Im Vorhof der Hölle (1990)

Der Regisseur Phil Joanou drehte 1990 das packende und beklemmende Thriller – Drama IM VORHOF DER HÖLLE (Originaltitel: State of Grace). Joanou zeigt nicht nur sein Können hinter der Kamera, sondern brachte auch viele Stars vor die Linse, um gemeinsam dieses Werk zu vollenden. Schon 1987 beweist er sein Talent im Film FAUSTRECHT – TERROR IN DER HIGSCHOOL (Originaltitel: Three O’Clock High).

Das Staraufgebot kann sich bedeutsam sehen lassen, die Namen versprechen ein Garant im Thriller Genre, und die Schauspieler geben nicht nur ihren Namen her, sie zeigen sehr eindrucksvoll und intensiv ihr Talent Leben in Ihre Rollen einzuhauchen und somit den Zuschauer in den Bann der Unterhaltung zerren zu können. Die Besetzungsliste ist das Who is Who der 90er Jahre. Angefangen von Sean Penn (Carlitos Way), Gary Oldman (Leon – Der Profi), Ed Harris (The Rock – Fels der Entscheidung), Robin Wright (Das Versprechen) und John C. Reilly (Boogie Nights). Nach IM VORHOF DER HÖLLE folgten für viele der Schauspieler weitere sehr Karrierefördernde Rollen und Darbietungen. Penn und Harris tauchen förmlich komplett in ihre Rollen ein, und überzeugen sehr eindrucksvoll den Zuschauer von ihrem Können. Penn nimmt man die Rolle als Undercover Cop ohne Kompromisse ab, das Versteckspiel und das Hin und Her gerissen zwischen Arbeit und Familie, Freunde nimmt Formen an, und verlangt dem Charakter so einiges ab, aber auch Harris traut man die dargebotenen Leistungen zu, die kaltblütigkeit sogar in der eigenen Familie aufzuräumen, nur um seinen Weg weiter verfolgen zu können, ist berechnend und stimmig zum Gesamtplot des Films. Die Hauptcharaktere des packenden Thrillers wirken realistisch und nicht wie Abziehbilder wie man es aus anderen Produktionen kennt. Die Charaktere haben Tiefe und Ausdrucksstärke, was dem Gesamteindruck des Films enorm nach oben verhilft.

Die Atmosphäre wirkt beklemmend, dreckig, schmutzig und eiskalt, der Zuschauer schaut gespannt auf die Mattscheibe um das Geschehen zu verfolgen, man möchte kein Detail oder Verzwickungen des Plots verpassen. Das Tempo ist ruhig und führt den Zuschauer nicht in Versuchung etwas zu verpassen, was bei einem rasanten Erzähltempo oft passieren kann. Auch wurde an Fans der Action gedacht, viele Nebenplots und Szenenabfolgen beinhalten Action, hier wird auch nicht mit Blut gespart, dem Finale sind gewisse Ähnlichkeiten zu John Woo zuzusprechen. Die Geschichte von IM VORHOF DER HÖLLE wirkt nicht sonderlich neu, die Thematik von Freundschaft, Verrat und Loyalität wurde schon sehr oft in der Filmbranche genutzt, jedoch kann sich dieser Film von der Stärke und Darbietung deutlich von anderen Werken abheben und hervorheben. Auch wenn manche Dinge wie wer auf welcher Seite des Gesetzes steht, oder wer dieses Martirium überleben wird offenbart werden, so entnehmen sie keinerlei Spannung oder Dramatik aus der Story. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers bleibt ungebrochen.

Aber auch musikalisch hat IM VORHOF DER HÖLLE dem Zuschauer einiges zu bieten, das Ohr wird mit wohlklingenden Klängen eines Meisterkomponisten verwöhnt. Die Rede ist von Ennio Morricone, der viele seiner Werke zu Klassikern und Kultfilmen beisteuerte. Allen voran das Western Meisterwerk SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD. Der Score bei diesem Werk hier ist zwar oft melancholisch, aber nicht störend, und untermalt die Szenen ohne zu Nerven oder stören.

IM VORHOF DER HÖLLE ist ein gutes Beispiel dafür, was man mit guten Darstellern, einer einfachen Story und genialer Sounduntermalung erreichen kann. Selbst nach dem Abspann des Films wird man noch des öfteren an ihn denken, denn viele Ansatzpunkte wecken gewisse Gedanken beim Zuschauer auf, somit bleibt er einem lange im Gedächtnis haften. Wer dieses Werk noch nicht kennen sollte, dem sei gesagt: er hat was verpasst!