Kampf der Welten (1953)

In der Nähe einer kalifornischen Kleinstadt schlägt ein vermeintlicher Meteorit ein, als die Bewohner des Ortes diesen jedoch näher unter die Lupe nehmen wollen, entpuppt er sich als außerirdisches Raumschiff, dass drei Menschen, die sich ihm aus Neugier nähern mit Hitzestrahlen pulverisieren. Und dabei bleibt es nicht, denn es folgen mehrere dieser Raumschiffe, die beginnen auf alles zu schießen, was sich bewegt. Das inzwischen eingetroffene Militär ist machtlos gegen die fremden Raumschiffe. Raketen und Bomben sind wirkungslos, werden die Raumschiffe von einem Kraftfeld beschützt. Eine Invasion hat begonnen mit dem Ziel die Menschheit von dem Antlitz der Erde zu tilgen. Nichts scheint den Untergang der menschlichen Spezies noch aufhalten zu können….

 Kampf der Welten gehört wohl ganz ohne Frage zu den wohl bekanntesten Science Fiction-Filmen aller Zeiten. Die Geschichte von H.G. Wells wurde zum Synonym für die später folgenden Filme, die sich mit dem Thema der Invasion durch Außerirdische beschäftigt. Kampf der Welten wurde nicht nur durch die Buchvorlage sondern ebenso durch das Radio-Hörspiel, dass während der Ausstrahlung, von Orson Wells gesprochen und für real gehalten, in den USA für Panik sorgte weltberühmt. Die erste Verfilmung, die von Byron Haskin (Robinson Crusoe auf dem Mars) realisiert wurde, beschert den Zuschauer ein atemberaubendes Kinospektakel, dessen außergewöhnliche Spezial Effekte mit einem Oscar ausgezeichnet wurden.  

 Das Kampf der Welten gerade zur Zeit erschien, als der Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion auf Grund des Koreakrieges beinahe sich wie in der Kubakrise zuspitzte und ein Atomkrieg zum Greifen nah schien, ist wohl kein Zufall, könnte man den Kampf der Welten ebenfalls so deuten, dass die Marsianer aus dem Film für die “Rote Gefahr” aus dem Osten stand, der die freie Welt (also die USA) in einem verheerenden Krieg bedrohte. So wurde Kampf der Welten ebenfalls das Sinnbild für den beinahe eskalierenden Kalten Krieg, nur mit dem Unterschied, dass es in diesem kaum vorstellbaren realen Szenario kein Happy End gegeben hätte.

 Was vor allem auch den Erfolg des Kampf der Welten ausmachte, waren unter anderem auch die vielen technischen Tricks. So wurden die fremdartigen Geräusche der feindlichen außerirdischen Raumschiffe, dieses mysteriöse unheimliche pulsierende … ähm…Geräusch^^ angeblich mit drei E-Gitarren erzeugt, die man rückwärts abspielen ließ. Bei den sonderbar anmutenden Raumschiffen an sich hatten die im Ozean lebenden Manta-Rochen zum Vorbild. Was wohl aber um einiges interessanter sein dürfte war, dass sich die Raumschiffe im Film noch nicht einmal von der wohl bis Datum zerstörerischsten Waffe der Menschheit, der Atombombe aufhielten ließen, was ebenso verdeutlichte, dass die Menschen einer eventuellen realen Bedrohung aus dem All völlig hilflos ausgeliefert gewesen wären und dass der angebliche Glaube an Gott vieler Menschen, nicht wohl als universelle Religion für fremde intelligente Wesen aus dem All gelten müsse, was der Kirche wohl gar nicht gefallen würde, behauptete sie schließlich, das Gott alles erschaffen hat. Was aber ein Problem darstellen tut, da es ja heißt, Gott habe den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen, aber wie würde man sich dann die bis heute weder be- noch widerlegte Existenz von Aliens erklären? 

Kampf der Welten beschäftigt sich also unterschwellig auch noch mit der Religion, dem Glauben an Gott, dem H.G. Wells als Atheist immer sehr kritisch gegenüber stand. Im Film wurde diese verdeutlicht, als die Außerirdischen den im relativ am Anfang von Lewis Martin darstellten Pastor Collins pulverisierten, der mit erhobener Bibel auf das fremde Raumschiff zu ging  Wie die Kirche damals auf diese Szenen reagierte ist mir allerdings nicht bekannt. 

 Fantastisch und interessant empfinde ich es auf jeden Fall im Kampf der Welten wie die Wissenschaft versuchten auf Grund des elektronischen Auges der Marsianer herauszufinden, wie diese fremde Wesen denken und wie sie leben mussten. Aber auch, wie sie den Menschen wahrnehmen mussten und dass es nicht nur ein Schock für den Menschen wäre, einem Alien, das sogar nicht den humanen Erscheinungsbild entsprach, zu begegnen sondern ebenso umgekehrt. Und besonders gut gefiel mir zum Happy End, was ja nun wirklich niemanden unbekannt sein dürfte, dass es nicht der Mensch mit seinen Vernichtungswaffen gelungen war seine eigne Vernichtung zu verhindern, sondern eben die Natur auf kleine bakterieller Ebene. 

Und obwohl 2005 Steven Spielberg den Kampf der Welten mit wesentlich ausgefeilteren Computer Animationstechniken und somit auch wesentlich spektakuläreren Bildern auf die Leinwand brachte, so reicht diese Neuverfilmung meiner Ansicht nach nicht im entferntesten auch nur an das Original von 1953 heran. Zudem man ja schon mit Filmen wie Independence Day genug auf außerirdische Invasoren eingegangen war und Krieg der Welten mit Tom Cruise in der Hauptrolle schon längst an dem Schrecken durch Aliens und deren Eroberungswut verloren hatte und es wohl nur noch darum ging die neusten Effekte zu zeigen.

Kampf der Welten ist sicherlich auch durch seine Effekte sehr beeindruckend, aber besitzt eben auch den Charme der 1950er, in denen die Furcht vor der totalen Vernichtung der Menschheit eben auch durch den Kalten Krieg verarbeitet wurde beziehungsweise dadurch auch ihre schockierende Wirkung erhielt und somit aus heutiger Sicht nicht einfach nur wie ein reiner Unterhaltungsfilm ohne Tiefgang wirkt. 

 Was man auch immer persönlich für Schlussfolgerungen aus Kampf der Welten zieht, was man für sich persönlich in die Geschichte selbst hineininterpretiert, so werden sich wohl viele Filmfreunde in einem einig sein. Kampf der Welten ist ein Film, den man gesehen haben muss.

Wertung: 10/10 Punkten