Mimiken kann man noch erwähnen, das Church hier voll reinpasst, sein markantes Gesicht wirkt immer so steif und trottelig, und seine Rolle in Free Money passt zu ihm wie die Faust aufs Auge.

Viele Kritiker kreiden dem Drehbuch sehr viele Fehler an, dies mag vielleicht sein, aber diese Schwächen und Lücken die hier und da mal kurz aufblitzen, stören den Filmgenuss in keinster Weise. Sheen und Church geben ein sympathisches Duo ab, und auch die Nebenrollen die alle ihren Teil zur Gesamtstory beitragen sind sympathisch und charmant zugleich. Viele kleine Nebengeschichten, vereinen sich gekonnt im späteren Verlauf zu einer großen Gesamtgeschichte, auch eine Nebenrolle, hier von Mira Sorvino gespielt, als FBI Agentin, und was man später erfährt die Tochter des Richters ist, trägt ihren Pflichtteil zur Geschichte bei. Im Großen und Ganzen kann Free Money den Zuschauer sehr gut unterhalten, ist zwar kein Blockbuster, aber das muss er auch nicht sein.

Free Money gibt es auf VHS und DVD, wobei die DVD-Veröffentlichung in Deutschland sehr lange auf sich warten ließ, und das obwohl der Film schon zu Zeiten der DVD erst auf dem Markt kam. Seltsames passiert immer wieder. In Deutschland wurde der Film auch gelegentlich im TV ausgestrahlt, doch leider immer zu sehr späten Uhrzeiten, aus welchen Gründen auch immer!

Ich gebe Free Money 8 / 10 Punkten

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