In der Gewalt der Riesenameisen (1977)

In den 20er Jahren erblickte Bert Ira Gordon das Licht der Welt, und bereits im Alter von 30 Jahren stand er als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor hinter der Kamera und begann im Filmgeschäft sich einen Namen zu erarbeiten. Mit Klassikern wie „King Dinosaurier“ oder „Der Koloss“ in den 50er Jahren stand sein Genre fest. Es musste leichter Grusel mit Abenteuerflair sein. Zu seinen bekanntesten Filmen zählt wohl zweifellos „Die Insel der Ungeheuer“ von 1976. Ein Jahr später folgte „In der Gewalt der Riesenameisen“ mit Joan Collins und Robert Lansing in den Hauptrollen.

Durch die Versenkung von Giftfässern im Meer einer Chemiefirma, gelangt ein Fass an den Strand und erleidet ein Leck, so kommen die kleinen Tierchen aus der Gattung der Ameisen mit den Chemikalien in Berührung und fangen an zu mutieren. Sie werden unwahrscheinlich riesig, größer als der Mensch. Was im Klartext bedeutet, das der Mensch in den Augen der Ameisen nicht als Feind angesehen wird, sondern als kleine leckere Speise – der Mensch wird zum Käfer. Die Rollenverteilung von Jäger und Gejagten wird salopp getauscht und der Mensch wird das Grauen fürchten müssen.

Der Anfang von „In der Gewalt der Riesenameisen“ wirkt wie eine Dokumentation, der Zuschauer bekommt mithilfe eines OffSprechers ein paar Informationen über die Ameisen dargeboten, doch schon nach kurzer Zeit befindet man sich inmitten des Geschehen. Der Zuschauer wird Zeuge der Chemieentsorgung und befindet sich durch einen raschen Wechsel bei einer Gruppe die von einer geldgierigen Maklerin eingeladen wurden, die Land auf einer Insel zu Horrorpreisen anbieten möchte. Nun dauert es nicht lange und man begegnet den Ameisen bereits in ihrer neuen Größe, ein Angriff ist vorprogrammiert.

Die Trickeffekte bewegen sich in einem erträglichen Level, hier wurden Ameisen von nahen gefilmt und auf die anderen Einstellungen hineinkopiert, das war damals eine beliebte Methode um solche Filme in die Tat umzusetzen, jedoch erkennt man wenn Mensch und Ameise sich gegenüberstehen, die unterschiedlichen Bildqualitäten. Das Ausgangsmaterial auf Zelloloid war noch nicht so Qualitativ gut wie viele Jahre später. Auch bekommt der Zuschauer ein paar kleine blutige Angriffe der Ameisen zu Gesicht, in diesen Einstellungen wurde mithilfe von Puppen ein Ameisenkopf realisiert, der den Menschen in Naheinstellungen den Garaus macht.

Betrachtet man den Cast des Films, könnte man meinen das man hier herausragende Schauspielinszenierungen geboten bekommt, doch leider bewegen sich allesamt, auch die damals noch recht junge Collins eher im mittleren Niveau. Doch das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch und gewährt Monsterstreifen Fans einen weiteren Einblick in deren Welt.

In der Gewalt der Riesenameisen“ erinnert sehr stark an Gruselfilme aus den 50er und 60er Jahren. Regisseur Gordon hatte sich auch diesem Genre verschrieben.