Ist das nicht mein Leben? (1981)

Inhalt:

Ken Harrison (Richard Dreyfuss) ist nach einen Autounfall halsabwärts gelähmt. Seine lange Zeit im Krankenhaus, mit keiner Hoffnung auf Heilung, verbringt er damit, sich Gedanken über sein weiteres Leben zu machen. Er beschließt, dass er aus dem Krankenhaus entlassen werden möchte um dort nicht zu sterben. Der behandelnde Arzt (John Cassavetes) ist strikt dagegen. Es kommt zur alles entscheidenden Gerichtsverhandlung die über das Leben von Harrison entscheidet.

Filmisches Feedback:

Bitte unbedingt wiederentdecken!

John Badham ist ja eher ein Regisseur, der auf technischer Ebene vollkommen überzeugen kann. Seine Werke sind gut konstruierte Unterhaltungsware. Was man bei ihm häufig übersieht (da man es eben nicht merkt) ist, dass Badham in seinen Filmen versteckte Botschaften vermittelt und diese auch gekonnt verpackt.

NUR SAMSTAG NACHT (1977) ist eine Art Abgesang auf eine unverfälschte 70er Jahre Jugend und ihren moralischen Untergang. NUMMER 5 LEBT (1985) wirft gleichzeitig Fragen der Menschlichkeit im Technologiezeitalter auf und ist zugleich ungemein antimilitaristisch. GEGEN DIE ZEIT (1995) ist ein guter Film, der die Frage der Zeit als Faktor des Lebens in den Raum stellt. Und natürlich sein mit bester Film WAR GAMES (1982) ist ohne Frage einer der Vorreiter der Spieleverrücktheit der Neuzeit und Warnung gegenüber der globalen Technologisierung. Alle seine Filme haben stets das gewisse Etwas.

Und dieser Film hier ist vollkommen unbekannt von ihm. Aber das muss sich ändern, packt er doch ein kontroverses Eisen hart an und stellt (in Darstellung der grandiosen Richard Dreyfuss und John Cassavetes) moralisch-ethische Fragen in den Vordergrund ohne aufdringlich zu werden: Was ist normal? Wo beginnt und endet die Selbstbestimmung? Darf ein Mensch über einen anderen entscheiden?

Ein sehr realitätsnaher Film, da er sich auf ein Geschehnis konzentriert, welches so jeden passieren könnte. Mag sein, dass der Film manchmal etwas zu romantisch wirkt, aber er zeigt doch das tiefe Psychogramm eines Querschnittsgelähmten, seine seelischen Qualen und die Verlorenheit des Menschen in seiner inneren Selbstzerstörbarkeit. Darüber hinaus gibt er einige positive Impulse bezüglich der menschlichen Wahrheit. Diese klinische Welt hat keine Menschlichkeit mehr, es zählt die Macht.

Paradoxerweise zeigt der Film ein ernstes Thema in heiteren Bildern, die als Kontrast zwischen innerem Leid und äußere Fröhlichkeit zu verstehen sind. Die Drehbuchautoren Reginald Rose (DIE 12 GESCHWORENEN, 1957) und Brian Clark holen das Beste aus jeden heraus. in durchaus kontroverser Film mit einer hervorragenden Besetzung. Wer genau hinsieht, erkennt sogar Jeffrey “Re-Animator” Combs. Der Film hat noch den Alternativtitel  DER KALTE HAUCH DES TODES. Allerdings suggeriert das eher einen Charles Bronson Film anstatt ein Drama.

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