Kinder des Todes (1980)

Gestern noch waren sie unschuldige Kinder. Kinder, die wie jeden Morgen zur Schule fahren. Doch heute stoppt eine unerklärliche gelbe Wolke ihren Bus. Und erst, als sie nicht nach Hause kommen, fragen die Eltern nach ihren Kindern. Was zum Teufel ist mit ihnen vorgegangen? Auf dem Friedhof liegt der Busfahrer – tot. Die Suche nach den Kindern beginnt. Ein Mädchen taucht auf. Mit starrem Blick, mit hölzern ausgestreckten Armen, geht es auf seine Mutter zu. Was keiner wahrhaben will, wird zur schrecklichen Gewissheit. Diese Kinder bringen den Tod. Panik und Angst beherrschen die kleine Stadt. Zusammen mit dem Sheriff versucht ein Vater, das Unheil aufzuhalten. Aber die Angst steigt – denn nicht einmal Pistolenkugeln können das Grauen stoppen…


Kinder können so grausam sein, das dachte sich wohl auch die Filmschmiede TROMA und inszenierte einen Horrorfilm mit Kindern wo es verdammt heiß zur Sache geht. Entweder man mag TROMA oder meidet sie wo es nur geht. Ich muss zugeben als ich sah das es sich bei KINDER DES TODES (Original: Children of Death) von 1980 um einen Film aus dieser besagten Schmiede stammt war ich doch sehr skeptisch. So ging ich mit keinster Erwartung an den Streifen heran und wurde sichtlich positiv überrascht.

KINDER DES TODES baut eine sehr intensive Atmosphäre auf, mit dem Verzicht auf Schockmomente oder Blutfontänen schafft es Regisseur Max Kalmanowicz eine beklemmende Atmosphäre und Lage zu schaffen. Die Kinder sehen nach dem Zwischenfall mit der Wolke genauso aus wie vorher. Lediglich durch ihre verfärbenden schwarzen Fingernägel ist es für den Zuschauer erkennbar das etwas nicht mit ihnen stimmt. Gut, das schon bei der Begegnung mit der Giftgaswolke die Logik auf der Strecke bleibt lassen wir mal dahin gestellt. Denn komischerweise sind nur die Kinder davon betroffen und nicht der Busfahrer. Der wiederum wurde von den Kindern förmlich zum schmelzen gebracht. Denn die Kinder sind heiß, zumindest wenn sie andere Menschen berühren oder sie sogar in den Arm nehmen. Dann werden ihre Opfer förmlich in ihre Bestandteile zerlegt und sehen aus wie durch einen Grossflächenbrand.  Das sie dabei noch die Hände und Arme ausstrecken wie man es sonst noch als Schlafwandler kennt setzt dem ganzen noch ein wenig die Krone auf. Hinzu kommt noch die Überlegung das die Kinder ja auch Schäden annehmen müssten, besonders deren Kleidung aber da passiert nichts.

Nach und nach werden die Dorfbewohner von den Kindern dezimiert. Ein Opfer nach dem anderen. Einige Morde geschehen im Off und man bekommt nur ein kreischen und schreien der Opfer zu Ohren. In anderen Einstellungen steigt gelber dichter Rauch auf und die Opfer fangen an zu zerschmelzen oder auch verbrennen am lebendigen Leibe. Effekt-Technisch arbeitete man mit einfachen Mitteln und geringen Budget und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Zugegeben die Morde und auch die späteren Versuche des Sheriffs mit dem Revolver und einem Säbel die Kinder zur Strecke zu bringen geht völlig blutleer vonstatten. Auch ohne Blut in Mengen kann man bedrohliche Momente schaffen. Durch das abhacken der Hände fallen die Kinder tot um und die Gefahr ist beseitigt.

Zur Atmosphäre des Films trägt auch der Score bei. Gewisse Ähnlichkeiten zum Score von FREITAG DER 13.TE sind nicht von der Hand zu weisen. Sie verhelfen jedoch die bedrohliche Situation und die Machtlosigkeit der Dorfbewohner zu kompensieren. Dazu kommt noch das die meiste Zeit des Films sich spät Abends oder sogar Nachts abspielt. Solche Einstellungen dienten auch oft dazu gewisse Macken zu Kaschieren.

Eine Schwäche besitzt KINDER DES TODES noch. Das abrupte Finale was so manche Fragen offen lässt. Denn das Ende erklärt nichts. Der Zuschauer sitzt unwissend vor der Mattscheibe und muss sich selbst Gedanken machen wie es denn nun nach Dezimierung der bösen Kinder weiter geht. Als Anregung und Appetithappen dient lediglich die Szene wo die schwangere Frau ihr Kind zur Welt bringt und sie mit ihrem Mann glücklich drein schaut. Wenn man bedenkt das sie kurz zuvor ihre anderen zwei Kinder die Hände abgehakt haben und damit die Bedrohung vorbei war. 

Wer nun Interesse an diesem kleinen aber durchaus sehr unterhaltsamen, spannenden Beitrag aus dem Horror-Genre hat, dem empfehle ich die DVD Version vom Label ´84 Entertainment. Sie ist vollkommen ungeschnitten. Denn die damalige VHS Version von CBS / FOX war verstümmelt und viele Szenen waren entweder stark gekürzt oder gar nicht zu sehen. Wenn man KINDER DES TODES heute nochmal prüfen lassen würde, käme er wohl mit einer FSK 16 Freigabe durch anstatt wie damals eine FSK 18.