Ilsa – She Wolf of the SS (1974)

Ilsa ist eine sadistische KZ-Aufseherin aus dem braunen Lehrbuch. Weibliche Gefangene dienen tagsüber als Studienobjekt und Versuchskaninchen für Ilsas Theorie, dass Frauen mehr Schmerzen aushalten als Männer, diese wiederum müssen nachts ihren unstillbaren Liebeshunger befriedigen, und da das bislang niemand vermochte, werden sie anschließend der Reihe nach kastriert. Bis Wolfe, ein amerikanischer Gefangener und selbsternannte Sexmaschine, sie hörig macht…

Wenn man sich in die Untiefen des Exploitationkinos der 70er Jahre begiebt, stößt man auf diverse Dinge, bei denen man glaubt, dass dies nur ein schlechter Scherz sein könnte. So ging es mir als ich auf das Naziploitation-Genre aufmerksam wurde. In der NS-Zeit angesiedelte Filme, die mit Nazis, Gore, Sex- und Folterszenen nicht geizen.
Die Sperrspitze dieser cinematographischen Ergüsse ist sicherlich dieser Film. Wir sehen die eher unbekannte Dyanne Thorne als Ilsa, Herscherrin und Schrecken des “Medical Camp 9”, die mit Brutalität und Sadismus ihre Gefangenen unterjocht und versucht mit Folter Frauen zur eiserner Härte zu formen, um zu zeigen dass das weibliche Geschlecht sich nicht hinter Männern verstecken muss.
Wenn man vom femenistischen Aspekt absieht, bietet dieser Film alles was dieses Genre definiert: Sex, Gore und Unmenschlichkeit! Sleaze Deluxe so zu sagen. In nur 9 Tagen am Set von “Hogan’s Heroes” gedreht, liefert Regisseur Don Edmonds die Grindhouse-Bombe schlechthin, Lesben-Sex inklusive. Prunkstück ist aber sicherlich Thorne’s Schauspielkunst. Ihr Over-Acting ist, in der Originalfassung, so unglaublich unterhaltsam, dass man mal kurz die Grausamkeiten und den Appell an die niedersten Instinkte der Menschheit vergisst und sich köstlich amüsieren kann. Nichts desto trotz bleibt es ein sehr fragwürdirger Film, der sich darauf versteift,den Zuschauer zu schocken, inklusive Natur-Sekt-Szene, und die Schmerzgrenen auszuloten, was 1974 anscheinend gut geklappt hat. Ob man den Film rechtfertigen kann, in dem man das mit dem Terror der Nazis vergleicht, sei dahin gestellt. Für alle anderen gibt es hier einen harten Exploitation-Reißen, wirklich ganz jenseits jeglichen Geschmacks.

Dyanne Thorne brillierte danach noch drei weitere Male als Ilsa. “Ilsa -Haremswächterin des Ölscheichs”, “Ilsa – Die Tigerin” und “Ilsa – The Wicked Warden”, welcher eigentlich kein richtiger Ilsa-Film ist aber ich zähle ihn dazu, zeigen die Hauptfigur in weiteren Sujets.
Thorne schauspielert mittlerweile nicht mehr und arbeitet als PRIESTERIN!!! in ihrer eigenen Kappelle in Las Vegas, WTF?!
2007 lieferte Rob Zombie mit seinem Fake-Trailer “Werwolf Women of the SS” innerhalb des “Grindhouse Double Features” von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino eine Hommage/Parodie zu diesem Film.

“Ilsa – She Wolf of the SS” wurde in Deutschland nie offiziell veröffentlicht, ist aber inklusive Synchro in Österreich von XT Video zu bekommen, meist in einer Box mit “Haremswächterin” und “Tigerin”.