Glory

Der amerikanische Bürgerkrieg verwüstet das Land und macht die Ideale zur Antriebskraft in Chaos und Elend. Durch familiäre Kontakte bis in die hohen Kreise der nordamerikanischen Führung erhält der junge Offizier Robert G. Shaw (Matthew Broderick) nach seiner Verwundung in der Schlacht am Antietam die außergewöhnliche Aufgabe ein Unionsregiment nur aus Farbigen zusammenzustellen – die 54th Massachusetts Volunteer Infantry.

Etwas zu gelacktes Bürgerkriegsdrama

Der US-amerikanische Bürgerkrieg ist ein Thema, welches die USA ohne Frage gespalten hat wie nichts anderes davor und danach. Die heutige Gesellschaft dort ist geprägt durch diesen Krieg. Während in der Schule wahrscheinlich nur US-Geschichte wirklich durchgenommen wird (so ist es zum Teil auch), wird ab und an aber auch vergessen, was es in diesen Krieg alles gab. So dient dieser Film als Gedächtnisstütze. Er soll erinnern,an die Gleichheit der Menschen im Krieg. Und gleichzeitig repräsentiert er auch, dass es nicht auf die Hautfarbe ankommt. Denn im Krieg stirbt jeder (vorzüglich und zugleich kitschig gezeigt in der letzten Szene).

Der Rassenwahn als Kriegsdrama. Der innerlich auch unter Gleichgesinnten alles abverlangt und dennoch für Respekt sorgt. Jeder sei gleich im Krieg. Aber er ist es nicht. Geschichte auf Unterhaltungsniveau der hollywoodschen Schiene. Das ist auch nicht schlecht. Rein von der Inszenierung her, bietet Zwick hier ein Augenschmaus nach den anderen (der Oscar für Freddie Francis an der Kamera ist vollkommen gerechtfertigt). Zudem lässt er den Zuschauer mit einem grandiosen Eindruck zurück, wie sich der Krieg anfühlt. Und zwar durchs Hören. Der Ton (auch Zurecht mit den Oscar ausgezeichnet) haut den Zuschauer Salven der Verdammnis zwischen die Ohren, dass man nichts mehr versteht. Das ist gut so. Denn so bekommt man einen Eindruck wie es ist unter permanenten Beschuss zu sein, wo der Wahnsinn tobt. Also rein von der Form her, sehr gut gelungen der Film. Nur ist er zu oberflächlich und zu gelackt um wirklich in die Tiefe zu gehen. Die wahren Hintergründe, und vor allem wie es mit den schwarzen Soldaten weiterging, das hält der Film zurück.

Interessanter wäre es gewesen, Zwick hätte die Zeit danach gezeigt. Denn die schwarzen Soldaten hatten noch lange danach keine Gleichberechtigung. Im Gegenteil, si wurden sogar noch schlechter bezahlt als die weißen Soldaten, obgleich sie im gleichen Sand ihr Blut vergossen. Hier wäre der Knackpunkt gewesen einen wirklich kritischen Einblick zu erhaschen, wie die Schwarzen zu dieser Zeit behandelt wurden. Aber das gibt’s hier nicht. So verkommt das Ganze zu eine rührseligen Auseinandersetzung mit allerlei Klischees (wie z.B. das in jeden Film über diese Thematik mindestens eine „Sing“-Szene drin vorkommt) und Pathos ohne Ende. Allein schon die Musik von James Horner (die durchaus gut ist) versetzt den Film in eine pathetische Reise ins Herz von Amerika. Die Charaktere sind aber schön gezeichnet muss ich sagen. Im Gegensatz zu anderen Meinungen halte ich die Darstellung von Matthew Broderick sehr gelungen. Denzel Washington spielt hier bereits alle Fazetten durch, die er in weiteren Filmen folgen lässt. Hier begann quasi sein Standardspiel. Ist bereits alles da. Dennoch bleibt ein seltsamer Geschmack der Versüßung der Auseinandersetzung mit diesen Thema zurück.