I Want You Dead, Uncle Sam (1996)

Slasherstreifen gibt es fast wie Sand am Meer, die meisten beruhen zumeist auf dem gleichen Prinzip. Der Streifen I want you Dead, Uncle Sam von 1997 ist auch so ein Kandidat. Für die meisten eher ungeläufig und in der Masse der Slasher klanglos untergegangen. Als Regisseur trat William Lustig hinter die Kamera, diesen Namen kennen sicherlich viele Filmfans der letzten Jahrzehnte. Er drehte Filme wie „Maniac“ im Jahr 1980, „Maniac Cop Trilogie“ von 1988 bis 1992 und „The Expert“ von 1994 mit Jeff Speakman in der Hauptrolle. Wer die Maniac Cop Streifen kennt, wird hier einiges wiederfinden, allen voran die Kostümierung von Sam Harper – den rachesuchenden Wiedererweckten Soldaten aus dem Krieg! Für das Drehbuch war Larry Cohen verantwortlich, auch dieser Name sollte vielen ein Begriff sein. „Die Wiege des Bösen“ von 1974, „American Monster“ von 1982 oder auch „Stuff – Ein tödlicher Leckerbissen“ aus dem Jahr 1985 sind nur einige seiner Werke. Sei es hinter der Kamera, oder als Drehbuchautor oder sogar als Produzent. Larry Cohen verbirgt sich hinter sehr vielen Filmprojekten.

In I want you Dead, Uncle Sam geht es um den Soldaten Sam Harper, der im Irak Krieg durch „friendly fire“ fiel. Friendly Fire bedeutet durch eigene Schüsse der eigenen Truppe ums Leben gekommen. Sein Leichnam wird in die Heimat überführt, in dem Haus seines Neffen Jody wird der Leichnam ein paar Tage im Sarg aufbewahrt, bevor er standesgemäß beerdigt wird. Sam erwacht wieder zum Leben und macht sich am Unabhängigkeitstag dem 4. Juli auf die Jagd sich an den Besuchern des Festes zu rächen. Allen voran an Grabschändiger und Kriegsveteranen.

I want you Dead, Uncle Sam“ benötigt etwas Zeit bevor er ein Tempo an den Tag legt. Man bekommt erst ein paar Charaktere präsentiert und erhält ein paar Einblicke in deren Leben und ihren Beziehungen zueinander. Doch nach ungefähr einer halben Stunde nimmt das Grauen seinen Lauf, und Sam erwacht zu neuem Leben. Passend ist hier der Name des Killers und die der Werbefigur der USA. Die erste Halbe Stunde dürfte für manche schwer sein zu ertragen, doch alle Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab, besonders Christopher Ogden in der Rolle des kleinen Jody wirkt sehr gut. Seine Art „Kriegsgeilheit“ ist eine Art Parodie auf den Patriotismus der Amerikaner, die Regisseur und Drehbuchautor zusammen auf die Schippe nehmen. Jedoch ohne dabei ins Lächerliche abzudriften.

Die meisten Szenen spielen sich am Tage ab, dies tut leider der Atmosphäre gar nicht gut. Doch der Zuschauer wird mit ein paar härteren Szenen entschädigt, zwar geschehen einige Morde im Off, erst wenn die Tat vollzogen ist, bekommt man zu sehen was überhaupt passiert ist. Doch im späteren Verlauf des Films ändert sich dieses auch und man bekommt auch mal mehr zu sehen. Die Gewaltdarstellung verhält sich micht übertrieben, ein Slasher sollte nicht zu brutal rüberkommen, sonst wäre es ja auch ein Splatter!

I want you Dead, Uncle Sam bedient sich weiterhin an vielen typischen Klischees und setzt sich oft aus dem Baukasten zusammen. Auch merkt man ihm an manchen Stellen das geringe Budget an, bestes Beispiel, die Seile eines Stuntman, doch ein Teil des Budgets floss in die Effekte und die sind durchaus ansehnlich.

Doch leider ist dieser Slasher nur einer von vielen, vieles von dem Gesehenen hinterlässt keinen bleibenden Eindruck beim Zuschauer. Zuwenig Atmosphäre, geringe Spannung – dafür gute Darsteller und zufrieden stellende Effekte. Somit muss jeder für sich entscheiden ob er sich diesen Film anschauen möchte und muss oder es lieber belässt!