Killerhaus (1986)

Karl Gunther ist Hausmeister. Er spielt russisches Roulette, und wenn er mit dem Leben davonkommt, dann begeht er grausame Morde. Er entwirft eigene Folterinstrumente, mit denen er Leute verletzt und umbringt. Desweiteren erzeugt er unheimliche Geräusche in den Lüftungsschächten und lässt Ratten auf die Bewohner seiner Wohnungen los. Nur eine junge Bewohnerin kommt ihm nach und nach auf die Schliche…

 

KLAUS is in the House!

Der deutsche Schauspieler Klaus Kinski genießt nicht zu Unrecht einen Kultstatus, hat er doch in seiner Karriere einige hochkarätige Filme abgeliefert in denen der verrufene Exzentriker immer wieder geglänzt hat. Allein seine Kollaborationen mit Autorenfilmer Werner Herzog stilisierten Kinski als Meister seiner Zunft. Doch für Klaus war die Kunst zweitrangig. Priorität hatte bei ihm das Geld. Für die richtige Gage drehte er alles, weshalb er auch in teilweise ziemlichem Schund zu sehen ist.
So auch 1986 in „Crawlspace“, bei dem wirklich der Paycheck ausschlaggebend für seine Beteiligung gewesen sein muss.

Wenn man sich eine Handlung auf der Rückseite einer Blu-Ray zu Gemüte führt die einem vermittelt, hier einen Horror-Film vorliegen zu haben in dem Klaus Kinski als psychopathischer Nazi-Fan in einem Haus, was ihm gehört, Wohnungen an hübsche Studenten vermietet um ihnen nachzustellen und schließlich auch mal welche umzubringen, weil er den Drang dazu verspürt, dann ist man sich eines B-Movies mit hohem Trash-Faktor sicher. Doch „Crawlspace“ bietet, trotz cooler trashiger Szenen und guten Ideen, vor allem Leerlauf. Regisseur David Schmoeller versucht sich hier an einer Art „Psycho“ Variante mit Kinski als Norman Bates Weiterentwicklung, aber mit einem ebenfalls tiefen Dachschaden. Der ist auch unbestritten das Prunkstück des Streifens. Obwohl Kinski quasi auf Autopilot spielt, er hat sicher gemerkt, dass das kein Meilenstein wird, hat er dennoch so viel Präsenz und dieses wahnsinnige, furchteinflößende Antlitz, dass er gar nicht mehr machen muss. Wenn er durch Lüftungsschächte kriecht, aufgegeilt seine Mieterinnen bespannt und in Nazi-Montur mit Hitler-Gruß über den Dachboden marschiert, ist das nicht nur trashig und total drüber, sondern auch ziemlich bizzar. Aber es ist nunmal Klaus Kinski, wenn er was kann, dann den Psychopathen.
Der Rest der Darsteller ist derart schlecht, dass es einem die Schuhe auszieht. Unsere weibliche Hauptfigur Lori ist derart farblos und langweilig, dass man zum vor spulen neigt, um wieder Kinski beim Kriechen oder beim Single-Russian-Roulette beizuwohnen. Alle weiteren Darstellerinnen, haben so wenig Talent und Ausdruckskraft, wie jede beliebige Teenie-Nebendarstellerin in einem „Freitag der 13.“-Film. Auch erweist sich der Film als äußerst handzahm. Ein paar blutige Shots, das wars, „Crawlspace“ könnte auch mit einer FSK 16 durchgehen. Sonst bietet das Set-Up gute Ideen um eine unterhaltsame Nummernrevue durch das Haus zu erzeugen, nur macht keiner was damit. Schmoeller hält sich mit Nebensächlichkeiten auf, ein bissien mehr Drive und Action und vielleicht Gore hätten dem Film gut getan. Auch der Soundtrack ist relativ belanglos. Pino Donaggio hat schon bei weitem bessere Scores komponiert als das Orchestral-Geschrubbel in diesem Machwerk.

„Crawlspace – Das Killerhaus“ ist ein lauwarmer B bis C-Horror Streifen aus der Spätphase Kinskis. Zu Handzahm und langweilig, gar uninspiriert bekommt man hier eine „Psycho“-Variation vorgesetzt. Schlechte Darsteller tragen dazu bei. Einzig Klaus schafft es das Ganze noch etwas unterhaltsam zu machen. Seine Performance als Psychopath aus Leidenschaft, ist zumindest mal einen Blick wert. Wer auch mit dem neurotischen Kinski nichts anfangen kann, sollte einen Bogen um diese Gurke machen.

Der Film ist ungekürzt ab 18 Jahren auf DVD und Blu-Ray von „Ascot“ erschienen und relativ günstig zu erwerben.