Gefahr aus dem Weltall (1953)

Ein vermeintlicher Meteorit schlägt in der Wüste von Arizona nahe einer verlassenen Mine ein. Das Pärchen John und Ellen werden Zeuge dieses beeindruckenden Vorfalls.und untersuchen den Einschlagkrater und entdecken das, was John als Hobby-Astronom schon immer vermutet hatte: Es gibt auch außerhalb der Erde intelligentes Leben, denn der Meteorit entpuppt sich als Raumschiff einer außerirdischen Spezies, dass aber vom Geröll und Schutt des Kraterrandes begraben wird. Im nahe gelegenen Städtchen ist man Johns und Ellens Schilderung, dass Außerirdische auf der Erde gelandet sind, äußerst skeptisch, denn nicht erinnert an ein fremdes Flugobjekt aus einer anderen Welt, als einige der Stadtbewohner den Krater näher untersuchen. Noch viel unheimlicher aber ist die Tatsache, das jeder der sich in der Nähe der Mine aufhielt sich nun äußerst merkwürdig verhält…

Gefahr aus dem Weltall ist wohl mitunter Tarantula und Der Schrecken des Amazonas der bekannteste sowie allererste Science Fiction-Film, der in 3-D gemacht produziert wurde, des Regisseurs Jack Arnold, der uns schon so auf manche abenteuerlich kuriose Reise durch die Kinowelt der 1950er mitnahm und heute noch zu einen der bekanntesten Filmemacher von schwarzweißen Science Fiction- und Gruselfilm-Klassikern gehört. Gefahr aus dem Weltall, der den englischsprachigen Titel: It Came from Outer Space trägt, hat wie sonst seine Filme dieses unheimlich und fantastische Flair, wie sie nur die damaligen Filme besaßen.

Gleich zu Anfang kommt Jack Arnold zur Sache, während man in den heutigen Filmen ja eher noch eine langatmige Vorgeschichte, die meist mit irgendwelchen Beziehungsdramen einher gehen, ist bei Gefahr aus dem Weltall in den ersten Minuten nach dem Vorspann klar, dass es sich um das Geschoss aus dem Weltraum, um ein außerirdisches Raumschiff handelt. Der Verlauf der Geschichte handelt also nicht davon, was es denn sein könnte, was da vom Himmel gefallen ist, sondern viel mehr darum, welchen Einfluss dieses auf die Menschen einer in der Nähe liegenden Kleinstadt ausübt, um seine Existenz zu verbergen. Obwohl man von Beginn an weiß, was vor sich geht, ist es meiner Ansicht nach viel spannender mitzuerleben, was die Folgen sind, anstatt erst raten zu müssen, ob es nun etwas Fremdes ist oder wie so oft in moderneren Filmen nicht doch von der Regierung eine dubiose Versuchsreihe an der eigenen Bevölkerung.

Typisch ist aber für diese Art von Filmen der 1950er, dass man zwar weiß, dass es sich um Außerirdische handelt, die Wesen aber selbst erst in ihrer Bizarrheit zum Schluss zu Gesicht bekommt und der Zuschauer sich seiner Vorstellungskraft bedienen muss, was da für all die kreischenden Frauen und mysteriösen Vorfalle verantwortlich ist. In heutigen Science Fiction Filmen, die das Thema von auf der Erde gelandeten Außerirdischen behandelt, kann man auf Grund der heutigen Radartechnik und Flugüberwachungssystemen sowie Satelliten und Teleskopen natürlich nicht mehr so vorgehen, geschweige eine Landung durch außerirdische Wesen geheim halten und geht deshalb mit modernen Effekten her dazu über, um zu zeigen, wie sehr ein Kontakt die Menschen in Aufruhr versetzt oder man lässt diese einfach als Invasoren auftreten, die die Erde bzw. die Menschen in spektakulären Bildern wie zum Beispiel in Independence Day von 1996 vernichten wollen. 

Gefahr aus dem Weltall verzichtet eigentlich auf große und teure Spezial Effekte, nicht nur weil der Film selbst gerade mal mit 800,000 US-Dollarn gedreht wurde, sondern weil man damals auch wusste, dass das Unbekannte oft viel unheimlicher ist, als dass was man sieht. Und dazu kommt noch das Mitfiebern der Hauptcharaktere, hier authentisch und natürlich von Richard Carlson (Der Schrecken vom Amazonas) und Barbara Rush, die in den 1980ern in einigen Folgen die Tante von Tom Selleck als Magnum in der gleichnamigen TV-Serie spielte, dargeboten, denen niemand glauben will und sich dann gegen die von der außerirdischen Intelligenz manipulierten Mitmenschen behaupten müssen, wo man ja als Zuschauer schon weiß, was Sache ist und eigentlich sich manchmal ziemlich hilflos vorkommt, wie sich unsere Protagonisten unwissentlich in Gefahr begeben,

Die Filmmusik, die damals wie heute ein wichtiger Bestandteil des Spannungsaufbaus war und auch oft den Zuschauer in trügerischer Sicherheit wiegt, kam auch in Gefahr aus dem Weltall unter anderem von Henry Mancini (Lifeforce – Die tödliche Bedrohung, Tarantula) und hat heute immer noch nicht nach all den Jahren mit seinem typischen spacigen, unheilvollen und auch schaurigen Sound, den eben nur die Klassiker noch besitzen, an seinem einzigartigen Charme verloren. Das Alien wurde übrigens von Milicent Patrick kreiert , die nebenbei als Kinderbuch-Illustratorin arbeite und auch dem Kiemenmenschen aus Der Schrecken vom Amazonas sein gruseliges Aussehen verlieh. Leider verstarb Patrick 1998 und somit verlor die Filmwelt erneut einer der Kreaturen-Designer, die mit ihren irren, bizarren und oft völlig konfusen Gestalten aus dem Science Fiction und Horror-Genre die Zuschauer das fürchten lernte und heute noch ab und an in Staunen versetzt.

Ich bin der Meinung, dass Gefahr aus dem Weltall zu einem der  ganz großen Science Fiction-Klassiker gehört und zu Recht 1954 den Golden Globe gewann, beziehungsweise gewann ihn Barbara Rush damals in der Kategorie als Beste Nachwuchsdarstellerin. Jack Arnold als bester Regisseur und der Autor der Geschichte, Ray Bradbury wurden für den Hugo Award im selben Jahr nominiert… schade, dass sie diesen wohl verdienten Preis nicht auch mit nach Hause nehmen konnten^^.

Mit Gefahr aus dem Weltall bereitete Jack Arnold den Weg für  ein eigenständiges Untergenre, das die Bemächtigung und Manipulation von Menschen durch Aliens thematisierte, wozu auch Die Körperfresser kommen mit Donald Sutherland von 1978 gehört – nur mit dem einem Unterschied, dass die Motivation der Fremden oder Außerirdischen variieren kann.

 Gefahr aus dem Weltall ist ein großartiger spannender Science Fiction-Film, auf dem 1996 eine zwar gut gemeinte aber im Vergleich zum Original eher misslungene Fortsetzung des Regisseurs Roger Duchowney folgte, der aber als eigenständiger Film durchaus seine positiven Eigenschaften hat.  Das Original von 1953 gibt es auf DVD von Universal mit einer Freigabe von ab 12 Jahren und eine Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall.

 

Wertung: 9/10 Punkten