Ivan Rassimov – Der Kannibale der Fotoromanze

Ivan Rassimov – Geboren am  07.05.1938 in Triest,  Italien; Gestorben am 13.03.2003 in Rom, Italien

Ivan Djarassimovic, so sein Geburtsname, war ein italienischer Genreschauspieler, der in den 1970/80er Jahren ein wahre Fülle an Filmen zu bieten hatte. Sei es Giallos, Western oder die berüchtigten Kannibalen-Filme: Rassimov war unverkennbar durch seine Präsenz und seinen stechenden Blick.

Der Sohn von serbisch-kroatischen Eltern (Velimir und Vera Đjerasimović, geborene Petrijević) ging zunächst auf ein serbisches Gymnasium in Triest. Zu der Zeit lebte eine serbische Minderheit dort und ihnen gab man die Möglichkeit sich dort ein- und auszuleben.  Zusammen mit seiner Schwester Rada und seinen Bruder Milorad besuchten sie dort eine Privatschule namens „Jovan Miletić“, indem ihr Vater Lehrer und Schulleiter war. Nach seinem Studium an der Universität Triest, welches er abbrach, ging er nach Rom um Schauspiel zu erlernen. Allerdings kam ihm der italienische Militärdienst dazwischen, sodass er erst später mit dem Studium der Schauspielerei anfing.

Gemeinsam mit seiner Schwester wirkte er an hunderten Fotoromanzen mit. Das sind romantische Fotoromane, die zu der Zeit sehr beliebt waren. 1964 bekam er dann seine erste Gelegenheit in einen Film mitzuwirken. Im Film DER SUPERRAUB VON MAILAND (1964), der unter der Regie von Adriano Celentano gedreht wurde, hatte er seine erste Rolle. Es folgten kleinere Parts in Mario Bavas PLANET DER VAMPIRE (1965) oder in John Hustons DIE BIBEL (1966). Leider wurde sein Part aus dem fertigen Film geschnitten und er verpasste hierdurch eine Rolle in Frederico Fellinis JULIE UND DIE GEISTER (1965). Im Abspann von PLANET DER VAMPIRE  wurde er ohne sein Wissen (die Produktionsfirma entscheid einfach) als Sean Todd aufgeführt. Er nahm sich dieses Pseudonyms an.

Er spielte somit unter den Namen Sean Todd in Filmen wie DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND (1967), ANDERE BETEN – DJANGO SCHIEßT (1968) oder SCHWEINEHUNDE BETEN NICHT (1970) mit. In ANDERE BETN – DJANGO SCHIEßT spielte er neben seiner Schwester, die ebenfalls Schauspielerin geworden ist. Sie sah man in Produktionen wie ZWEI GLORREICHE HALUNKEN (1966) oder DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE (1971). Sein Bruder Milorad übrigens wurde Musiklehrer und ist mittlerweile in Rente.

Rassimov drehte viele Filme unter der Regie von Sergio Martino oder Mario Siciliano. 1972 dann der Film von Umberto Lenzi: MONDO CANNIBALE. Dieser kontroverse Film machte Rassimov über Nacht berühmt. In einen Interview aus dem Jahre 1998 sagte er allerdings zu diesen Film, dass dieser „absolut widerwertig“ sein. Er drehte dennoch weiterhin mit Umberto Lenzi. So z. Bsp. in SPASMO (1974) oder in LEBENDIG GEFRESSEN (1980). Auch Ruggero Deodato konnte ihn für einige Filme gewinnen wie MONDO CANNIBALE 2 – DER VOGELMENSCH (1977), ATLANTIS-INFERNO (1983) und BODY COUNT – DIE MATHEMATIK DES SCHRECKENS (1987). Dies war auch sein letzter Film. Er hatte noch ein paar Auftritte in einer italienischen TV-Serie von Bruno Mattei.

1987 hatte er einen Motorradunfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er leitete danach einen Buch- und Comicverlag.

Rassimov wird immer mit dem italienischen Genrefilm in Verbindung gebracht werden. Und zwar nicht nur reduziert auf die Kannibalen-Filme.