Halloween IV – Michael Myers kehrt zurück (1988)

Dem stoischen Mörder mit der weißen Maske gelingt die blutige Flucht aus seiner Klinik in Richmond. Dr. Loomis (Donald Pleasence) weiß sofort, was Sache ist, als er von dem Unfall des Krankentransports hört. Doch es dauert eine Weile, bis ihm die Polizei von Haddonfield glaubt – dem Heimatort von Michael, zu dem er nun zurückkehrt. Er mordet, was ihm vor das Messer läuft. Seine Nichte Jamie (Danielle Harris) und ihre Stiefschwester Rachel (Ellie Cornell) können gerade noch von Dr. Loomis gerettet werden. Sie fliehen in Begleitung von vier Männern aus der Stadt, werden aber vom diabolischen Killer verfolgt. Es vergeht nicht viel Zeit, dann gibt es vier weitere Leichen…

 

Wir schreiben das Jahr 1988. Das Horror-Genre, insbesondere der Slasher-Film, hat in den großen Kinos abgedankt. Lediglich die Ikonen Jason Voorhees und Freddy Kruger schaffen es noch mit ihren endlosen, Nummernrevuen gleichenden, Fortsetzungen, gutes Geld zu machen. Da wurde auch Moustapha Akkad wach. Der ausführende Produzent der ersten „Halloween“-Filme, sicherte sich die Rechte, denn wenn die „Epigonen“ weiter morden, warum nicht auch der Wegbereiter dieser Filmgattung. So kam es in diesem Jahr mit der „Rückkehr des Michael Myers“ zu dem durchaus geglückten Versuch die Reihe weiterzuführen.
„Halloween 4“ sollte nicht einfach nur ein Aufguss bekannter Motive ein. Nein, man suchte einen Weg, die Figur des Michael Myers, halbwegs logisch wieder auftreten zu lassen, da „Halloween III“ bekanntlich ein Flop war und die Marke eben am besten mit ihrem Aushängeschild funktioniert. Doch wohin sollte man gehen? Welche Story wollte man nach dem Ende von Teil 2 verfolgen? Schließlich war Myers kein Zombie, den man wie Jason einfach wieder auferstehen lasse konnte. Und das ist eigentlich das größte Problem an dem durchaus gelungenen Film. Die Logik hinkt leider ordentlich. Myers ist in Teil 2 verbrannt, doch aus irgendeinem Grund ist er unter Sicherheitsvorkehrungen auf einer Intensivstation und wie wir feststellen noch quick lebendig. Auch Dr. Loomis scheint äußerst resistent gegenüber Feuer, inklusive Explosionen, zu sein. Denn auch er stolziert noch quicklebendig, mit Narben Make-Up und Gehstock, durch das Bild. Laurie Strode ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, und Jamie Lee Curtis hatte einfach bessere Projekte auf der Pfanne, und somit begibt sich Myers auf die Jagd nach seiner Nichte Jamie Lloyd, die bei Pflegeeltern in Haddonfield lebt, gefolgt von einem wild um sich fuchtelnden Dr. Loomis, der langsam ebenfalls einen Psychiater bräuchte. „Halloween 4“ ist trotz dieser, naja etwas halbgaren Ausgangssituation, ein durchaus unterhaltsamer Film. Regisseur Dwight H. Little („Zum Töten freigegeben“, „Rapid Fire“) macht keine Gefangenen und hält sich nicht mit Belanglosigkeiten auf. Er drückt durchgängig aufs Gaspedal und serviert den wohl Action lastigsten Teil der Reihe. Egal ob eine Jagd auf dem Dach, etwas Geballer oder eine Auto-Action Szene, hier kommt man durchaus auf seine Kosten. Die 85 Minuten sind extrem kurzweilig und immer wieder versucht Little, Suspense aufzubauen, was ihm mal mehr, mal weniger gelingt. Der Film orientiert sich oft an Carpenters Original, schafft es aber nie, die Intensität zu erreichen. Jedoch liefert der Regisseur gute Arbeit ab und schafft es auch stimmungsvolle Settings zu nutzen, welche gut zur Geltung kommen. Michael Myers geht hier auch recht rabiat zur Sache, schließlich muss man ja Konkurrenzfähig bleiben. Auch einige Härten gibt es zu bewundern, die aber heute keinen mehr groß hinter dem Ofen vor holen, aber recht ansehnlich gestaltet sind. Auch hat Myers hier wohl zum ersten Mal seine Teleportationsfähigkeiten entdeckt, denn wie in keinem anderen Film der Reihe, schafft es der maskierte Unhold sich so schnell von einem Ort zum nächsten zu bewegen. Es sind nun mal diese Kleinigkeiten, die etwas unfreiwillig komisch wirken und den Genuss etwas senken.
Dafür hat man mit der Besetzung alles richtig gemacht. Danielle Harris ist eine Bereicherung für die Filme. Ihre Jamie schafft es den Zuschauer mitzunehmen, so intensiv spielt die damals 11-jährige ihre Rolle. Das ist eine äußerst gute Leistung für ein Kind. Auch Ellie Cornell gibt eine gute Figur ab. Ihr Spiel ist natürlich und macht sie zu einer Identifikationsfigur innerhalb des Films. Zwar ist es schön, dass auch hier Donald Pleasence in seiner Paraderolle zurückkehrt, jedoch ist sein Dr. Loomis fast schon selbst ein psychisches Wrack, welches die damaligen Erlebnisse ebenfalls nicht ganz verarbeitet hat. Seine immer wiederkehrenden Tiraden über das personifizierte Böse machen ihn schon fast mehr zur Witzfigur, als zu einem ernstzunehmenden Charakter, was in Teil 5 noch schlimmer wird. Der wild vor sich her brabbelnde Doc degradiert sich somit fast selbst zur Nebenfigur. Die weiteren Darsteller sind indes solides Beiwerk, nicht weltbewegend aber deutlich besser als zum Beispiel in den „Freitag der 13.“-Filmen. Der Score von Alan Howarth, John Carpenter selbst wollte mit dem Projekt nichts mehr zu tun haben, klingt äußerst stimmungsvoll, bietet aber neben dem Kultthema jedoch nichts innovativ neues. Ein solider Soundtrack für einen Horrorfilm eben. Der Streifen schaffte es die Reihe wieder in Spur zu bringen und machte guten Gewinn an den Kinokassen und ist heute bei den Fans noch recht beliebt. Da der Rubel rollte, ließ eine weitere Fortsetzung nicht lange auf sich warten.

„Halloween 4“ brachte 1988 die „Rückkehr des Michael Myers“. Wer die Logik etwas außer Acht lässt, kann sich 85 Minuten durch diesen kurzweiligen B-Film unterhalten lassen. Denn Dwight H. Littles Weiterführung der Kult-Reihe ist handwerklich sehr sauber, unterhaltsam und Actionreich, und gehört mit zu den besten Teilen der Reihe. Starke Jungdarsteller halten den Zuschauer bei der Sache und bescheren Michael Myers einen ordentliches Comeback!