Harley-Davidson 344 (1973)

In den 70er Jahren waren Bikerstreifen bei den Kino Zuschauern sehr beliebt, dies war auch dem Film EASY RIDER zu verdanken. Die Zuschauer mochten den Geruch der endlosen Freiheit und wollten ihn nicht mehr missen. Doch wer jetzt denkt das es beim Film HARLEY-DAVIDSON 344 um eben solch einen typischen Bikerstreifen handelt, wird etwas enttäuscht sein. Es handelt sich eher um einen waschechten Krimi, der die 70er Jahre in vollen Umfang einfängt und auf die Leinwand bringt.

Es handelt von einem Streifen – Cop per Motorrad, der eine Versetzung und Beförderung zum Morddezernat anstrebt, da kommt ihn ein ungelöster Mordfall in seinem Revier gerade recht, sich zu beweisen. Passieren tut im Bezirk nicht sonderlich viel, hier und da mal eine Verkehrskontrolle, ansonsten verbringen die Kollegen viel Zeit auf Felsen und sonnen sich in der glutheissen Sonne der wüstenähnlichen Landschaft.

HARLEY-DAVIDSON 344 ist das einizige Werk von James William Guercio, anstatt sich auf Notenblätter zu beschrenken, verschlug es den Musiker auch mal hinter die Kamera als Regisseur, und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen.

Das Tempo des Films ist sehr ruhig, und wilde Kamerafahrten und Schwenkungen sind nicht vorhanden, diese Verfahrensweise war in den 70er Jahren auch beständig im Einsatz. Erst in den 80er Jahren wollte das Publikum pure Action auf der Leinwand sehen. Das der Film ein paar Längen aufweist, und etwas zäh daher kommt, liegt am gebremsten Spannungsaufbau. Durch einige Nebenstränge im Plot wird leider dem Hauptplot etwas Wind aus den Segeln genommen, und etwas vernachlässigt. Sie dienen meist nur als Aufhänger und finden weniger Beachtung.

Für die Rolle des Mototr Officer John „Big John“ Wintergreen, Stockman PD wurde Robert Blake engagiert. In den 60er Jahren spielte Blake in einigen Western mit, aber auch in den 80er und 90er war er durchaus noch präsent auf der Leinwand. 1985 spielte er in FÄUSTE AUS STAHL mit, 1995 sogar in MONEY TRAIN. Betrachtet man den Film als Erstlingswerk, so kann man dem Musiker viel Lob zusteilen, jedoch sind ein paar Schwächen vorhanden, die einem spannenden Film doch arg im Wege stehen.

Dennoch für Biker Fans, die statt Hippies auch mal die andere Seite des Gesetzes erleben möchten, durchaus eine Empfehlung. HARLEY-DAVIDSON 344 gibt es in Deutschland auf VHS und DVD, und besitzt eine Freigabe von 16, die durchaus in Ordnung ist. Denn satte Action wird hier nicht präsentiert, lediglich eine Szene, die aber recht zügig wieder vorbei ist. Stattdessen liegen hier die Schwerpunkte auf die Polizei Arbeit und die Menschen die in den Uniformen stecken.