J.T. Walsh – Der “deutsche” Spätstarter

J.T. Walsh– Geboren am 28 .09. 1943, San Francisco, Kalifornien, USA, gestorben am 27.02. 1998, La Mesa, Kalifornien, USA

James Thomas Patrick Walsh begann seine Filmkarriere erst im Alter von 39 Jahren. Zuvor wirkte er in zahlreichen Broadwaystücken mit, die allesamt voll des Lobes waren. Sein Name „J.T.“  ist eigentlich ein Fehler. Bei einem Casting schrieb der Castingdirector als Initialen „J.T. statt „J.P.“. Walsh behielt diese Initialen einfach. Walsh erlebte seine Kindheit in Deutschland (im Übrigen sprach er fließend deutsch). Sein Vater, ein Rechnungsprüfer beim US-Militär, zog nach München später nach Stuttgart. Da war Walsh fünf Jahre alt. Dort bleiben sie sieben Jahre.

Dann schickte der Vater ihn und seinen Bruder auf ein Jesuiten-Internat nach Irland. Dem Land wo seine Vorfahren herkamen. Dort blieb er sechs Jahre. Nach seiner Rückkehr begann er mit 19 Jahren an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen ein Studium. Als sein Vater 1962 an einen Tumor starb, zog er in die USA. Dort studierte er in Rhode Island weiter und schloss mit einem Bachelor of Arts in Gesellschaftswissenschaften ab.

Während seiner Studentenzeit wirkte er in einer Theatergruppe mit und war Vorsitzender einer Studentengruppe, die sich für eine demokratische Gesellschaft einsetzte. Nach seinem Studium arbeitete er u.a. als Grundschullehrer, Verkäufer für Enzyklopädien, Sozialarbeiter, Barkeeper, Journalist und Restaurantleiter. Im Alter von 39 Jahren hatte er seinen ersten Filmauftritt. 1987 hatte er seinen ersten richtig großen Auftritt an der Seite von Robin Williams in „Good Morning Vietnam“. Und dann ging es richtig los für ihn.

Obwohl er nie eine große Hauptrolle bekam, wurde er so was wie die erlauchte Eminenz der Nebencharaktere. Jede Rolle war einzigartig. Er hatte eine wunderbare Art intrigante Personen zu verkörpern. Sei es seine Rollen in „Eine Frage der Ehre“ (Jack Nicholson widmete ihn übrigens seinen Oscar 1997 für „besser geht’s nicht“), in „Verhandlungssache“ oder „Pleasantville“. Allesamt hochkarätige Rollen. Auch in „Needful Things“ oder „Sling Blade“ hatte er herausragende Charaktere. Ein Film mit Walsh kann einfach kein schlechter sein.

Walsh verstarb leider viel zu früh im Alter von 54 Jahren während eines Urlaubs an einer Herzattacke.

Seine Filme bleiben.