In den Krallen der Venus (1958)

Kurz bevor das Raumschiff ihr Ziel, die erdnahe Raumstation erreicht, werden die drei Astronauten und ihr Passagier, Professor Konrad Zeuge, wie Todesstrahlen die riesige Raumstation zerstören. Verwirrt und entsetzt zugleich müssen sie feststellen, dass irgendetwas oder irgendjemand auch ihr Raumschiff ins eine Gewalt gebracht hat. Hilflos werden sie von einer Art Magnetstrahl auf den Schwesterplaneten der Erde, zur Venus gezogen. Als die unter der dichten Wolkendecke auf dem Nachbarplaneten der Erde landen, trauen sie ihren Augen nicht. Eine üppige Vegetation wuchert auf der Oberfläche und stellt ihre bis dahin wissenschaftlichen Fakten, dass es auf der Venus kein Leben geben kann, in Frage. Doch dann erscheinen die Bewohner der Venus. Eine Gruppe attraktiver Frauen nimmt die Erden-Männer gefangen und bringt sie zu ihrer Königin, der verführerischen, aber ebenso harten Talleah, die die Erde vernichten will, da sie deren technologischen Fortschritt, insbesondere die Nuklearwaffen als Bedrohung ansieht …

Das die 1950er für so allerlei kuriosen Filmwerke aus dem Bereich der Science Fiction bekannt ist, wissen wir nun langsam, aber dass es immer noch bizarrer geht, hätte ich zumindest nicht gedacht. Und das nicht weil vielleicht irrwitzige Geschöpfe die Erde in ihren Flugobjekten bedrohen oder riesenhafte Monster in unerforschten Regionen der Erde für Unruhe sorgen, sondern weil gerade in den nicht gerade für die Emanzipation der Frauen bekannten 1950er hier eben das weibliche Geschlecht gerne und auch eigentlich häufig als die Bedrohung dargestellt wird.

 In dem Film In den Krallen der Venus sind es die Amazonen, junge attraktive und bewaffnete Frauen, die den männlichen Erdlingen auf der Venus (wo auch sonst^^) klar machen wollen, wo es lang geht. Für die damaligen prüden 1950er wohl ohnehin schon deswegen Science Fiction, dass eine Frau sich gegen den Mann auflehnt und noch eher, dass sie ihn gar um sein Leben bedroht und eine Machtposition einnimmt, die dem damals männlichen Kinozuschauern erst recht unheimlich vorgekommen sein muss. Trotzdem ist In den Krallen der Venus mit Sicherheit nicht ein Film, der die Gleichberechtigung der Frau anstrebt.^^

 Auffallend sind natürlich die fürs männliche Publikum gezeichneten Charaktere. Junge attraktive Frauen, in knappen Kostümen und ja… Pumps… die sind wohl im Universum weit verbreitet^^ Ein wenig erinnern die Kostüme mich ja an die der weiblichen Besatzung des Raumschiffs Enterprise und gaben natürlich somit auch das damalige Idealbild der Frau ab, bis eben auf die Tatsache, dass diese Mädeln in In den Krallen der Venus die von Männern regierte Erde angreifen wollten.

Aber wie es die Filme der damalige Zeit gerne hatten, schaffen es die Männer natürlich durch ihren Charme die Frauen der Venus zu bezirzen, gab es auf der Venus in dem Film ja nun auch niemand männlichen Geschlechts der ihnen die (damals) vorgeschriebene Rolle zuteilte und ihnen zeigten, dass es eher normal ist, dass die Männer anstatt die Frauen das Sagen haben.

 Dennoch auch wenn Anfangs die Frauen die Oberhand zu haben scheinen, ist von vorn herein klar, dass der Mann das Ruder (für sich) zum Guten herum reißen wird. Daran kann dann auch eine B-Movie Queen und Skandal-Nudel Zsa Zsa Gabor nichts ändern, die hier die Königin der Venus spielt. Und da der Mann von Welt ja nicht wirklich grob zu dem vermeintlich schwachen Geschlecht wird – egal ob nun irdischer oder vernusiansicher Herkunft – so lässt er seinen Charme spielen, wickelt die doch naiven Weibchen um den kleinen Finger, faselt von Liebe, wenn es ihm in den Kram passt und sein Gesülze, dass ihm doch eigentlich zu wider ist, den erwünschten Erfolg erzielt.

Und da damals die Frauen ja alle so etwas von naiv waren, fielen natürlich auch die Amazonen der Venus drauf herein^^ Und der Grundstein zur Revolte gegen die doch so hartherzige Königin war gelegt, denn Frauen sind doch alle gleich und wollen doch eigentlich lieber Liebe und lieben als die Erde zerstören.^^

 Man kann über In den Krallen der Venus denken was man will und sich vielleicht als Frau darüber aufregen, wie chauvinistisch der Film im Grunde genommen ist, aber eines kann man dem Film nicht nachsagen, dass er einfach nur schlecht ist. Ja, In den Krallen der Venus ist aus heutiger Sicht Trash, ein B-Movie, aber mit unglaublichen Charme, bunten Kulissen und einer erfrischenden naiven Story, die man heute in Zeiten, wo weibliche Rambos und Frauen, die versuchen maskuliner als die Machos selbst zu wirken in den Filmen dominieren, so nicht mehr zu Gesicht bekommt.

Ich zumindest bin kein Gegner der Gleichberechtigung der Frau, aber trotzdem haben Filme wie In den Krallen der Venus einfach auch ihren gewissen Reiz, wenn man von allen damaligen wie heutigen politischen und gesellschaftlichen Problemen, mit denen die Frauen zu kämpfen hatten und haben absieht und trotzdem im Gegensatz zu den heutigen Darstellungen wirken die Female Fatales damals nicht so billig und ordinär, was eigentlich nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat… viel mehr eine Deformation darstellt, ohne dass es die Frauen selbst begreifen. 

 Das Frauen in den Filmen früher immer als kreischende stets vom Mann beschützt werden müssende hilflose Feder im Wind gezeigt werden und dann in In den Krallen der Venus mal etwas rebellischer für die damals geltenden Normen auftreten hat was und könnte selbst die heutige Frau von Welt zum schmunzeln bringen. In den Krallen der Venus ist natürlich heute nicht mehr wirklich ein Film, den man ernst nehmen kann – damals wohl auch nicht wirklich^^ – aber einfach auf Grund des ganzen bunten B-Movie-Flair, der bizarren Ideen, den klischeehaften Machtverhältnissen und der naiven Grundstory macht den Film sehenswert und unterhaltsam. 

 Leider schaffte es In den Krallen der Venus bis heute nicht über eine Kinopremiere und zwei TV-Ausstrahlungen, davon eine im Pay-TV auf eine Veröffentlichung auf ein käuflich zu erwerbenden Medium wie der DVD, aber ich hoffe inständig, dass der Film, der zuletzt Ende 2002 im Privatfernsehen lief entweder wiederholt wird oder sich ein Label findet, dass den Film veröffentlicht. Ich kann eigentlich gar nicht so viel zzum Film selbst schreiben, da er einfach aus heutiger Sicht zu ungewöhnlich ist, der nach einer Story von Ben Hecht verfilmt wurde. Mir persönlich hat er sehr gut gefallen, war er doch mal etwas anders als sonstige nicht weniger gute Monsterfilme aus den damaligen Jahrzehnten. 

 Wertung:8,5/10 Punkten

 

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