Ghost Calls – Anrufe aus dem Jenseits (1971)

Schon oft wurde aus dem Spruch: „Totgesagte leben länger“ bittere Realität, schon des öfteren wurde diese sogenannte Weisheit in Filmen thematisiert. Im Jahr 1971 durch den Regisseur Philip Leacock. Diesen Namen dürften wahrscheinlich die wenigsten kennen, obwohl er tatkräftig bei diversen TV Serien als Regisseur mitgewirkt hat. Sei es „Buck Rogers“, „Denver Clan“ und „Falcon Crest“, was aber TV Filmen angeht, so sind seine Werke eher unbekannt, zumindest hierzulande. Doch 1971 drehte er mit „Ghost Calls – Anrufe aus dem Jenseits“ einen kleinen Geheimtipp. Eigens fürs Fernsehen gedreht und produziert, fand er auch in Deutschland seinen Weg auf VHS und DVD.

In diesem Thriller geht es um ein geschiedenes Ehepaar, was ihren Sohn als kleinen Jungen durch einen Unfall verloren haben. Doch es häufen sich geheimnisvolle Anrufe, am anderen Ende ihr kleiner Junge Michael, der nach Hilfe schreit, man müsse ihn abholen, er findet den Weg nach Hause nicht mehr. Doch wie kann das sein, anhand von seinen Kleidungsstücken und einem nicht wieder auftauchen wurde er von der hiesigen Polizei für Tod erklärt. Dazu kommen mysteriöse Todesfälle von Bekannten und Freunden der Familie. Helen (Elizabeth Ashley) und ihr geschiedener Mann (Ben Gazzara) glauben nicht an Zufälle und gehen mithilfe von ihrem Neffen Craig (Michael Douglas) der Sache auf den Grund.

Schon wenn man die Filmbeschreibung liest, bekommt man den Eindruck das es sich um Standardkost im Thriller Genre handelt, dies trifft jedoch nicht ganz zu. Der Zuschauer wird wie die Charaktere im Dunkeln gelassen, zwar erhärten sich gewisse Verdachtsfälle was an der Geschichte dran ist und wer der geheimnisvolle Anrufe aus dem Jenseits ist – doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt, dieses Sprichwort trifft hier auch vollkommen zu.

Doch ein wahrer Thriller Fan wird den Braten schnell riechen, und dem Täter auf die Spur kommen, doch lässt man sich entspannt auf den Film und der Story an, bekommt man solide Filmkunst geboten, was für einen Film der eigens nur fürs Fernsehen produziert wurde, nicht als selbstverständlich angesehen sollte.

Allein schon die Besetzungsliste klingt wohlwollend. Elizabeth Ashley drehte Jahre später, nämlich 1978 nochmals gemeinsam mit Michael Douglas einen Thriller „Coma“ – ebenfalls ein Geheimtipp! Und da wären wir auch schon bei Michael Douglas, noch bevor sein Bekanntheitsgrad in Hollywood enorm anstieg, durch die TV Serie „Die Straßen von San Francisco“ drehte er einige filmische Beiträge. Später folgten noch Klassiker wie „Der Rosenkrieg“ im Jahr 1989 mit Danny De Vito, natürlich sollte man den Action-Thriller „Black Rain“ aus dem selbigen Jahr nicht ungenannt lassen – und noch dutzende weitere Filme. In einer weiteren Rolle ist Ben Gazzara zu erkennen, ihn dürften die meisten als Fiesling aus „Road House“ von 1989 mit Patrick Swayzy kennen.

„Ghost Calls“ lässt den Zuschauer sanft ins Geschehen mit einsteigen, nach und nach bekommt man Hintergründe der Vergangenheit der Familie und was es mit Michaels verschwinden auf sich hat serviert. Der Zuschauer malt sich in seinen Gedanken aus, wer hinter den Anrufen steckt und denkt, das er den Plot durchschaut hat. Doch im späteren Verlauf der Story wendet sich das Blatt ein wenig. Harte Action wird man im Film vermissen, zwar wird auch mal jemand niedergeschlagen, oder ein Mann kommt durch Bienen ums Leben, doch die Gewaltdarstellung hält sich zurück.

Der Spannungsaufbau nimmt stetig zu und fesselt den Zuschauer an den Bildschirm. Diese Neugier wird durch weitere mysteriöse Anrufe aus dem Jenseits entfacht. Schauspielerisch betrachtet liegen alle Darsteller auf einem guten Level und Leistung, lediglich unser Michael Douglas wirkt etwas befremdlich mit seiner großen Brille.

Der Film hat eine Freigabe von FSK 16 und ist für Krimi / Thriller Fans sicherlich eine Sichtung wert, ich stelle ihn mal als Geheimtipp vor, man kann ihn sich auf VHS oder DVD anschauen und ist schon für ein paar Euro zu bekommen. Vielleicht läuft er ja auch mal wieder im Free TV oder man schaut ihn sich auf Netzkino kostenlos und legal an. Durch diese Seite bin ich auch erst auf diesen Film aufmerksam geworden.