Joe Spinell – Der kranke “Wahnsinns” -Italiener

Joe Spinell – Geboren am  28. 10. 1936 in New York City, New York, USA;  Gestorben am 13. 01. 1989 ebenda

Joseph J. Spagnuolo ist wohl eines der markantesten Gesichter in Film und Fernsehen der 70er und 80er Jahre gewesen.  Der Schauspieler war ebenso Autor von Drehbüchern und Künstler (einige seiner Werke sind im Museum of modern Art zu bestaunen).

 In Manhattan geboren (in der familiären Wohnung in einer Gegend in Manhattan wo zu der Zeit ca. 10.000 italienische Immigranten lebten),  als Sohn italienischer Immigranten der Eheleute Pelegrino Spagnuolo (der an Leberkrebs starb) und Folimena Spagnuolo, die eine Schauspielerin war, ist er das letzte von sechs Kindern gewesen. Mit seinen 1,80 Meter und seinen markanten Gesichtszügen war er eine Erscheinung. Nach dem Tod seines Vaters zogen alle nach Queens in New York, wo er auch den Rest seines Lebens blieb. Spinell war berüchtigt für seinen Drogen- und Alkoholmissbrauch (grad in der Zeit wo er arbeitslos war).

Zeit seines Lebens war er an Hämophilie erkrankt, eine Bluterkrankung bei dem die Blutgerinnung gestört wird, und chronischen Asthma. Schon in seiner Jugendzeit trat er gern in Theaterstücken auf. Nachdem er hier so erfolgreich war bot ihn MGM 1960 einen Vertrag an (allerdings sollte er hierzu seinen Namen in Joe Spinell ändern, wegen der besseren Aussprach). Neun weitere Jahre spielte er Theater. Diese Theatergruppe in der er mitwirkte hieß „Theater of the Forgotten“, denn sie spielten häufig in Gefängnissen. Da er hier für wenig Geld bekam musste Spinell noch anderweitig Geld verdienen. So arbeitet er als Taxifahrer, als Postangestellter oder als Angestellter in einen Alkoholladen während der Weihnachtszeit.

Bevor er seine ersten Rollen in Kinofilmen hatte, spielte er in den 60er Jahren in allerlei TV-Serien mit wie NAKED CITY (1958 – 1963)  oder HAWK (1966) zusammen mit Burt Reynolds. 1972 erhaschte er seine erste wirklich große Filmrolle. In DER PATE (1973 und später auch im zweiten Teil) spielte er den Killer Willy Cici. Dieser Erfolg brachte ihn als Darsteller häufiger ins Gespräch. Grade was dunkle, südländische Typen anbelangt. So war es Sylvester Stallone der ihn für ROCKY (1976) wollte. Ein Freundschaft, die bis zu Spinells Tod hielt. Grade in den 70ern spielte er in zahlreichen Filmen mit. Ebenfalls spielte er später mit in Filmen wie FAHR ZUR HÖLLE LIEBLING (1975), ROCKY II (1979),NACHTFALKEN (1981) oder TAXI DRIVER (1976). Und nicht nur als Darsteller und Autor war er tätig. Auch synchronisierte er sich selber in den Film STAR CRASH (1978).

Seine bekannteste Rolle hatte er allerdings 1980 im Film MANIAC (hier war er auch Autor). Auch sollte er in der Fortsetzung (MANIAC 2 : MR. ROBBIE) mitspielen. Aber es dauerte Jahre dies zu finanzieren. Und nachdem er und der vorgesehene Regisseur Buddy Giovinazzo eine 10-minütige Sequenz gedreht hatten (um den Film möglichen potentiellen Finanziers vorzustellen) verstarb Spinell. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht ganz geklärt. In seinem Appartement fand man ihn leblos. Es gibt Spekulationen, dass er eine Herzattacke hatte, nach seinen jahrelangen Alkohol- und Drogenmissbrauch (in Verbindung mit der großen emotionalen Trauer des Todes seiner Mutter 1987). Andere Quellen sagen, es lag an seinem Asthma. Oder seine Hämophilie war schuld daran (es gibt Gerüchte er hatte einen (absichtlichen) Unfall, bei dem er sich schnitt und verblutete).

Er war mit der Pornodarstellerin Jean Jennings von 1977 bis 179 verheiratet. Sie haben eine Tochter welche Jennings nach ihrer Trennung mitnahm nach Florida und er sie sehr selten sah. Spinell war nicht nur der Patenonkel von Sylvester Stallones Sohn Sage (Stallone war in seiner Schuld, denn Spinell gab ihn Kost und Logis frei, als es Stallone nicht gut ging und er keine Jobs bekam), er war zudem auch der Cousin des Trainers der Verteidigung der New York Giants Steve Spagnuolo. Auch hatte er eine sehr gute Freundschaft zu den Regisseuren William Friedkin und Francis Ford Coppola.

Spinell hinterlässt eine wahre Welt der 70er und 80er Jahre Bösewichte und war einer der eingängigsten prägnantesten Gesichter dieser Zeit. Ich sehe ihn immer wieder gerne.