Hard Bull – …härter als Granit (1989)

Der Armee des bolivianischen Drogen-Kartells unter Finsterling Wesson (Henry Silva) ist kaum das Handwerk zu legen. Schon etliche Einheiten wurden in die grüne Hölle entsendet, keine kam je lebend wieder. Das soll sich nun ändern und die Offiziellen schicken Kombat-Spezialist Bull (Miles ’Ator’ O’Keefe) und sein Mini-Squad (zwei Männer) in den Dschungel. Schon kurz nachdem sie mit dem Fallschirm über Feindesgebiet abgesprungen sind, müssen sich die Jungs nicht nur dutzender Bodentruppern erwehren, sondern bekommen auch noch aus dem Himmel die Hucke vollgeschossen und von Piranha-Schwärmen den Arsch angenagt. Das kann ja heiter werden…

 

Rambo hat es vorgemacht und viele machten es nach. Besonders im B-Movie Sektor des Action Genre wurden zahlreiche Adaptionen und eigene Versionen auf den Videomarkt geworfen. HARD BULL – HÄRTER ALS GRANIT ist solch ein Produkt – Made in Italien. 1989 drehte Regisseur Michele Massimo Tarantini den Actioner mit Miles O´Keefe in der Hauptrolle als Anführer einer kleinen Söldnereinheit, die mal ordentlich aufräumen sollen im Dschungel. Tarantini ist kein Unbekannter Regisseur, zahlreiche B-Movies sind in seiner Laufbahn vorzufinden, sei es “Das Schwert des Barbaren” aus dem Jahr 1983, “Helm auf, Hose runter” von 1980 oder auch “Blutiger Schweiß” von 1976.

HARD BULL glänzt nicht mit Einfallsreichtum und einer ausgewogenen Story, stattdessen bekommt man die typischen Action Klischees faustdick auf dem Silbertablett serviert. Doch muss ein Actioner eine tiefgründige Story beherbergen? Mitnichten, in erster Linie soll er unterhalten und dem Actionfreund satte Unterhaltung bieten. Und das tut HARD BULL auf ganzer Linie. Hier wird geballert, gesprengt und zerstört am laufenden Band. Hier kann man das Sprichwort: Nicht kleckern, sondern klotzen, gut zum Einsatz bringen. Wahrscheinlich wurde kaum in einer anderen Filmproduktion soviel Munition verbraucht wie in HARD BULL. Die Gegner fallen um wie die Fliegen. Das unser Held gespielt von Miles O´Keefe anscheinend ein Endlosmagazin besitzt ist zweitrangig, hauptsache es knallt und rummst ordentlich. Doch auch seine Soldatenkollegen haben im selben Waffengeschäft ihre Utensilien eingekauft und ballern endlos in der Gegend umher. Das der Gegner dafür mehr in die Luft schießt als sein vorgegebenes Ziel zu treffen ist selbstverständlich – denn sonst wäre unsere Truppe bestehend aus drei Söldnern, schnell von der Übermacht der mehreren hundert Gegnern schnell ausgeschaltet.

Gedrillt zu killen

Als Anführer einer Privatarmee, die sich Miles da vorgenommen hat, taucht Charaktergesicht Henry Silva auf. Wie gewohnt mimt er hier den kaltblütigen Korrupten Schurken und legt sich hier aggressiv und bestimmend mit den Söldnern an.

Die Actionsequenzen sind hart und massig im Plot integriert worden. Sehr realistisch sind viele Szenen umgesetzt worden und werden das Herz eines Actionfreundes schneller schlagen lassen. Für italienische Verhältnisse wurde hier in HARD BULL sauber gearbeitet. Zwar sind bei manchen Explosionen die Modellbauten zu erkennen, das mindert aber kaum spürbar den Unterhaltungswert des Streifens. Zudem sind die Dialoge der einzelnen Charaktere auf das mindeste reduziert worden, das unterstützt den einfachen aber wirksamen Plot und rückt die gebotene Action in den Vordergrund.

HARD BULL ist leider wieder eine ONLY VHS Perle vom Label “Empire”, mit einer FSK 18 Freigabe. Er befand sich sogar bis 2015 auf der Indezierungsliste. Dieser Action-Kracher aus dem B-Movie Sektor hätte eine würdige DVD und Blu-ray Veröffentlichung verdient.