Gorillas im Nebel (1988)

Inhalt:

Die Biologin Diane Fossey (Sigourney Weaver) möchte ursprünglich nur für ein paar Monate in Afrika die Population der Berggorillas studieren.
Doch die faszinierenden Tiere lassen sie nicht mehr los, und so bleibt sie noch jahrzehntelang in Afrika und kämpft gegen die drohende Ausrottung der Tiere durch Wilderer. Ihre Beziehung geht unter dieser Aufgabe zu Bruch, doch ihre fanatische Arbeit hält die Zahl der Tiere zumindest konstant.

Filmisches Feedback:

Unaufgezwungener Umweltschützerfilm ohne wie einer zu wirken

Diane Fossey, eine der Primatenforscher die es geschafft hat das Leben unserer nächsten Verwandten uns näher zu bringen, ist tot. Ermordet von…? Tja, das weiß man nicht. Das zeigt der Film nie. Das will er auch nicht zeigen. Zwar präsentiert er die Ermordung nur schemenhaft (man hört sie eher) aber hier setzt Regisseur Michael Apted auch gleich den Affen den Menschen gleich. Was das heißt? Apted zeigt sowohl das Abschlachten von Affen als auch den Mord an Fossey nicht direkt. Er zeigt die Auswirkungen und stellt beides als ein zu verteufelnden Akt dar. Wenn man von Weißrückengorillas nur noch den Torso findet mit blutenden Hals, wenn man nur noch Körperteile der Affen findet und viele in einem wahren, profitgeilen Blutrausch abgeschlachtet werden und wenn er die Ermordung von Fossey zeigt, dann stellt er den Menschen den Affen gleich.

Fossey liebte den Affen mehr als den Menschen und sie starb mit ihnen. Lieber in einer Welt für etwas kämpfen was sich lohnt um darin zu sterben, als sich selbst zu untergraben. Aufbegehren mit vollem Risiko und dafür bezahlen. Das sind, so möchte ich es sagen, noch Helden. Welche, die sich etwas trauen. Die versuchen etwas zu bewirken. Auch wenn sie scheitern, wenn sie mit ihrem Leben bezahlen…sie haben es versucht. Und das versucht der Film zu portraitieren. Manchmal etwas zu plakativ, manchmal könnte man denken die Bilder wirken wie aus einem Katalog für Safaris (obwohl diese Romantik eher bei JENSEITS IN AFRIKA, 1985, der Fall war). Aber Apted schuf hier nur wunderbare Bilder um die Schönheit unserer nächsten Verwandten zu zeigen. Bilder (sehr schön eingefangen vom Kameramann John Seale) die in ihrer Einfachheit genau das zeigen: Natur. Die Musik von Maurice Jarre unterstützt den Eindruck einer vollkommenden Eintracht zwischen Mensch und Natur.

Warum zerstören wenn man zusammenleben kann? Aus Profit? Aus Gier? Fossey kämpfte dafür. Und dieser Film ist eine Hommage an diese Frau. Ein Denkmal für die Hilfe gegen Ausrottung. Das man so einen Film noch nicht mit Walen gedreht hat oder mal einen Versuch unternimmt solch einen „liebenswerten“ Film über Haie zu drehen ist schade und wäre ein schönes Experiment.


Ich bin wahrlich kein Hippie oder „Birkenstock“-Träger, aber ein bisschen Ehrfurcht sollte man schon haben. Und ich habe Respekt vor Menschen die sich gegen etwas stemmen das ihrer Meinung nach Unrecht ist. Denen wird zu wenig gewürdigt. Dieser Film versucht es zumindestens. Es geht aber Apted nicht allein um Fossey. Im Grunde geht es ihm um die Gorillas, um die Affen, um unsere Verwandten. Fossey dient da nur als Aufhänger. Apted will die oben erwähnte Ehrfurcht erreichen indem er die Gorillas als den Menschen ebenbürtig zeigt. Dies schafft er durch reale Aufnahmen und für spezielle Nahaufnahmen die sehr guten Kostüme von Rick Baker. Auch seine Darsteller zeigen mit ihr bestes Tun.

Sigourney Weaver gibt eine der besten Leistungen ihres Lebens ab. Zu Unrecht nicht anerkannt. Und Bryan Brown ist ein unterschätzter Darsteller. Wenn man genau hinsieht erkennt man sogar „Ser Jorah Mormont“ Iain Glen aus der aktuellen TV-Serie GAME OF THRONES  in einer seiner ersten Rollen. Aber heimlicher Held dieses Films ist John Omira Miluwi als Sembagare. Ihm merkt man am meisten den Schmerz an. Bei ihm spürt man den Untergang der Zivilisation.
Lasst den Film ruhig mal kitschig sein, aber seine Wirkung verliert er nie.