Invasion vom Mars (1953)

Als er kleine David eines nachts von hellen Lichtern und seltsamen Geräuschen geweckt wird, staunt er nicht schlecht, als aus dem Fenster schaut und ein UFO hinter dem Garten nieder gehen sieht. Als er es am nächsten Morgen seinen Eltern berichtet, glauben die ihm verständlicher Weise nicht, doch zu seiner Beruhigung will sein Vater zu der vermeintlichen Landestelle gehen, um zu beweisen, dass David nur geträumt hat. Doch als er zurück kommt, ist er unheimlich verändert, zeigt keine Emotionen mehr und im Nacken hat einer Narbe, die vorher nicht da war. David ahnt schreckliches und auch seine Mutter kommt von einem Picknick mit seinem Vater hinter dem Garten seltsam verändert zurück. Als David sich seiner Schulkrankenschwester anvertraut, die seiner Geschichte anfangs ebenfalls sehr skeptisch gegenüber steht, verhalten sich immer mehr Mitmenschen unangenehm komisch und es wird immer offensichtlicher, das irgendetwas etwas im Busch ist …

 Wer kennt ihn nicht, den Klassiker über die Invasion von Marsmenschen, die die Menschen in willenlose Marionetten verwandeln und dem kleinen Jungen, dessen Welt aus allen Angeln gehoben wird. Mit Sicherheit gehört Invasion vom Mars zu den Klassikern schlechthin, die damals 1953 fast schon unverfroren den Zeitgeist und die Angst vor dem Kommunismus zur Zeit des Kalten Krieges wiederspiegelt. Noch deutlicher als in Kampf der Welten aus dem selben Jahr, wird hier die Angst vor der kommunistischen Invasion seitens der Sowjetunion benutzt, um die damalige Kinozuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen und die Furcht vor der Roten Gefahr aus dem Osten zu schüren, was auch oftmals ziemlich gut gelang. 

Mit einem ziemlich geringen Budget von gerade einmal 290,000 US-Dollar gelingt dem Regisseur William Cameron Menzies, der auch Filme wie H.G. Wells Things to Come von 1936 drehte und sich als Produktionsdesigner für Vom Winde verweht einen Namen machte, einen der wohl bekanntesten Science Fiction-Filme der 1950er, mitunter Kampf der Welten natürlich, der bis heute für das phantastische Genre steht und Kultstatus erlangte, obwohl und das muss man ja zugeben die Kostüme der Marsianer noch heute legendär sind, waren diese so schlecht und billig, dass man im Film die Reißverschlüsse auf den Rücken der Darsteller erkennen konnte, was aber dem Erfolg von Invasion vom Mars keinen Abbruch tat, konnte er diese Mängel durch eine großartigem, für die damalige Zeit neuartige und gut durchdachte Story, die aus der Feder vom Drehbuchautor  John Tucker Battle stammte, wieder gut machen und durch eine ansonst unglaublich spannende und packende Erzählweise aufwerten und nicht eben nicht nur ein Film ist, der ausschließlich in die damalige Zeit passt, sondern heute genauso erschrecken kann wie damals…

Vielleicht fasziniert gerade deshalb Invasion vom Mars noch heute, weil wir uns in dem Zeitalter befinden, in dem Mars-Missionen keine Science Fiction mehr darstellen und es gar nicht so abwegig wäre, dass intelligente Wesen den Expansionsdrang der Menschen missbilligen – vor allem wenn sie sehen, wie wir Menschen in kürzester Zeit es geschafft haben unseren Planeten an den rand des Kollaps zu bringen. Wer sagt, dass die Menschen dazu lernen und nicht die gleiche Rücksichtslosigkeit auf einer anderen Welt fortsetzen und diese innerhalb von zwei drei Generationen kaputt machen?

Dazu kommen die hervorragenden Schauspieler, von den der damals gerade 14 jährige Jimmy Hunt absolut fantastisch den jungen David McLean spielt, der später auch 1986 im Invasion vom Mars-Remake von Tope Hooper als Polizeichef eine Nebenrolle hatte. Seine Leistung ist grandios, auch wenn sie uns heute vielleicht etwas fremdartig erscheint, ist die heutige Jugend in dem dargestellten Alter des jungen Davids völlig anders im Verhalten und Reife. Aber in früheren Filmen wurden die Kinder meistens als sehr früh erwachsen und nicht sonderlich kindisch hingestellt^^

Sowie Helena Carter, die aus dem Western- und Abenteuer-Genre stammte und in Invasion vom Mars ihren letzten Auftritt hatte und bis zu ihrem Tod im Jahre 2000 nie wieder vor der Kamera stand aus mir unbekannten Gründen. Auch ein ein toller Leif Erickson, bekannt aus etlichen damalig laufenden TV-Serien als Davids Vater, der auf schockierende Weise die Verwandlung vom liebevollen Familienvater zu einem bösartigen von den Marsmenschen kontrollierten Marionette aufzeigt und mit seiner Film-Ohrfeige das Publikum erschütterte verleihen Invasion vom Mars das Flair was ihn zu einen der großen Science Fiction Klassiker macht. Aber eben auch die psychologischen Aspekte sollte man bei Invasion vom Mars, auch wenn es sich um einen Science Fiction-Film handelt, nicht außer Acht lassen. Die Angst davor seine Liebsten zu verlieren, die sie sich in Invasion vom Mars über Nacht wie völlig Fremde verhalten, spielt in dem Film eine wichtige Rolle. Wer hatte nicht als Kind die Angst davor, seine Eltern zu verlieren? Das Vertraute, dass plötzlich fremd erscheint ist häufig Bestandteil der Klassiker und wird auch noch heute oft in Filmen angewandt, weil dieses einer unserer Urängste ausdrückt. 

Die dramatische und unheilvoll Atmosphäre untermalende Musik stammte von Raoul Kraushaar, der auch die Musik zu der beliebten Kinder TV-Serie Lassie von 1954 bis 1957 komponierte und Invasion vom Mars eine ziemliche düstere und beklemmende Stimmung verleiht. Eine eher unbekannte Noma Koch war für die Kostüme, unter anderem auch im Film Wiegenlied für eine Leiche, zuständig, aber in wie fern sie für die Reißverschlüsse an den eher trashigen Kostümen der Marsmenschen verantwortlich ist, kann ich nicht sagen^^

Egal, was man vielleicht heute über die etwas amüsant wirkenden Marsmenschen in Invasion vom Mars denken mag, der Film an sich ist großartig und gefällt mir persönlich unglaublich gut, da er erstens damals etwas neues darstellte und bis auf kleinere Mängel, die den Film aber auch gleichzeitig so sympathisch machen, einfach gut unterhält und zweitens weil Invasion vom Mars auch irgendwie als B-Movie eine hervorragende Geschichte zu erzählen weiß, die trotz des heute bekannten Inhalts immer wieder aufs Neue fasziniert.

Der Film wird einfach nicht langweilig. Schade ist allerdings, dass in der deutschen Fassung eine unheimlich wichtige Schlüsselszene am Schluss fehlt, die sogar in den USA als Highlight des Filmes angesehen wird und von der jeder dortige Science Fiction-Fan schwärmt. Warum sie bei uns fehlt, kann ich nicht sagen, werde mich aber mal bei den Labels erkundigen, die Invasion vom Mars in Deutschland veröffentlichten – denn die Szene ist ja in den original englischsprachigen DVD-Fassungen dabei. Man hätte sie ja deutsch untertitelt einfügen können.    

Invasion vom Mars – ein Klassiker und ein Must-See, den ich jeden, der die guten alten Filme mag ans Herz legen möchte. Ihr könnt den Film von Best Buy Movie oder e-m-s auf DVD überall und recht günstig erwerben. Invasion vom Mars bleibt ein zeitloser Klassiker, den man einfach gesehen haben muss, auch wenn uns vieles heute vielleicht konfus und naiv erscheint.

Wertung: 9/10 Punkten