Gate – Die Unterirdischen (1987)

Nach dem ein Unwetter im Garten einen Baum entwurzelt hat, klafft im Rasen ein großes und tiefes Loch. Zusammen mit seinem Freund Terry will der junge Glen dieses Loch untersuchen und sie holen einen seltsamen Stein aus der kleinen Höhle, der als er in zwei Hälften zerbrochen wird das Grauen freisetzt. Kleine gemeine Dämonen steigen aus dem Loch und beginnen die zwei Freunde und die jugendliche Schwester von Glen samt ihren Freunden mit der sie eine Pyjama-Party  veranstaltet auf übelste zu terrorisieren.. Die Hölle hat sie ausgespruckt und so bleibt es an den Heranwachsenden sie auch wieder dorthin zu verfrachten, was sich aber als schwieriger als gedacht herausstellt…

In den späten 1980ern waren kleine fiese Kreaturen, ähnlich den Gremlins, den schleimigen Ghoulies oder auch den stacheligen Critters groß im kommen und so ließ es sich auch der kanadische Regisseur Tibor Takács  (Mosquito Man, Ice Spiders) nicht nehmen mit seinen kleinen Dämonen aus Gate – Die Unterirdischen einen draufzusetzen, was ihm auch recht gut gelungen ist.

Gate – Die Unterirdischen zählt für mich persönlich zu den typischen FSK ab 16-Horrorfilmen, die für dieses wunderbare schrille und ausgefallene Jahrzehnt der 1980er stehen und schafft mit viel Kreativität und auch so manchen Sinn fürs Ironie einen wunderbaren Film, den man heute zu recht als Kultfilm ansehen kann. Da der Film ebenfalls in den 1980ern spielt, erinnert alles an diese herrliche Zeit. ein heranwachsender Heavy Metal-Fan mit selbstgemachter Kutte, Pyjama-Parties, Kids, die im Garten auf Entdeckungsreise gehen und Interesse an Insekten haben, anstatt nur wie heute sich mit Handys und Spielekonsolen zu beschäftigen.  Vielleicht bedient sich  Tibor Takács hier an sogenannten 1980er-Klischees, aber die besitzen ihren Charme und lassen einem, wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, gerade zu in Erinnerung schwelgen-

Die kleinen Kreaturen, oder Dämonen, wirken recht nett, wurden durch die Stop Motion Technik bewegt und für manchen heutigen Filmzuschauer können sie sich etwas zu abgehackt und ruckartig bewegen, aber dafür wirken sie wie zum Anfassen und dreidimensional, was mir persönlich bei den heutigen am Computer erzeugten Gestalten eher fehlt. Für die recht (aus meiner Sicht) realistisch wirkenden Spezial Effekte war Frank Carere zuständig, der auch die FX in David Cronenbergs Videodrome  machte und schafft zusamen mit der Crew um Randal William Cook, dem auch die digitalen Effekte in der Herr der Ringe-Trilogie oder Ghostbusters zu verdanken sind, ein Feuerwerk an tollen visuellen Eindrücken und Ideen, wie sie meiner Meinung nach eigentlich nur noch in den Filmen vergangener Jahrzehnte zu finden sind, wo man sich auch oft als Zuschauer fragte: Mensch, wie haben die dass denn gemacht!?

Gate – Die Unterirdischen besitzt aber auch eine gehörige Portion schwarzen Humors und nimmt sich zudem auch auf eine gewisse Art selbst nicht allzu ernst.  Es gibt einige Szenen, die einen sehr bösen Humor besitzen, wo man nicht genau weiß, ob man lachen darf oder eher schockiert oder mit den Charakteren aus Gate – Die Unterirdischen Mitleiden haben soll. Die Spannungsgeladene Musik, die einem auch wieder in trügerische Sicherheit wiegt wurde Michael Hoenig komponiert, den wir sicherlich noch von seiner Musik zu Filmen wie Chuck Russels Der Blob oder Die Klasse von 1999 von Mark L. Lester her kennen werden.

Obwohl das Budget zu Gate – Die Unterirdischen gerade einmal nur 2,500,000 US-Dollar betrugt, so wirkt dieser Film um einiges aufwendiger und teurer, denn nicht nur die Effekte und die Musik sind toll, sondern auch das ganze Feeling und die Atmosphäre, die einem (mich zumindest) immer wieder aufs neue fasziniert. Darsteller Stephen Dorff, der damals noch recht jung war und später mit Dennis Hopper zusammen in Stuart Gordons Science Fiction-Film Space Truckers als nunmehr Erwachsener vor der Kamera stand wurde für seine Rolle als junger Glen für den Saturn Award als bester Jungdarsteller nominiert. während die Produzenten zu Gate – Die Unterirdischen John Kemeny und Andras Hamori den Golden Reel Award, eine Kategorie des Genie Award für die höchsten Einspielergebnisse kanadischer Filme (laut Wikipedia^^) mit nach Hause nehmen durften.  Gedreht wurde Gate – Die Unterirdischen, der ja eher die ganze Zeit über in einem Haus spielt einer Kleinstadt in Ontario in Kanada, womit auch wieder bewiesen wurde, dass auch aus Kanada gute und außergewöhnliche Filme kommen.

Für mich gehört Gate – Die Unterirdischen eindeutig zu den Farvoriten der (harmloseren) Horrorfilme der 1980er, die auch nach mehrmaligem Anschauen nichts an Ihrer Faszination und Charme verlieren, da alles hier so wirkt, als wären die Schauspieler allesamt mit großen Spaß und Enthusiasmus beim Dreh dabeigewesen und es wurde sich viel Mühe und Liebe zum Detail bei der Visualisierung gegeben. Natürlich darf man nicht vergessen, dass der Film, wie ich schon erwähnte damals ab 16 Jahren freigegeben wurde und das es somit im Gegensatz zu heutigen Filmen eher wenig bis zu gar keinem Blutvergießen  kommt, was der Film aber auch nicht nötig hat. In Gewisser Weise kann man Gate – Die Unterirdischen in die Kategorie von Filmen wie House einordnen, die mehr auf  Originalität, Einfallsreichtum und einer Brise Humor anstelle von derben Splatter-Effekten und Gewaltdarstellungen setzen.

Gate – Die Unterirdischen ist eine kleine Perle der Filme von früher und lädt den Zuschauer immer wieder aufs neue zum gruseln, mitfiebern und schmunzeln ein und bietet auf jeden Fall gute Unterhaltung. Die VHS ist von VCL Video und die DVD von Marketing Film und Sunfilm veröffentlicht worden. Ein zweiter Teil, der aber meiner Meinung eher nur ein müder Abklatsch mit weniger Motivation zur Unterhaltung als zur Präsentation dümmlich wirkender Charaktere darstellt; Gate II – das Tor zur Hölle, kam 1990 auf den markt, verdient meiner Ansicht nach aber kaum Anerkennung beziehungsweise Aufmerksamkeit – als Fortsetzung.

Meine Meinung: 9/10 Punkten

(gemütliches und harmloses Popcorn-Kino)