Invasion vom Mars (1986)

 

Als er kleine David eines nachts von hellen Lichtern und seltsamen Geräuschen geweckt wird, staunt er nicht schlecht, als aus dem Fenster schaut und ein UFO hinter dem Garten nieder gehen sieht. Als er es am nächsten Morgen seinen Eltern berichtet, glauben die ihm verständlicher Weise nicht, doch zu seiner Beruhigung will sein Vater zu der vermeintlichen Landestelle gehen, um zu beweisen, dass David nur geträumt hat. Doch als er zurück kommt, ist er unheimlich verändert, zeigt keine Emotionen mehr und im Nacken hat einer Narbe, die vorher nicht da war. David ahnt schreckliches und auch seine Mutter kommt von einem Picknick mit seinem Vater hinter dem Garten seltsam verändert zurück. Als David sich seiner Schulkrankenschwester anvertraut, die seiner Geschichte anfangs ebenfalls sehr skeptisch gegenüber steht, verhalten sich immer mehr Mitmenschen unangenehm komisch und es wird immer offensichtlicher, das irgendetwas etwas im Busch ist …

1986 machte sich Tobe Hooper, der Erfolgsregisseur von Poltergeist und  Blutgericht in Texas daran, den gleichnamigen Klassiker von 1953, Invasion vom Mars, mit der damaligen als neu und ausgereifter geltenden Technik neu zu verfilmen, wobei er sich im großen und ganzen an der Vorlage des Originals hielt. Invasion vom Mars von Hooper ist zwar heute nicht so bekannt wie viele andere Remakes, kann aber durchaus mit seinen Spezial Effekten und Schauspielern überzeugen und bietet gute, wenn im Vergleich zum Klassiker auch eher kurzweiliges Filmvergnügen.

Die Story, die einst vom Drehbuchschreiber John Tucker Battle für die Invasion vom Mars-Verfilmung von 1953 geschrieben wurde, gleicht sich also mit der eben genannten, doch was sich jetzt vielleicht eher uninteressant und altbacken anhört, entpuppt sich als atmosphärisch solides und packendes Science Fiction-Filmchen, dass allerdings trotz der  besseren Effekte und vor allem der Darstellung der außerirdischen Wesen nicht mit dem Charme des Vorgängers von 1953 mithalten kann. Zwar wurden hier die Außerirdischen als  schon eher scheußliche Alien-Monster von Stan Winstin entworfen, der auch im FX und Make Up-Bereich an Filmen wie Terminator 2 und 3 oder Steven Spielbergs A.I. – Künstliche Intelligenz mitwirkte, doch trotz aller Kreativität und der guten glaubwürdigen mechanischen Bewegungsabläufe, die die Wesen beinahe echt erscheinen lassen, so fehlt ihnen das gewisse Extra, was die eher naiven Kostüme mit Reißverschluss am Rücken aus dem Klassiker besaßen. Es ist eine Art von Feeling, die in Tobe Hoopers Remake fehlt, die eben nur die alten Filme aus dem 1950er Jahren besaßen.

Tobe Hoopers Invasion vom Mars ist kein schlechter Film und auch keine schlechte Neuverfilmung, das will ich nicht sagen, nur irgendwie so empfinde ich es, passt dieses relativ einfache Story nicht in die Mitte der 1980er Jahre mehr hinein. Nicht unbedingt die Thematik an sich, aber diese Art von Geschichten hatten in den frühern 1950ern in zeiten des Kalten Krieges natürlich wesentlich mehr Eindruck auf die Zuschauer ausgeübt, da die Marsianer vom roten Planeten propagandistisch und unterschwellig mit der roten, kommunistischen Gefahr aus dem Osten, also der damaligen Sowjetunion und einer befürchteten Gehirnwäsche und Kontrolle des Denkens und freien Willens, verbunden wurde und der Kalte Krieg sich immer mehr zuspitze.  In den Mitte der 1980er, drei Jahre vor dem Mauerfall, die Deutschland wieder vereinigte war der Kalte krieg beinahe vergessen und auch eine mögliche atomare Bedrohung aus dem Osten konnte ausgeschlossen werden, da mit dem Michael Gorbatschow der Umbruch im Gang war, und eine Aussöhnung zwischen den beiden Weltmächten und die Beendigung des Kalten Krieges in greifbarer Nähe sich befand. Somit galt die unterschwellige Bedrohung durch die Kommunisten … äh.. Marsmenschen nicht mehr und auch deshalb ist Tope Hoopers Invasion vom Mars eben einfach nicht mehr Zeitgemäß gewesen.

Wenn wir die politischen Parallelen zu Invasion vom Mars aber weglassen und ihn nur als reinen Science Fiction-Film sehen, so punktet der Film auf jeden Fall, was auch seinen tollen Darstellern wie  Hunter Carson (Bullfighter), der den kleinen David darstellte, Karen Black (Haus der 1000 Leichen) oder und auch James Karen (Return of the Living Dead 1+2) und Louise Fletcher (Einer flog über das Kuckucksnest) zu verdanken ist, die trotz ihrem damaligen hohen Bekanntheitsgrad ihren Rollen eine gewisse Art von Glaubwürdigkeit und Authentizität verliehen. Keiner der Charakter fällt unangenehm auf oder gibt einem das Gefühl, er würde nicht in diesen Film und zur Thematik passen. Besonders großartig ist Louise Fletcher als Davids fiese Lehrerin, die von den Marsianern kontrolliert wird, allerdings auch schon vorher mit ihrer Methode für Ruhe im Unterricht zu sorgen oder Schüler zum Schweigen zu bringen wie nicht von dieser Welt erschien^^

Eine sich gut in den Film einfügende Musik stammt von Christopher Young, den viele noch etwas auf Grund der Filmmusik aus Filmen wie Draq me to Hell, Der Fluch – The Grudge von 2004 und oder auch Hellraiser 1+2 kennen werden. Spannend ist der Film allerdings nicht besonders, außer für die, die das Original nicht kennen; für diese allerdings könnte Invasion vom Mars recht packend sein. Natürlich fällt nicht nur wegen den tollen Schauspielern auch wegen den tollen Spezial Effekten auf, dass Tobe Hooper Remake von Invasion vom Mars ein wesentlich größeres Budget zur Verfügung stand, als dem Originalfilm. Gedreht wurde diese Neuverfilmung mit 12,000,000 US-Dollar, also mit weit über 11,000,000 US-Dollar mehr als das Original :-) Aber manchmal ist eben das Geld nicht ausschlaggebend, wie invasion vom Mars von 1986 beweist.

Obwohl der neue Invasion vom Mars in vielerlei Hinsicht aufgemotzter als der Klassiker wurde, so fiel er bei den Kritikern durch und wurde für die Goldene Himbeere nominiert, die an aus mir unbekannten Gründen an Louise Fletcher als schlechteste weibliche Nebendarstellerin und auch an Stan Winston für seine Marsmonster  gehen sollte. Und hier haben wir besagtes Problem, wenn ein Remake an dem kultigen Original gemessen wird, sei dieses auch noch so billig in Szene gesetzt worden, aber was 1954 für den Hugo Award in den Kategorien beste Geschichte und beste Präsentation nominiert wurde. Das ist eben das, was ich auch mit “Tobe Hoopers Invasion ist eben nicht mehr Zeitgemäß” meinte.  

Nichts desto trotz kann man sich Invasion vom Mars, also die Neuverfilmung anschauen, nur sollte man es vermeiden, ihn mit dem Original zu vergleichen und ihn einfach nur als Unterhaltungsfilm, ohne die politische Hintergründe, die auch zum Erfolg des Original beitrugen, mit einzubeziehen, woran man eigentlich auch scheitern würde, da 1986 eine völlig andere weltliche Situation als 1953 vorherrschte. Invasion vom Mars, das Remake, ist unterhaltsam auf jeden Fall, doch eben auch nur dann, wenn man den Vorgänger nicht kennt, ansonsten dümpelt der Film von Spezial Effekt zu Spezial Effekt dahin und bietet nichts neues. Es ist schade, das Hooper keine großen Veränderungen in der Story vorgenommen hat,  denn so ist er im Vergleich zum Klassiker einfach nur eine etwas modernere Kopie. Am besten Ihr bildet Euch eine eigene Meinung. Invasion vom mars ist von MCP auf DVD und von VMP und Canon sowie Ocean Video auf VHS erhältlich und läuft hin und wieder im Free-TV… allerdings ist er ebenso geschnitten, wie das Original – soweit mir bekannt ist nur die US-Fassung völlig ungekürzt… das Problem ist, dass es sich um die fehlende Stelle im Film um eine der Schlüsselszenen überhaupt handelt, die Invasion vom Mars (1953er) bei vielen heute noch zum Kultfilm macht und im Science Fiction-Genre legendär ist.

Meine Wertung:

 5/10 Punkten als Remake 

7,5/10 als eigenständiger Film