Jeder Kopf hat seinen Preis (1980)

Dem Action Film JEDER KOPF HAT SEINEN PREIS fehlen durch verschiedene Umstände das Potenzial zu einem Kultstreifen. Es war Steve McQueen sein letzter Film, er verstarb kurz nach Fertigstellung des Films. Er verstarb im Alter von nur 50 Jahren an Lungenkrebs, bis kurz vor seinem Tode hielt er diese negative Nachricht für sich. Und aus diesem Grund war der Regisseur Buzz Kulik gezwungen mit dem vorhandenen Material den Film fertigzustellen. Nachdrehs waren nicht mehr möglich, und somit wirkt der Film stellenweise wie ein Rohprodukt, dem noch der nötige Feinschliff fehlt. Auch merkt der McQueen Fan dem Schauspieler sofort an, das er gesundheitlich schon angeschlagen war, die typischen Gesten und Mimiken waren blass und ohne Ausdruck zu vernehmen.

Buzz Kulik drehte unter anderem noch Filme wie HELL ZONE – IM VORHOF DER HÖLLE von 1986 oder auch TODESGRÜSSE AUS HAVANNA (Originaltitel: Codename Dancer) im Jahr 1987, auch zählen einzelne Episoden diverser Serien zu seiner Laufbahn als Regisseur.

JEDER KOPF HAT SEINEN PREIS ist gespickt mit Selbstironie, McQueen spielt einen Kopfgeldjäger der miserabel Auto fährt, wobei er im wahren Leben ein begeisterter Rennfahrer war. Seine Leidenschaft für schnelle Autos kann man gut in BULLIT von 1968 und in LE MANS von 1971 begutachten. Dazu kommt noch das McQueen einen sehr schlechten Schützen darstellt, wenn man seine vergangenen Leistungen der Schauspielerei vergleicht, macht sich schon ein breites Grinsen beim Zuschauer breit.

Die Story in JEDER KOPF HAT SEINEN PREIS ist recht flott und mit einigen Überraschungen und Schmunzlern übersät. Doch ein roter Faden zieht sich dennoch nur schlecht durch den Plot, das liegt daran das die Geschichte eher wie viele kleinere Episoden wirkt, und nur wenig Zusammenhänge vorhanden sind. Doch der Unterhaltungsfaktor wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die Actionsequenzen sind etwas gedrosselt, was aber durchaus durch den unfertigen Schnitt liegen könnte. Durch diese Mankos verliert der Streifen etwas am Klassiker Potenzial und lässt ihn wie ein für das Fernsehen gedrehter Film aussehen. Das ist sehr schade, aber durch die verschiedenen Umstände durchaus nachvollziehbar.

JEDER KOPF HAT SEINEN PREIS ist in Deutschland auf VHS und DVD erhältlich, er besitzt eine Freigabe von 16 Jahren und ist komplett ungeschnitten. Das Bild ist für damalige Verhältnisse klar und deutlich, auch kommt der Ton sehr klar und deutlich aus den Lautsprechern.

Für Steve McQueen Fans ist dieser Film eine klare Empfehlung, und wer sich auch für ruhigere Filme ala EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE begeistern kann, sollte ruhig auch einen Blick riskieren.