Hände voller Blut (1971)

Die Geschichte um den Frauen Mörder aus England mit dem Titel „Jack the Ripper“ dürfte fast jeder ausreichend kennen. Die HAMMER Studios in England nahmen sich dieser Thematik auch schon öfters an, doch 1971 wurde die sagenumwobene Geschichte noch weiter entwickelt, was ist wenn der Mörder sozusagen in seiner Familie weiterlebt und mordet? Diese Idee setzte 1971 mit dem Film „Hände voller Blut“ Regisseur Peter Sasdy in den Pinewood Studios in England bildlich um.

Die HAMMER Studios waren bekannt für orpulente und detailreiche Sets und Kulissen. Die viktorianische Ära um die Jahrhundertwende wird in muffigen Zimmern und Kostümen widergespiegelt. Leichte, dezente Farben stechen aus schwarz und grau Tönen deutlich hervor. Das Leben in dieser Ära ist nicht einfach und oft nur besser betuchten beschert, die meisten Menschen lebten im Dreck, Alkohol und Verbrechen waren an der Tagesordnung um ein angenehmeres Leben sich zu bescheren.

Die Geschichte wird in „Hände voller Blut“ in einem angenehmen Tempo wieder gegeben, kaum Pausen oder Längen sind im Plot zu spüren. Dialoge helfen dem Zuschauer etwas über die Charaktere und deren Beweggründe in Erfahrung zu bringen. Untermalt werden vielerlei Szenen mit einem stimmigen und passenden Score, leichte Klänge betreiben ein Wechselspiel mit dumpfen Klängen, immer mit einem Hauch Dramatik versehen.

Schauspielerisch liefern alle Darsteller sehr überzeugende Leistungen ab, allen voran die Schauspielerin Angharad Rees als „Anna“, die darstellung von einer Psychose verbunden mit einem Trauma aus der eigenen Kindheit wirkt sehr überzeugend und realistisch. Auch Eric Porter kann in der Rolle des Sigmund Freund Verehrers Pritchard ebenfalls sehr überzeugen.

Doch „Hände voller Blut“ fehlt etwas sehr entscheidenes und wichtiges um vollkommen zu überzeugen, ein Aufbau von Spannung wird kaum Beachtung geschenkt, zwar wird der Zuschauer mit eindrucksvollen Bildern und Schauspielern verwöhnt, doch die Atmosphäre wirkt etwas dumpf und leicht, durch einen Spannungsaufbau hätte man mehr aus der Thematik von Jack the Ripper heraus kitzeln können, somit dient sie nur als simpler Aufhänger der Story, die den ganzen Film irgendwie tragen muss. Zwar wird der Zuschauer mit HAMMER unüblichen brutalen Mordszenen getröstet, was eine Freigabe von FSK 18 einbrachte, obwohl eine 16er angestrebt war.

Das Finale im Film erhebt sich noch empor mit einem Hauch Dramatik und einem tragischen Ende. „Hände voller Blut“ gehört vielleicht nicht zu den besten Werken der HAMMER Studios, aber ist ein mutiger Schritt in die Darstellung von mehr Gewalt gewesen. Doch wenn die Story unausgekoren wirkt, kann die Gewalt und Schauspieler den Film nicht tragen und somit verschwindet der Film ein Stück hinter den Klassikern aus dem englsichen Filmstudio.